# taz.de -- Niedrigster Oktober-Wert seit 2011: So wenig Asyl-Neuzugänge gab es lange nicht
> Innenminister Dobrindt (CSU) verkauft seine Abschottungsmaßnahmen als
> Ursache für den Rückgang der Asyl-Neuzugänge. Wahrscheinlich sind sie
> aber nicht der einzige Faktor.
(IMG) Bild: Die Grenzen hoch, den Draht gespannt, mehr Politik gab es nie in Deutschland
afp/taz | Die Zahl der Asyl-Neuzugänge in Deutschland ist im vergangenen
Monat auf den niedrigsten Oktoberwert seit 2011 zurückgegangen. Dies
bestätigte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Mittwoch der
Nachrichtenagentur AFP. Demnach lag die Zahl der Asylerstanträge und
Neuzugänge im Rahmen des Asylverfahrens im Oktober bei 5.707 Menschen – ein
Rückgang um 40 Prozent im Vorjahresvergleich und um knapp 70 Prozent
verglichen mit 2024.
Es war außerdem die niedrigste Zahl für einen Oktober seit dem Jahr 2011.
Zuerst hatte die Bild-Zeitung über die Zahlen berichtet.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einer Trendwende:
„Wir drängen die illegale Migration erfolgreich zurück“, sagte er der
Zeitung. Jetzt gehe es darum, diese Entwicklung „dauerhaft zu sichern“ und
„illegale Migration“ zu ordnen, zu steuern und zu kontrollieren, „gemeinsam
mit unseren Partnern auf europäischer Ebene“.
Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte mit Beginn
ihrer Amtszeit im Mai 2025 die Migrationspolitik weiter verschärft.
Dobrindt ordnete dazu verstärkte Grenzkontrollen zu Nachbarländern und
Zurückweisungen an, [1][zum Teil rechtswidrig.] Die Zahl unerlaubter
Einreisen sank seitdem deutlich, auch die Asylanträge gingen zurück.
Auch EU-weit sanken seitdem aber die Zahlen. Die deutschen Kontrollen
können daher nicht die einzige Ursache für den Rückgang sein. Weitere
Faktoren sind wahrscheinlich die ebenfalls verschärften Kontrollen an den
EU-Außengrenzen sowie [2][das Ende des Syrienkriegs als eine wichtige
Fluchtursache.]
## Fast 50.000 Zurückweisungen
Die Zahl unerlaubter Einreisen an den deutschen Grenzen erreichte dabei im
Oktober mit 3.270 Fällen einen neuen Jahrestiefstand, wie die Bundespolizei
am Mittwoch mitteilte. Im September lag die Zahl noch bei 3.668. Es ist
damit auch der niedrigste Stand seit über fünf Jahren: Geringere
Monatswerte gab es zum letzten Mal in den Monaten Mai, Februar und Januar
des Jahres 2021.
In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres stellte die Bundespolizei
40.193 unerlaubte Einreisen an Deutschlands Land-, Luft- und Seegrenzen
fest. Dies waren 12.745 oder rund 24 Prozent weniger als im
Vorjahreszeitraum.
Seit Antritt der schwarz-roten Koalition im Mai 2025 wurden zudem laut
Bundespolizei 47.551 Menschen zurückgewiesen und 2.432 wegen einer
Wiedereinreisesperre am Grenzübertritt gehindert.
In Deutschland finden seit September 2024 Kontrollen an den Landesgrenzen
zu allen Nachbarländern statt. In den Jahren zuvor waren diese wegen der
Migrationslage bereits zu Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz
eingeführt worden.
4 Nov 2026
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