# taz.de -- Neue Umfrage in Brandenburg: Woidke sollte Platz für Wilke machen
> Die AfD hat die 40-Prozent-Grenze durchbrochen und könnte mit dem BSW
> eine Regierung bilden. Höchste Zeit für die SPD, Woidkes Nachfolge zu
> regeln.
(IMG) Bild: Dietmar Woidke (rechts) bei der Ernennung von René Wilke als Innenminister im Mai 2025
Am Dienstag stellt sich Dietmar Woidke in Cottbus einem Bürgerdialog.
[1][„Zur Sache, Brandenburg!“] lautet das Motto, die Themen sind der
Strukturwandel in der Lausitz und die Digitalisierung. Themen, bei denen
Brandenburg auf Kurs ist.
Noch kommt der SPD-Mann Woidke als Ministerpräsident zu solchen Terminen.
Wenn ihm aber am Erfolg des Strukturwandels im Besonderen und der
Zukunftsfähigkeit Brandenburgs im Allgemeinen liegt, sollte Woidke eher
früh als später Platz machen für einen Nachfolger.
Denn nicht nur im strukturschwachen Sachsen-Anhalt droht die Machtübernahme
der rechtsextremen AfD, sondern auch im wirtschaftlich erfolgreichen
Brandenburg. [2][Laut der jüngsten Umfrage von Insa] kommt die AfD auf 40
Prozent, während die SPD nur noch bei 20 Prozent liegt. Die mit der SPD
regierende CDU käme auf 9 Prozent, gleichauf mit der Linken. Auch die
Grünen wären mit 7 Prozent im Landttag.
Weil auch das BSW mit 7 Prozent wieder in den Landtag einziehen würde, wäre
eine Koalition zwischen AfD und BSW möglich. Eine Albtraumkonstellation,
die den anhaltenden Aufschwung im Land jäh ausbremsen könnte. Wer will
schon in die Lausitz kommen, wenn die Willkommenskultur von einer
Wagenburgmentalität abgelöst werden würde.
## Woidke muss handeln
Dietmar Woidke, das gehört zur Ambivalenz dieses Stimmungsbildes, ist noch
immer der beliebteste Politiker im Land. 46 Prozent der Befragten finden,
dass er einen guten Job macht. 67 Prozent dagegen sind mit der
Landesregierung unzufrieden – die schlechten Werte der SPD und der CDU im
Bund lassen grüßen.
Doch die Beliebtheit von Woidke wird Brandenburg bei den kommenden
Landtagswahlen 2029 nicht mehr helfen. Noch einmal wird Woidke nicht
antreten und die Wahl mit dem Slogan „Wenn Glatze, dann Woidke“ gewinnen
können.
Zeit also, seinen Nachfolger nicht erst auf den letzten Drücker ins Rennen
zu schicken, wie es die CDU in Sachsen-Anhalt gemacht hat. Und da hat
Sozialminister René Wilke die Nase vorn. Ihm trauen 13 Prozent der
Brandenburger die Woidke-Nachfolge zu. Wissenschaftsministerin Manja Schüle
und Finanzminister Daniel Keller sind mit 5 und 3 Prozent abgeschlagen.
Das ist ein Wert, auf dem Wilke aufbauen kann, zumal die zugewandte und
moderierende Art des ehemaligen Oberbürgermeisters von Frankfurt (Oder) bei
den Menschen ankommt. Denn noch ist Brandenburg nicht verloren. Laut
[3][Bandenburg-Monitor von Forsa] sind 87 Prozent der Menschen im Land mit
dem eigenen Leben zufrieden.
Es sind die Zukunftsängste, die die Brandenburger umtreiben. Einer, der
zuhören und anpacken kann, ist also gefragt, um diese Zukunftslücke zu
schließen.
Als Arbeitsminister ist Wilke zuletzt wenig in Erscheinung getreten. Als
Ministerpräsident könnte er durchstarten. Als Politiker, der vielleicht als
Einziger eine Erzählung für die Zukunft des Landes glaubhaft verkörpert –
und zeigt, wie rückwärtsgewandt die AfD ist.
13 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.brandenburg.de/cms/detail.php/brandenburg_06.c.917462.de
(DIR) [2] https://www.moz.de/nachrichten/politik/umfrage-afd-erreicht-in-brandenburg-erstmals-40-prozent-cdu-verliert-79553177.html
(DIR) [3] https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/brandenburg-monitor-2026-mehrheit-sieht-land-auf-falschem-weg-16133119.html
## AUTOREN
(DIR) Uwe Rada
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