# taz.de -- Justizministerin skeptisch: „Viele Fragezeichen“ bei Gesetz gegen Vergesellschaftungen
> Innenminister Dobrindt plant hohe Hürden, um Wohnungen zu
> vergesellschaften. Justizministerin Hubig hat da noch Klärungsbedarf.
(IMG) Bild: Justizministerin Hubig auf einer Konferenz zu bezahlbarem Wohnen
dpa Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sieht noch erheblichen
Klärungsbedarf bei dem [1][geplanten Gesetz der Bundesregierung, das
Vergesellschaftungen] erschweren soll. „Es gibt noch viele Fragezeichen –
und natürlich ist die Debatte nicht zu Ende. Ich nehme die
verfassungsrechtlichen und politischen Bedenken gegen das Vorhaben ernst“,
sagte die SPD-Politikerin dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Hubig machte zugleich deutlich, dass sie sich dem Gesetz nicht verschließt.
„Gleichzeitig ist für mich klar: Wenn etwas im Koalitionsausschuss
beschlossen wurde, dann sind alle gut beraten, sich konstruktiv
einzubringen und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Das ist meine Linie“,
betonte sie.
Eckpunkte für das Gesetz sind laut Bundesregierung fertig. Unter anderem
soll demnach eine Vergesellschaftung zum Beispiel von Mietwohnungen nur
dann überhaupt möglich sein, wenn nachgewiesen wird, dass dies zwingend
notwendig ist und alle anderen Mittel wie Investitionen und Förderung von
Wohnungsbau ausgeschöpft sind. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
hatte der Bild-Zeitung gesagt: „Wir werden in einem
Investitionsschutzgesetz deutlich machen, dass willkürlicher linker
Vergesellschaftungs-Fetisch mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.“
## Justizministerin hält Berliner Weg für ungeeignet
Die angestrebte Koalition von Linken, Grünen und SPD in Berlin will große
private Wohnungsbestände vergesellschaften. Wie aus ihrem Sondierungspapier
hervorgeht, wollen die Parteien in der Hauptstadt gegen private
Wohnungskonzerne mit einem Bestand von mehr als 10.000 Wohnungen vorgehen.
Sie planen dabei mit Entschädigungskosten von 16 Milliarden Euro, was unter
dem Verkehrswert der Wohnungen liegen dürfte.
Hubig hält das Vorgehen von [2][Linken, Grünen und SPD in Berlin] für
ungeeignet. Sie verwies auf viele Milliarden an Entschädigungen und eine
jahrelange Rechtsunsicherheit. „Besser wäre es, das Geld in den Neubau von
günstigen Wohnungen zu investieren. Außerdem müssen wir unser soziales
Mietrecht weiter stärken“, sagte sie zu möglichen Alternativen.
27 Oct 2026
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