# taz.de -- Stimmauszählung nach der Wahl in Israel: Netanjahus Block weiterhin in Führung
       
       > Nach der Auszählung von knapp 80 Prozent aller Stimmen liegt Netanjahus
       > Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Wer künftig Israel regieren wird,
       > bleibt offen.
       
 (IMG) Bild: Weiter siegesgewiss: Benjamin Netanjahu spricht am Mittwoch nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse
       
       ## Knapp 80 Prozent der Stimmen ausgezählt
       
       Nach der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Auszählung von rund 77 Prozent
       der Stimmen seinen Vorsprung gefestigt. Eine klare Mehrheit erreicht das
       Lager aber nicht. Laut israelischen Medienberichten kommt es nach
       gegenwärtigem Stand auf 54 der 120 Sitze in der Knesset, das gegnerische
       Lager von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot erreicht demnach 49 Sitze. Für eine
       Mehrheit wären 61 Sitze nötig.
       
       Netanjahus Likud-Partei wurde den Angaben zufolge stärkste Kraft mit 27
       Parlamentssitzen. Dahinter liegt die Mitte-Partei Jaschar von Eisenkot, die
       demnach auf 22 Sitze kommt. Die arabischen Parteien kommen nach
       gegenwärtigem Stand auf zusammen 17 Sitze. Eisenkot wäre für die Bildung
       einer Regierung auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen, was
       aber mehrere Parteien der Opposition bislang ablehnten. Netanjahu rief
       derweil zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne
       Beteiligung der arabischen Parteien auf.
       
       Die Regierungsbildung und wer den künftigen Ministerpräsidenten stellen
       wird, ist noch ungewiss. (dpa)
       
       ## Arabische Parteien wollen Netanjahus Ablösung ermöglichen
       
       Ein Bündnis arabisch geprägter Parteien ist nach eigenen Angaben bereit,
       den Weg für die Ablösung der rechtsreligiösen Regierung von
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu ebnen. Der Vorsitzende der
       Vereinten Liste, Jussef Dschabarin, sagte am Tag nach der Parlamentswahl:
       „Die Regierung von Netanjahu und (dem rechtsextremen Polizeiminister
       Itamar) Ben-Gvir hat jedem arabischen Bürger das Leben zur Hölle gemacht.“
       
       Er nannte die Unterstützung der israelischen Wähler für die arabischen
       Parteien „historisch“. Nach Auszählung der meisten Stimmen kommen die
       islamisch-konservative Raam-Partei und die Vereinte Liste auf 19 von 120
       Sitzen im Parlament. Sie könnten Zünglein an der Waage werden, weil weder
       das Lager Netanjahus noch das Lager seiner Rivalen um Ex-Militärchef Gadi
       Eisenkot bislang eine Mehrheit erzielt hat.
       
       „Wir werden unsere politische Stärke zu nutzen wissen, um die Werte
       voranzubringen, an die wir glauben“, sagte Dschabarin. „Wir sind bereit,
       den Weg für die Ablösung der Regierung von Netanjahu, Ben-Gvir und
       (Finanzminister Bezalel) Smotrich zu ebnen – und sie nach Hause zu
       schicken.“
       
       Rund ein Fünftel der israelischen Bevölkerung ist arabisch. Die meisten
       sind Nachkommen jener Palästinenser, die nach der Staatsgründung Israels
       und dem Krieg von 1948 im Land geblieben waren. Als israelische
       Staatsbürger haben sie auch das Wahlrecht. Ihre engen familiären und
       kulturellen Verbindungen zu den Palästinensern im Gazastreifen und im
       Westjordanland sorgen jedoch bei Teilen der jüdischen Bevölkerung für
       Misstrauen. In der israelischen Politik gibt es eine Art „Brandmauer“
       rechter jüdischer Parteien gegenüber den arabischen Parteien. Einige sehen
       in ihnen eine fünfte Kolonne der Palästinenser. (dpa)
       
       ## Zwei Drittel der Stimmen ausgezählt – Netanjahu vorn
       
       Nach der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Auszählung von rund 66 Prozent
       der Stimmen seinen Vorsprung gefestigt. Eine klare Mehrheit erreicht das
       Lager aber nicht. Laut israelischen Medienberichten kommt es nach
       gegenwärtigem Stand auf 54 der 120 Sitze in der Knesset, das gegnerische
       Lager von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot erreicht demnach 48 Sitze. Für eine
       Mehrheit wären 61 Sitze nötig.
       
       Netanjahus Likud-Partei wurde den Angaben zufolge stärkste Kraft mit 27
       Parlamentssitzen. Dahinter liegt die Mitte-Partei Jaschar von Eisenkot, die
       demnach auf 21 Sitze kommt. Die arabischen Parteien kommen nach
       gegenwärtigem Stand auf zusammen 18 Sitze. Eisenkot wäre für die Bildung
       einer Regierung auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen, was
       aber mehrere Parteien der Opposition bislang ablehnten. Netanjahu rief
       derweil zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne
       Beteiligung der arabischen Parteien auf. (dpa)
       
       ## Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien
       
       Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten in Israel, Jair Golan, hat
       nach der Wahl zur Bildung einer Koalition mit den arabischen Parteien
       aufgerufen. Der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
       habe verloren, sagte Golan nach Angaben seines Büros. Die Opposition habe
       insgesamt mehr Stimmen als das rechtsreligiöse Lager Netanjahus.
       
       „Wir haben hier keine Zukunft, wenn wir nicht aufhören, Angst zu haben“,
       sagte der Vorsitzende der Demokraten. „Und wenn wir dem Rassismus kein Ende
       setzen. Wir dürfen Netanjahus rassistische Unterscheidung zwischen
       jüdischen und arabischen Stimmen nicht länger hinnehmen.“ Wer versuche, die
       Stimmen arabischer Bürger auszulöschen, kapituliere vor Netanjahu und gebe
       Israel auf.
       
       In der israelischen Politik gibt es eine Art „Brandmauer“ rechter jüdischer
       Parteien gegenüber den arabischen Parteien. Einige sehen in ihnen eine
       fünfte Kolonne der Palästinenser.
       
       „In Netanjahus Lager sitzen 16 Knesset-Abgeordnete nicht zionistischer
       ultraorthodoxer Parteien, die sich für eine massenhafte Verweigerung des
       Militärdienstes einsetzen, während unsere Kinder kämpfen und sterben“,
       sagte Golan. „Von ihnen lassen wir uns keine Vorträge über Zionismus
       halten.“
       
       Er rief die Opposition auf, „gemeinsam mit den arabischen Bürgern Israels
       eine Regierung des Wandels zu bilden – eine Regierung, die allen
       israelischen Bürgern dient“. Er appellierte an die anderen Mitglieder des
       Lagers um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot: „Was wir jetzt brauchen, ist Mut.
       Wir brauchen Führungsstärke. Wir müssen aufhören, Angst zu haben, und
       endlich anfangen zu handeln.“ (dpa)
       
       ## Trump: Unterstützung für Netanjahu hat diesem bei Wahl in Israel sehr
       geholfen
       
       US-Präsident Donald Trump hat nach der Parlamentswahl in Israel die
       Bedeutung seiner Unterstützung für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
       betont. „Ich glaube, als die Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr
       geholfen“, sagte Trump am Mittwoch mit Blick auf Netanjahu zu Reportern an
       Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Trump hatte sich vor der Wahl
       mehrfach hinter Netanjahu gestellt, beide gelten als enge Verbündete. (afp)
       
       ## Israels Wahlbehörde: Nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen führt
       Netanjahus Block
       
       Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung der Hälfte aller
       Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef
       [1][Benjamin Netanjahu] vor dem Block der Opposition. Nach Angaben der
       israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und
       ihre Verbündeten nach Auszählung von 50,1 Prozent der Stimmzettel auf 56
       der 120 Sitze im Parlament. Das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot
       kommt demnach auf 49 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 15.
       
       Diese Teilergebnisse können sich allerdings noch erheblich ändern. Mehrere
       Nachwahlbefragungen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden
       Lagern prognostiziert, [2][bei dem keines von ihnen eine parlamentarische
       Mehrheit erhält]. Laut Nachwahlbefragungen der beiden großen Fernsehsender
       Channel 11 und Channel 13 kamen beide Bündnisse auf jeweils 51 Sitze.
       
       Die Abstimmung [3][gilt als Richtungswahl] in dem stark gespaltenen Land.
       Wichtigste Themen bei der Wahl waren die Aufarbeitung des Hamas-Überfalls
       vom 7. Oktober 2023, radikale Siedler und Gewalt im Westjordanland sowie
       der Wehrdienst für ultraorthodoxe Juden. (afp)
       
       ## Netanjahu weiter siegesgewiss
       
       In der Wahlnacht erklärte Netanjahu in Jerusalem, der rechte Block mit
       seiner Likud-Partei verfüge über eine klare und entscheidende Mehrheit „in
       der jüdischen Bevölkerung und bei all jenen, die den Staat unterstützen“.
       Er forderte eine „rechtsgerichtete, nationale, starke Regierung“ und warnte
       vor einem möglichen Bündnis der Gegner mit den arabischen Parteien, denen
       er eine israelfeindliche Haltung vorwarf.
       
       Mit Blick auf den verfeindeten Iran erklärte Netanjahu, er sei fest
       entschlossen, gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump die iranische
       Bedrohung ein für alle Mal zu beenden. (kna)
       
       Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.
       
       28 Oct 2026
       
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