# taz.de -- Gedenken an Anschlag in Halle: Menschenkette blockiert AfD-Mann Tillschneider
> Jüdische Studierende haben sich dem neuen Landtagsvizepräsidenten
> Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt. Der rechtsextreme
> AfD-Vordenker war beim Gedenken an den rechtsextremistischen Anschlag
> aufgetaucht.
(IMG) Bild: Hat AfD-Mann Hans-Thomas Tillschneider überrascht: Rechtsextreme bei Gedenken an rechtsextremistischen Anschlag nicht willkommen
taz | Studierende haben dem AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider den Weg
zur Gedenkveranstaltung an den rechtsextremistischen Anschlag in Halle
versperrt. Darüber berichtete zuerst die [1][Jüdische Allgemeine (JA)]. Der
in Sachsen-Anhalt frisch gewählte [2][Vizelandtagspräsidenten
Tillschneider] hatte zuvor angekündigt, an der Veranstaltung teilzunehmen.
An der Blockade beteiligt waren Aktivist:innen der Jüdischen
Studierendenunion, die mit einer Menschenkette dem AfD-Politiker den
Zutritt zur Synagoge versperrten. „Ein gesichert rechtsextremer
Parteivorsitzender hat bei unserem Gedenken keinen Platz. Wir lassen dieses
Gedenken nicht vereinnahmen. Es geht hier an erster Stelle um die Opfer“,
erklärte Noami Tamir von der JSUD gegenüber der JA.
Tillschneider beschwerte sich daraufhin, er sei eingeladen worden.
Gegenüber der JA sagte der [3][Gemeindevorsitzende Max Privorozki, es sei
eine öffentliche Veranstaltung gewesen], eine persönliche Einladung an
Tillschneider habe es nicht gegeben.
Scharfe Kritik für die versuchte Teilnahme kam derweil vom langjährigen
Präsidenten des Zentralrates der Juden, Josef Schuster. Dieser sagte auf
Anfrage der JA, [4][Tillschneider „verhöhne die Opfer des Anschlags von
Halle“]. Den Wunsch der Jüdischen Gemeinde, das Gedenken nicht politisch zu
instrumentalisieren, habe Tillschneider „mit Füßen getreten“, so Schuster
weiter.
Tillschneider gilt als Scharfmacher und steht [5][innerhalb seiner
rechtsextremen Partei] am rechten Rand. Als ideologischer Kopf soll er
maßgeblich an der Entwicklung des „AfD-Regierungsprogramms“ in
Sachsen-Anhalt beteiligt gewesen sein. Er wird seit 2020 vom Landesamt für
Verfassungsschutz als Extremist beobachtet und mehrmals namentlich in den
Berichten des Verfassungsschutzes zur AfD genannt. Der 48-Jährige hat das
Identitären-nahe Netzwerk Ein Prozent mitgegründet, ist Pegida-Freund und
Putin-Verehrer.
Bei dem Anschlag vor sieben Jahren, am 9. Oktober 2019, feierte die
Gemeinde gerade Jom Kippur, den höchsten jüdischen Feiertag, in der
Synagoge mitten in Halle, als ein [6][bewaffneter Mann versuchte, das
Gebäude zu stürmen und die 52 Menschen darin zu erschießen]. Er scheiterte.
Stattdessen schoss er willkürlich auf Passant:innen, tötete erst Jana L.,
dann Kevin S. und verletzte weitere Personen.
9 Oct 2026
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(DIR) [1] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/eklat-in-halle-afd-mann-tillschneider-will-an-gedenkfeier-fuer-anschlagsopfer-teilnehmen/
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(DIR) [3] /Sieben-Jahre-nach-dem-Anschlag/!6219977
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(DIR) [6] /Rechtsextremer-Anschlag-in-Halle/!5632505
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