# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Angriffe auf russische Raffinerien ausgesetzt
> Laut „Wall Street Journal“ übt die Ukraine auf Druck von Trump derzeit
> keine Luftschläge gegen petrochemische Anlagen des Gegners aus. Russland
> attackiert die Ukraine aber weiter.
(IMG) Bild: Nach dem verheerenden russischen Drohnenangriff in Dnipro
## Bericht: Die Ukraine setzt Angriffe auf Raffinerien auf Druck der USA
aus
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien auf Druck von
US-Präsident Donald Trump ausgesetzt. Dies berichtet das [1][Wall Street
Journal ] unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die inoffizielle Unterbrechung habe [2][Anfang vergangener Woche begonnen]
und werde voraussichtlich bis nach den US-Zwischenwahlen am 3. November
und möglicherweise noch bis später im November andauern. (rtr)
## Waffenruhe für Oleschky: Hilfstransporte sollen anlaufen
Die von der US-amerikanischen First Lady Melania Trump vermittelte
humanitäre Hilfsaktion für die russisch besetzte Frontstadt Oleschky im
Süden der Ukraine geht in die entscheidende Phase. Nach Angaben der
russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa ist die Route
inzwischen für den Hilfstransport von Minen und Blindgängern geräumt
worden. Zudem wurde ein Zeitplan für die Ausgabe von Hilfsgütern und die
Abreise von evakuierungswilligen Bewohnern der kleinen Ortschaft
veröffentlicht. Lantratowas ukrainischer Gegenpart Dmytro Lubinez muss sich
derweil für seine Reiseroute über Belarus und Russland rechtfertigen.
Von Dienstag bis einschließlich Sonntag gilt eine örtlich begrenzte
Waffenruhe für Oleschky und Umgebung, von der auch die am
gegenüberliegenden Ufer des Flusses Dnipro liegende Gebietshauptstadt
Cherson profitiert. So sollen ansonsten durch Drohnenangriffe und Minen
verhinderte Transporte in und aus der Stadt ermöglicht werden. (dpa)
## Russland: Angriffe auf Militärziele und Energieanlagen in der Ukraine
Russland hat nach eigenen Angaben militärische Einrichtungen in der Ukraine
angegriffen. Dabei sei auch Energieinfrastruktur in und um Kyjiw sowie in
der Region Dnipropetrowsk getroffen worden, teilte das
[3][Verteidigungsministerium in Moskau] auf dem Kurznachrichtendienst
Telegram mit. Zudem seien Hafenanlagen in der Region Odessa sowie
Frachtschiffe beschossen worden. Letztere seien vom ukrainischen Militär
genutzt worden, so das Ministerium. (rtr)
## Russischer Außenminister Lawrow zu G20-Treffen in den USA eingetroffen
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist russischen Staatsmedien
zufolge zu einem Treffen der G20-Außenminister in den USA eingetroffen.
Dies berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am
Freitag. Wie sein Ressort in Moskau tags zuvor mitgeteilt hatte, wird
Lawrow bei dem Treffen auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland
drängen.
Lawrows Teilnahme an dem G20-Außenministertreffen am Freitag und Samstag in
Atlanta im US-Bundesstaat Georgia findet im Vorfeld neuer Gespräche
zwischen Vertretern aus Moskau, Kyjiw und Washington statt. Dabei soll
versucht werden, auf ein Ende des Ukrainekriegs hinzuarbeiten. Zum
Abschluss des Treffens am Samstag wird eine Stellungnahme des US-Vorsitzes
erwartet, aber wegen der unterschiedlichen Ansichten keine gemeinsame
Erklärung, wie es aus Diplomatenkreisen hieß. Zu der G20-Gruppe gehören
neben Deutschland, den USA und Russland unter anderem China, Indien und
Japan. Der nächste G20-Gipfel findet am 14. und 15. Dezember in Miami
statt. (afp/ap)
## Behörden: Ein Toter bei russischem Angriff auf Kyjiw
In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ist bei einem russischen
Raketenangriff am späten Abend nach Behördenangaben ein Mensch getötet
worden. Mehrere Gebäude seien bei dem Beschuss getroffen worden, teilte die
Militärverwaltung der Stadt mit. Ein Feuer sei ausgebrochen. Dem
Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge seien Lagerhallen getroffen worden,
ein Feuer sei ausgebrochen. Herabfallende Trümmer hätten ein Gebäude
beschädigt und einen weiteren Brand ausgelöst. (rtr)
## IAEA: Mitarbeiter von AKW Saporischschja bei Drohnenangriff getötet
Bei einem Drohnenangriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja
ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein
Mitarbeiter getötet worden. Bei dem Opfer handelt es sich demnach um einen
Schweißer der zentralen Reparaturwerkstatt der Anlage. IAEA-Generaldirektor
Rafael Grossi erneuerte seine Forderung nach militärischer Zurückhaltung
rund um das AKW. Wer für den Angriff verantwortlich ist, teilte die IAEA
nicht mit. (rtr)
## Selenskyj: Raketen treffen russische Kampfjets am Boden
Zwei russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34 sind nach ukrainischen
Angaben bei einem Raketenangriff am Boden zerstört worden. „Ich danke euch,
Jungs, für das Ergebnis“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer
Videobotschaft. Zudem sei bei einer weiteren Attacke eine Startrampe für
russische Iskander-Raketen beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen
Marine gab es einen Angriff mit Neptun-Raketen auf den Militärflugplatz
Marinowka im südrussischen Gebiet Wolgograd. Der Fliegerhorst ist über 450
Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet entfernt.
Es wäre bereits der zweite erfolgreiche [4][ukrainische Raketenangriff] auf
einen russischen Militärflugplatz im Oktober. Das russische Militär äußerte
sich nicht dazu. Militärnahe russische Blogger bestätigten den Verlust
indirekt. Unter anderem schrieb der Blogger „Fighterbomber“: „Ich hoffe,
dass die Erkenntnis, dass die Frontluftwaffe weiter und tiefer
zurückgezogen werden muss, die obersten Befehlshaber noch rechtzeitig
erreicht, bevor es nichts mehr gibt, was man zurückziehen könnte.“
Su-34-Jets werden für den Abwurf der gefürchteten Gleitbomben eingesetzt.
Mit Flügelkonstruktionen ausgestattete Gleitbomben werden aus großer Höhe
und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele
abgeworfen. (dpa)
## Selenskyj warnt vor neuen russischen Raketenangriffen
Die Ukraine verfügt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über
Geheimdienstinformationen, wonach Russland neue Angriffe mit ballistischen
Raketen plant. In seiner nächtlichen Videoansprache erneuert er die Bitte
an die westlichen Verbündeten um mehr Waffen zur Luftverteidigung,
insbesondere für das US-System Patriot. „Wir brauchen die Mittel, um all
dieses russische Übel auszuschalten“, sagt Selenskyj. Er lobt zudem die
Zerstörung von zwei russischen Su-34-Kampfbombern und einer Startrampe für
Iskander-Raketen am Donnerstag. Die ukrainische Marine teilt mit, die
beiden Flugzeuge seien auf einem Stützpunkt in der russischen Region
Wolgograd zerstört worden. (rtr)
## Putin warnt vor Eskalation im Ostseeraum
Der russische Präsident Wladimir Putin warnt vor einer Eskalation in der
Ostsee. „Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es keine Gewinner geben“, sagte
er. Russland sei zum Krieg bereit, wolle ihn aber nicht. Er wolle in der
Ostsee keine Situation wie in der Straße von Hormus. Putin unterstütze alle
Schritte zur Wiederherstellung der Beziehungen zu europäischen Ländern,
erklärte er mit Blick auf sein Telefonat mit dem finnischen Präsidenten
Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.
(rtr)
## Russische und ukrainische Vertreter reisen gemeinsam nach Oleschky
Russische und ukrainische Vertreter haben sich nach Angaben belarussischer
Staatsmedien am Donnerstag im belarussischen Gomel getroffen, um von dort
gemeinsam in die südukrainische Region Cherson zu fliegen. Die russische
Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa sagte, sie und ihr Team seien auf
dem Weg in die russisch besetzte Frontstadt Oleschky, um die Lieferung von
Hilfsgütern zu begleiten. Die Vorbereitung der Aktion habe fünf Monate
gedauert.
In und um Oleschky gilt seit Dienstag eine örtliche Waffenruhe zwischen
Russland und der Ukraine. „Die Parteien halten sich vollständig an die
Vereinbarungen, und es wurden keine Verstöße gegen die Waffenruhe
gemeldet“, sagte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez.
Die Hilfslieferungen sollten am Freitag beginnen. (ap)
## Ukraine: 14 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Züge
Nach einem russischen Drohnenangriff auf zwei Personenzüge an einem Bahnhof
in der zentralukrainischen Stadt Dnipro ist die Zahl der Todesopfer auf
mindestens 14 gestiegen. Mindestens 14 weitere Menschen wurden laut
ukrainischen Behördenvertretern bei dem Angriff am Donnerstag verletzt,
darunter ein 40-jähriger Mann, dem die Beine amputiert werden mussten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf der Plattform X
von einem „schrecklichen Angriff“. Nach Angaben der Behörden handelte es
sich um eine Drohne mit Düsenantrieb. Insgesamt setzte Russland nach
ukrainischen Angaben bei seinen jüngsten Angriffen mehr als 110 Drohnen
gegen sieben Orte in der Ukraine ein. (ap)
## Wadephul will „Familienfoto“ mit Lawrow nicht fernbleiben
Außenminister Johann Wadephul will einem möglichen „Familienfoto“ zusammen
mit dem russischen Kollegen Sergei Lawrow beim Treffen der
G20-Außenminister in den USA nicht fernbleiben. Bei Kongressen wie der
Zusammenkunft der großen Industrie- und Schwellenländer am Freitag und
Samstag in Atlanta „ist es automatisch so, dass es gemeinsame Fotos gibt.
Es ist eben eine zentrale Aufgabe von Außenministern, miteinander zu
sprechen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Auftritt mit dem Außenminister
von Panama, Javier Martínez-Acha Vásquez, in der Hauptstadt Panama-Stadt.
Eine Journalistin hatte Wadephul gefragt, welche Symbolik von einem solchen
Foto mit Lawrow im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs gegen die
Ukraine ausgehe. (dpa)
30 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.wsj.com/world/ukraine-pauses-strikes-on-russian-refineries-after-pressure-from-u-s-a9e512f8?mod=hp_lead_pos1
(DIR) [2] /Diesel-Deal-mit-Putin/!6220524
(DIR) [3] /Ukraine-als-Ziel-russischer-Humanisten/!6223794
(DIR) [4] /Ukrainische-Ruestungsindustrie/!6218651
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