# taz.de -- Geleakte AfD-Mails: Folgen jetzt mal Konsequenzen?
       
       > Zehntausende geleakte interne Mails belegen nochmals, was ohnehin im
       > Großen und Ganzen bekannt ist. Was folgt jetzt daraus?
       
 (IMG) Bild: Beweise haben wir genug, nur an Konsequenzen, da mangelt es
       
       Es sind Zehntausende interne Mails der AfD, [1][die nun öffentlich sind].
       Nachrichten, die teils Jahre zurückliegen, einige aber auch nur wenige
       Wochen. Noch gibt es keinen finalen Überblick über die Inhalte, noch muss
       vieles geprüft werden. Aber das Bild, das sich schon jetzt abzeichnet, ist
       das einer Partei, in der rassistische Ausfälle zum normalen Ton gehören, in
       der mit NS-Referenzen gespielt, mit rechtsextremen Gruppen gekumpelt wird,
       Reisen nach Russland geplant oder auch kreative Umgänge mit Parteispenden
       besprochen werden.
       
       Nichts davon erschüttert das Bild, das es bisher von der AfD gibt. Im
       Gegenteil: Genau dieses Bild gibt es seit Jahren. Denn die AfD versteckt ja
       nichts. Man muss ihren Funktionären nur zuhören, wie sie Menschen „in
       Anatolien entsorgen“ wollen oder „wohltemperierte Grausamkeit“ ankündigen.
       Man kann ihnen offen zusehen, wie sie den Prediger der „Remigration“,
       Martin Sellner, hofieren oder wie sie ihren Verwandten Jobs auf
       Steuerzahlerkosten verschaffen. Nichts davon geschieht im Geheimen.
       
       Und all dies ist seit Jahren nicht nur durch Einstufungen des
       Verfassungsschutzes dokumentiert, sondern auch zuletzt in einem
       [2][akribischen Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte], das zum
       Ergebnis kam, dass die AfD verfassungsfeindlich ist.
       
       Die Frage ist: Was folgt daraus? [3][Ein Parteiverbotsverfahren?] Ein
       Entzug der Parteienfinanzierung? Ein Vorgehen gegen besonders radikale
       Landesverbände? Die bittere Antwort: Nichts folgt bisher daraus.
       
       Was durch das Nichtstun aber durchaus folgt: eine immer weiter
       fortschreitende Normalisierung der AfD, die dafür sorgt, dass die Partei in
       Sachsen-Anhalt kurz vor ihrer ersten Landesregierung steht. Trotz aller
       Selbstentlarvungen der AfD, die in den jetzt geleakten Mails nochmals
       dargeboten werden. Oder wegen.
       
       Was braucht es noch, um aufzurütteln? Um zumindest mal eine Arbeitsgruppe
       einzusetzen, die ein Verbotsverfahren prüfen soll? Dies zu tun, liegt in
       der Verantwortung von Bundesrat, Bundestag oder Bundesregierung. Handelt
       endlich!
       
       21 Oct 2026
       
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