# taz.de -- Berlin-Demo von „Gen Z regelt“: „Wir fühlen uns von der Politik nicht ernst genommen“
       
       > Die OrganisatorInnen der Berliner Demonstration von „Gen Z regelt“
       > erklären die Zielrichtung ihres Protests – und versprechen einen
       > friedlichen Ablauf.
       
 (IMG) Bild: Am Ku’damm geht die Angst um: Luxusgeschäfte verbarrikadieren sich
       
       [1][Auf der bundesweiten Website von „Gen Z regelt“] läuft ein Countdown:
       Er zählt die Stunden, Minuten und Sekunden bis zum Start der
       Demonstrationen in bislang 34 deutschen Städten herunter. Berlin gehört zu
       den vier Städten, in denen [2][die noch sehr diffuse, aus
       Social-Media-Netzwerken hervorgegangene Protestbewegung] nach eigener
       Aussage selbst Kundgebungen angemeldet hat sowie Inhalte und Ablauf
       organisiert. Laut einem weiteren Zähler wollen hier am Samstag mehr als
       10.000 Personen um 14 Uhr zum Platz des 18. März am Brandenburger Tor
       kommen.
       
       In einem Zoom-Meeting erklärten die Berliner OrganisatorInnen am Freitag,
       wer sie sind und worum es ihnen geht. Sprecherin Veronika Dinter sagte,
       viele in ihrer Generation müssten „um den letzten Cent feilschen“. Schulen
       und Unis verfielen und Studiengänge würden gestrichen, der Schutz des
       Klimas gerate aus dem Blick – und gleichzeitig stecke die Bundesregierung
       Abermilliarden in die Militarisierung.
       
       Durch die Wiedereinführung der Wehrpflicht solle die Jugend wieder „Zucht
       und Ordnung“ sowie die Handhabung von Waffen lernen, während „wir uns kaum
       eine Wohnung leisten können“. Und auch wenn es nicht als Teil der im Netz
       veröffentlichten Kernforderungen auftauche, bewegten „Krieg und Genozid in
       Palästina, die unsere Generation live auf Social Media verfolgen können“,
       die TeilnehmerInnen.
       
       Die Proteste junger Menschen in Frankreich, Serbien oder Albanien seien
       dagegen ein Hoffnungsschimmer, so Dinter, und auch in Deutschland könne die
       Gen Z damit beginnen, „sich ihre Zukunft zurückzuholen“. Es handele sich um
       ein Bündnis, dass es „in dieser Diversität nie gegeben habe“.
       
       ## Viele zum ersten Mal politisch aktiv
       
       Laut Kaja Schwab, Studentin an der Humboldt-Universität und nach eigener
       Aussage Teil eines rund 30-köpfigen Orga-Teams, sind die meisten der jungen
       Menschen, die als „Gen Z regelt“ auf die Straße gehen wollen, zum ersten
       Mal in ihrem Leben politisch aktiv. Andere hätten allerdings durchaus
       Demonstrations-Erfahrungen: Sie selbst sei schon mit Fridays for Future auf
       die Straße gegangen. „Uns alle eint das Gefühl, dass wir von der Politik
       nicht ernst genommen werden“, so Schwab.
       
       Zum Ablauf der Demo am Brandenburger Tor erläuterte Helen Britt, eine
       weitere Sprecherin, dass es ein Sicherheitskonzept gebe und ausreichend
       OrdnerInnen zur Verfügung stünden. Alle sollten sich solidarisch und
       deeskalierend verhalten, ein Awareness- und ein Sanitäts-Team würden
       unterwegs sein. „Wir werden am Anfang noch einmal sagen, warum uns wichtig
       ist, dass niemand Gewalt ausübt“, so Britt.
       
       Im Vorfeld der Demo am Halloween-Tag ist viel über Ausschreitungen
       spekuliert worden. Am Ku’damm haben einige Geschäfte für Luxuswaren
       Holzplatten vor ihre Schaufenster geschraubt. Die Polizei teilte allerdings
       [3][im Gegensatz zu Warnungen des Bundesamts für Verfassungsschutzes] mit,
       es lägen ihr „keine belastbaren Erkenntnisse über gezielte extremistische
       Einflussnahme oder Steuerung der Gruppierung“ vor.
       
       Trotzdem scheint die Angst vor ausufernden Protesten groß zu sein: Rund
       1.000 Einsatzkräfte würden auf die DemonstrantInnen aufpassen, hieß es. Für
       eine um 17.30 Uhr am Rosenthaler Platz angemeldete Demo unter dem Motto
       „Gen Z hat genug“ sei „Gen Z regelt“ dagegen nicht verantwortlich,
       erklärten die Sprecherinnen. Dort werden laut Polizei mindestens 500
       Menschen erwartet, der Veranstalter sei dem linken Spektrum zuzuordnen.
       
       30 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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