# taz.de -- Verfassungsschutz: Generation unter Beobachtung
> Vor den bundesweiten Schülerprotesten warnt der Verfassungsschutz vor
> linksextremistischem Einfluss. „Gen Z regelt“ betont, ihr Protest sei
> friedlich.
(IMG) Bild: Schüler demonstrieren im September 2026 in Berlin gegen die Wehrpflicht. Für Samstag sind erneut Jugendproteste angekündigt
AFP | Der Verfassungsschutz hat vor einer möglichen Instrumentalisierung
der für Samstag geplanten bundesweiten Jugendproteste durch
linksextremistische Gruppen gewarnt. „In den sozialen Medien werden derzeit
Beiträge unter Slogans wie ‚[1][Gen Z regelt]‘ verbreitet, die zu
bundesweiten Schülerprotesten aufrufen“, erklärte die Behörde auf Anfrage
des Handelsblatts (Mittwochsausgabe). Neben überwiegend
nichtextremistischen Akteuren griffen auch „Teile der linksextremistischen
Szene“ die Aufrufe auf. Vereinzelt beteiligten sich zudem „Gruppierungen
aus dem auslandsbezogenen Extremismus“ an der Mobilisierung.
Es gehöre zur bekannten Vorgehensweise linksextremistischer Akteure,
„vorhandene und legitime demokratische Diskurse zu beeinflussen, diese um
ihre ideologischen Positionen zu ergänzen und gesellschaftlichen Protest zu
radikalisieren“, erklärte der Verfassungsschutz weiter. Deshalb beobachte
man die Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit.
Wer zum Protest aufruft
Für kommenden Samstag (31. Oktober) hat unter anderem die Initiative „GenZ
regelt“ zu bundesweiten Protesten in 24 Städten aufgerufen. Sie fordert
unter anderem mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, Klimaschutz,
ein bezahlbares Leben und wendet sich gegen eine mögliche Wehrpflicht. In
ihrem Aufruf verwies sie auch auf die Jugendproteste unter anderem in
Frankreich und anderen Ländern.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums überwacht der Verfassungsschutz
verstärkt einschlägige Internetseiten und soziale Netzwerke. Dort könnten
„Aufrufe zur gewaltsamen Teilnahme oder zur Nutzung der Demonstrationen zur
Verbreitung von Gewalt geteilt werden“, sagte ein Ministeriumssprecher der
Zeitung. Zugleich betonte das Ministerium, dass zwischen friedlichen
Schülerprotesten und gewaltbereiten Extremisten, die solche Versammlungen
für ihre Zwecke missbrauchten, klar unterschieden werden müsse.
Bundes- und Landesbehörden tauschen sich nach Angaben des Innenministeriums
eng über mögliche Gefahren aus, unter anderem im [2][Gemeinsamen
Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum]. Die Bundespolizei soll die
Länder bei Bedarf unterstützen. „Personen, die zur gewaltsamen Teilnahme an
den Demonstrationen einreisen wollen, werden bereits an der Grenze von der
Bundespolizei zurückgewiesen“, sagte der Ministeriumssprecher.
28 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://genz-regelt.de/
(DIR) [2] https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Kooperationen/GETZ/getz_node.html
## TAGS
(DIR) Verfassungsschutz
(DIR) Wehrpflicht
(DIR) Demonstrationen
(DIR) Generation Z
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gen-Z-Proteste: Halbstarke in Turnschuhen
Politiker von Union bis AfD betonen die Herkunft der Krawallmacher vom
Wochenende. Viel wichtiger scheint das Geschlecht der Randalierer zu sein.
(DIR) Berlin-Demo von „Gen Z regelt“: „Wir fühlen uns von der Politik nicht ernst genommen“
Die OrganisatorInnen der Berliner Demonstration von „Gen Z regelt“ erklären
die Zielrichtung ihres Protests – und versprechen einen friedlichen Ablauf.
(DIR) „Gen Z regelt“-Proteste: Keiner muss an Halloween auf die Straße gehen
Nach den Unruhen von Paris und Mailand fragte die Presse unablässig nach
hiesigen Protesten. Niemand muss diese Erwartungshaltung erfüllen.
(DIR) Jurist über Gen-Z-Proteste: „Politiker nehmen Einschüchterung bewusst in Kauf“
CDU und Polizeigewerkschaft drohen bei den Gen-Z-Protesten mit einer
Polizei ohne Gnade. Der Jurist Michael Plöse erklärt, was solche Äußerungen
anrichten.
(DIR) Gen Z regelt Berlin: Eine Bewegung formiert sich
In Berlin werden tausende Schüler:innen zum Gen-Z-Protest erwartet. Eine
neu gegründete Initiative trifft dabei auf bestehende linksradikale
Strukturen.
(DIR) Jugendproteste am 31. Oktober: Wer ist „Gen Z regelt“ und was wollen sie?
Die Initiative ruft bundesweit zu Demos auf. Obwohl sie Gewalt ausschließt,
werden Verbote gefordert. Grüne Jugend und Linksjugend solidarisieren sich.