# taz.de -- Krise der Autoindustrie: 5,82 Milliarden Euro Verlust für VW
> Für Europas größten Autohersteller läuft es im dritten Quartal noch
> schlechter als erwartet. Was die Gründe sind.
(IMG) Bild: Milliardenverluste, Arbeitskampf, Umbau – Volkswagen zeigt aktuell nur einen Abglanz früherer Stärke: Stammwerk in Wolfsburg
dpa | Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung, schwache Geschäfte in
China und [1][Kosten für den Konzernumbau] haben Volkswagen im dritten
Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Konzernergebnis nach Steuern
lag in den Monaten Juli bis September bei rund minus 5,82 Milliarden Euro,
wie der Autohersteller mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte VW ebenfalls
einen Fehlbetrag gemeldet, damals waren es gut 1,07 Milliarden Euro.
Wesentlicher Grund für das Minus waren Sondereffekte von 7,8 Milliarden
Euro. Außerdem belasteten den Angaben nach das schwache Marktumfeld [2][in
China], der weltweit zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck sowie der
gestiegene Anteil von margenschwächeren E-Autos an den Verkäufen. Der
Umsatz des Konzerns sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,28
Milliarden Euro.
Besonders stark schlägt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und
Geländewagentochter Porsche zu Buche. Sie beläuft sich den Angaben zufolge
auf rund 6,4 Milliarden Euro. Die Wertberichtigung ist nicht
zahlungswirksam, belastet aber den operativen Gewinn von VW deutlich.
Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung der
Stuttgarter.
Bereits ein Jahr zuvor war die Lage bei Porsche einer der Hauptgründe für
den Quartalsverlust. Die Luxusmarke, einst eine Gewinnperle des Konzerns,
steckt schon länger in der Krise. Belastend wirkten insbesondere der
Einbruch beim China-Geschäft, die US-Zollpolitik und Kurskorrekturen bei
der Elektro-Strategie. Zuletzt hatten sich die Geschäftszahlen von Porsche
stabilisiert.
## Immer weniger Verkäufe
Die Verkäufe gingen im Gesamtkonzern weiter zurück: Von Juli bis September
lieferte VW 1,89 Millionen Fahrzeuge aus – und damit fast 14,3 Prozent
weniger als ein Jahr zuvor. Insbesondere im wichtigen Markt China steht VW
erheblich unter Druck. Dort verkauften die Wolfsburger im dritten Quartal
knapp 406.000 Fahrzeuge (minus 38,5 Prozent). Bis Ende September übergaben
die Marken des Konzerns gut 6 Millionen Fahrzeuge an ihre Kunden. Das waren
9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Das VW-Management um Konzernchef Oliver Blume hatte die Gewinnprognose für
das laufende Jahr bereits Mitte September deutlich gesenkt. Vom Umsatz soll
im laufenden Jahr höchstens noch ein Prozent als operativer Gewinn übrig
bleiben. Zuvor hatte VW eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. 2025
hatte die operative Rendite 2,8 Prozent betragen.
Der Umsatz soll 2026 rund 315 Milliarden Euro erreichen. Das wäre in der
Mitte der bisherigen Prognosebandbreite. Die Erwartungen hatte der Konzern
bereits im Juli gekappt. Statt einem Umsatzplus von bis zu 3 Prozent
gegenüber dem Vorjahr erwartet Volkswagen im besten Fall nur noch eine
stabile Entwicklung. Es könnten aber auch bis zu 3 Prozent weniger Erlös
werden. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 321,9 Milliarden Euro.
29 Oct 2026
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