# taz.de -- „Jungle World“-Autor und AfD-Mitglied: Rechter Autor, linkes Medium
> Thomas K. Gugler ist jahrelanger Autor der „Jungle World“ – und
> anscheinend auch AfD-Mitglied. Das offenbaren die AfD-Leaks.
(IMG) Bild: Ein rechter Autor, der für eine linke Veröffentlichung schreibt, die Islamophobie befeuert und in der AfD ist, ist aufgeflogen
Mehr als 400.000 E-Mails aus der internen Kommunikation der AfD, insgesamt
rund 280 Gigabyte Daten: Die von einer anonymen Hacker*innengruppe
verbreiteten Daten in den AfD-Leaks ermöglichen zahlreiche Einblicke in
interne Streitigkeiten, personelle Verflechtungen und die Geschichte der
Partei. Die Datenleaks und die dazugereichten Zusammenfassungen mit
künstlicher Intelligenz sind aber nur die eine Sache. Jetzt liegt es an
Journalist*innen und Datenanalyst*innen, diese Daten zu überprüfen und
aus ihnen Geschichten herauszuarbeiten.
Eine Geschichte davon betrifft Thomas K. Gugler. Gugler ist laut den
E-Mails in den Leaks langjähriges AfD‑Mitglied und schreibt gleichzeitig
Artikel für die linke Zeitung Jungle World. Laut der Website der Zeitung
seit 2019 regelmäßig. Viele seiner Beiträge beschäftigen sich mit Pakistan.
Medien interviewten ihn in seiner Position als Religionswissenschaftler an
der Goethe-Universität Frankfurt mit seinem Schwerpunkt Islam. So zitierte
ihn unter anderem die taz 2022 in dieser Funktion.
Die mögliche AfD-Mitgliedschaft war bislang öffentlich nicht bekannt. Aus
den geleakten E-Mails geht hervor, dass Gugler 2017 in die Partei
aufgenommen worden sein soll. Außerdem soll er sich 2018 und 2022 auf zwei
unterschiedliche Referentenstellen bei der AfD‑Geschäftsstelle in
Nordrhein-Westfalen beworben haben. Das Recherchekollektiv Busters sieht in
den Leaks Hinweise auf ein Engagement, das über eine bloße
Parteimitgliedschaft hinausgehen könnte.
Auf Anfrage der taz zur AfD‑Mitgliedschaft eines ihrer Autoren erklärte die
Jungle World: „Über seine Mitgliedschaft war uns bisher nichts bekannt.“
Die Zeitung verwies zugleich auf ihre grundsätzliche Haltung zum Umgang mit
Autorinnen und Autoren, die der AfD angehören oder der Partei nahestehen:
„Grundsätzlich gilt: Stellt sich heraus, dass ein Autor oder eine Autorin
AfD-Mitglied ist oder der Partei nahesteht, beenden wir die
Zusammenarbeit.“
## Politische Nähe zur AfD auf Social Media
Hinweise auf politische Nähe finden sich auch in Guglers öffentlichen
Aktivitäten in sozialen Medien. Auf Facebook teilt er neben eigenen Texten,
die überwiegend in der Jungle World, aber auch in anderen Medien wie der
Wissenschaftszeitschrift Anthropos erschienen sind, unter anderem einen
Beitrag von Julian Reichelt, heute Chefredakteur des rechten Hetzportals
Nius, und des Berliner AfD-Abgeordneten Julian Adrat.
Auch in den Kommentaren zu einem seiner jüngsten Beiträge verweist Gugler
auf einen Artikel des neu gegründeten Magazins Glut. Dessen Gründer haben
zuvor die rechte Plattform Nius verlassen. Das neue Onlinemedium wird von
der rechten Zeitung Junge Freiheit als eine Art „Correctiv von rechts“
bezeichnet.
Wie belastbar die Hinweise aus den AfD-Leaks sind, ist eine zentrale Frage.
Für die Echtheit zumindest von Teilen des Datenbestands sprechen mehrere
Anhaltspunkte. [1][Die taz hat etwa übereinstimmende Presseanfragen in den
Daten gefunden]. Auch der Spiegel berichtete bereits, dass Teile des Leaks
bestätigt werden konnten.
Der Datenbestand lässt sich von allen selbst durchsuchen. Auf der Website
[2][goebbelmail.com] etwa werden die E-Mails in Form eines durchsuchbaren
Posteingangs dargestellt.
26 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Erkenntnisse-aus-dem-AfD-Leak/!6224078
(DIR) [2] https://goebbelmail.com/#/mail
## AUTOREN
(DIR) Ann-Kathrin Leclere
## TAGS
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