# taz.de -- +++Nachrichten im Ukrainekrieg+++: Trump kündigt „sehr großes Abkommen“ mit Russland und der Ukraine an
> Der US-Präsident spricht von einem Abkommen, das „ganz Europa umfassen“
> könnte. Derweil bombardiert Russland weiter ukrainische Städte.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump: „Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein.“
Trump stellt „sehr großes“ Abkommen mit Moskau zur Ukraine und „ganz
Europa“ in Aussicht
Nach einem Treffen von Vertretern Moskaus und Kyjiws im Weißen Haus hat
US-Präsident Donald Trump ein „sehr großes“ Abkommen mit Russland in
Aussicht gestellt. „Es wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte
sogar sagen, dass es ganz Europa umfassen könnte“, sagte Trump am
Donnerstag vor Journalisten im Oval Office.
Nach einem von seiner Frau Melania Trump veranstalteten Treffen von
Vertretern Moskaus und Kyjiws im Weißen Haus traf der US-Präsident am
Donnerstag nach eigenen Angaben mit Kreml-Berater Kirill Dmitrijew
zusammen. Ukrainische Vertreter empfing er dagegen nicht zu einem Gespräch.
„Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe“, sagte Trump nach
seinem Treffen mit dem Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
„Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große
Übereinkunft geben.“ Er fügte hinzu: „Es wird ein großes, schönes Abkommen
werden, und alle werden begeistert sein.“
Trumps Ankündigung eines „ganz Europa“ und die Ukraine betreffenden
Abkommens und ein Treffen mit dem Putin-Berater Dmitrijew dürfte in Kyjiw
und der EU Befürchtungen verstärken, wonach der US-Präsident mit Blick auf
den Krieg in der Ukraine eine Russland-freundliche Haltung vertritt. Im
Oktober hatte Trump vom US-Kongress beschlossene Sanktionen gegen Russland
per Dekret auf Eis gelegt und [1][russische Diesellieferungen an die USA
angekündigt].
[2][US-First-Lady Melania Trump] hatte sich am Donnerstag bei einem Treffen
mit Dmitrijew und dem ukrainischen Unterhändler David Arachamia für eine
„dauerhafte“ Waffenruhe in der Ukraine ausgesprochen. Als Vorbild könne die
[3][sechstägige Feuerpause in der Stadt Oleschky] in der vergangenen Woche
dienen, sagte die Frau von US-Präsident Trump.
„Jetzt müssen wir den Mut, den wir nach Oleschky gebracht haben, nutzen, um
durch das gemeinsame Mitgefühl für das Leid unschuldiger Menschen eine
Basis des Einvernehmens zu finden“, sagte sie vor Journalisten. „Gemeinsam
können wir etwas schaffen, das dauerhafter ist als eine vorübergehende
Waffenruhe.“
Die aus Slowenien stammende Melania Trump erklärte, sie habe Dmitrijew und
Arachamia Briefe an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den
ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj übergeben. Moskaus Vertreter
Dmitrijew erklärte, er habe sich im Namen Putins bei der US-First-Lady für
ihre „herausragende humanitäre Rolle“ bedankt.
Selenskyj hatte Melania Trump am Mittwoch wegen ihrer Bemühungen um
Oleschky mit einem nationalen Orden ausgezeichnet. Er würdige damit ihren
„bedeutenden persönlichen Beitrag zur humanitären Unterstützung sowie ihr
aktives Engagement für Menschenrechte und Wohltätigkeit“, erklärte das
Präsidentenbüro in Kyjiw.
Die First Lady hatte die begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten
ukrainischen Stadt Oleschky vermittelt, um einen humanitären Einsatz zu
ermöglichen. Die Feuerpause, die bis Sonntag galt, war die längste in dem
seit gut viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die
Ukraine. Melania Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für die
Rückkehr nach Russland verschleppter ukrainischer Kinder starkgemacht.
Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche kommen Unterhändler Russlands, der
Ukraine und der USA in Abu Dhabi zu Dreiergesprächen über ein mögliches
Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zusammen. Es ist das
erste derartige Treffen seit Februar. Im Vorfeld hatte der ukrainische
Präsident Selenskyj in Kyjiw Gespräche mit den US-Sondergesandten Steve
Witkoff und Jared Kushner geführt. (afp)
Selenskyj fort Anpassung an neue politische Machtverhältnisse in den USA
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview zur
Sicherung weiterer Hilfen eine rasche Anpassung an die neuen politischen
Machtverhältnisse in den USA gefordert. Das Land müsse die
parteiübergreifende Unterstützung bündeln, sagte er dem ukrainischen
Fernsehsender TSN. Die Versorgung mit Raketen für das US-Luftabwehrsystem
Patriot habe dabei oberste Priorität. Das US-Außenministerium hatte in der
vergangenen Woche den Verkauf von 500 Patriot-Raketen genehmigt, deren
Lieferung erst für Anfang der 2030er Jahre erwartet wird. (rtr)
Russische Angriffe gehen weiter – ein Toter in Riwne
Ungeachtet der Gespräche in Washington bombardiert Russland weiter die
Ukraine.
Russische Luftstreitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge ein Kraftwerk
nahe der ukrainischen Stadt Sumy bombardiert. Auch eine Militärbrigade in
der Region Saporischschja sei angegriffen worden. Wie russische
Nachrichtenagenturen melden, kam bei dem Angriff eine Bombe vom Typ
FAB-3000 zum Einsatz. Die Agenturen beriefen sich auf das
Verteidigungsministerium in Moskau.
Ukrainische Medien melden für die Nacht zum Freitag Angriffe mit insgesamt
227 Drohnen vom Typ Shahed.
Bei Angriffen auf Einrichtungen der Energieinfrastruktur auf das Gebiet
Kyjiw gab es drei Verletzte. Bei der Bombardierung einer Sporthalle in
Kamianska im Gebiet Dnipro wurde das Gebäude in Brand gesetzt, eine
60-Jährige wurde verletzt. Im westukrainischen Gebiet Riwne nahe der
Grenzen zu Polen und Belarus kam ein Mann bei einem russischen Angriff ums
Leben. Ein Haus sowie ein Lkw wurden zerstört.
Im Süden Russlands wurde eine Ölraffinerie im Gebiet Krasnodar attackiert.
Auch in der autonomen Kaukasus-Republik Adygeja waren Explosionen zu hören.
Beide Angriffe wurden noch nicht offiziell bestätigt. (rtr/taz)
El Mundo: Trump darf Kyjiw nicht in die Kapitulation treiben
Die spanische Zeitung El Mundo befasst sich in einem Kommentar mit den
dreiseitigen Gesprächen zwischen Vertretern aus Kyjiw, Moskau und
Washington, die kommende Woche in Abu Dhabi geplant sind.
„Das Massaker von Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja zeigt, was es
bedeuten würde, der Ukraine einen Frieden zu den Bedingungen Putins
aufzuzwingen. Nur wenige Tage vor Beginn der Verhandlungen in Abu Dhabi,
bei denen Washington seine Vermittlerrolle als Druckmittel einsetzen
könnte, um Kyjiw in die Kapitulation zu treiben, [4][hat die russische
Luftwaffe eine Drei-Tonnen-Bombe auf einen mit Zivilisten gefüllten
Schutzraum abgeworfen.] (…)
Die Verhandlungen in Abu Dhabi müssen zu einem Waffenstillstand führen, der
Moskau verpflichtet, Bombardierungen der Zivilbevölkerung und der
Infrastruktur zu beenden. (…) Letztlich erfordert jedes Abkommen jedoch
Sicherheitsgarantien, die genau festlegen, welche militärische
Unterstützung die Ukraine erhalten wird, falls Putin erneut angreift, und
wer sich verpflichtet, diese zu leisten.
Europa, dessen vorderste Verteidigungslinie heute von Kyjiw gehalten wird,
muss an der Ausgestaltung dieser Garantien mitwirken und seinen Teil dazu
beitragen, dass sie eingehalten werden. Das Ausmaß des jüngsten Massakers
zeigt, wie dringend es ist, Putin aufzuhalten, bevor er seine
imperialistische Offensive auf europäisches Gebiet ausweitet.“ (dpa)
Wadephul reist zu Treffen des Ostseerates nach Warschau
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Freitag zu einem Treffen
des Ostseerats nach Warschau. Bei den Beratungen mit seinen Kolleginnen und
Kollegen aus den Ostseeanrainerstaaten stehen nach Angaben des Auswärtigen
Amts die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die Aktivitäten [5][der
sogenannten russischen Schattenflotte i]m Mittelpunkt. Mit den oft
veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland die
im Zuge des Ukrainekriegs verhängten Handelssanktionen.
Der Ostseerat wurde 1992 gegründet. Dem Gremium gehören derzeit acht
Ostseeanrainerstaaten an – neben Deutschland und Polen sind dies Estland,
Lettland, Litauen, Schweden, Finnland und Dänemark – sowie Norwegen, Island
und die EU-Kommission. (afp)
6 Nov 2026
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