# taz.de -- Endlager-Suche: Schluss mit der Atommülltrennung!
       
       > Die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle kommt voran. Der
       > Großteil des Atommülls wird dabei jedoch ausgeblendet. Das ist keine gute
       > Idee.
       
 (IMG) Bild: Schacht Konrad oder die etwas andere Art der Mülltrennung
       
       Die Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll kommt Schritt für
       Schritt voran. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat in einem
       Zwischenbericht die infrage kommenden [1][Gebiete weiter eingegrenzt] – auf
       nur noch 5 Prozent des Bundesgebietes. Im kommenden Jahr will sie konkrete
       Regionen benennen, die für eine weitergehende oberirdische Erkundung
       infrage kommen. Bis ein Standort benannt und ein Endlager gebaut und
       befüllt ist, wird es indes noch Jahrzehnte dauern.
       
       Ein Makel dabei: Das Verfahren konzentriert sich lediglich auf die rund
       27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll. Zwar wird geprüft, ob auch
       eine zusätzliche Endlagerung schwach und mittelradioaktiver Abfälle möglich
       ist. Eine explizite Vorgabe ist das aber nicht.
       
       Dabei drückt auch dieser Schuh ganz besonders. Für den weniger stark
       strahlenden und Wärme entwickelnden Atomschrott – der immerhin rund 95
       Prozent ausmacht – ist bislang das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht
       Konrad in Salzgitter vorgesehen. [2][Der Standort steht aber auf der
       Kippe]. Umweltverbände halten ihn für nicht sicher und klagen gegen die
       Baugenehmigung. Denn in den Schacht tritt Wasser ein, zudem würden die
       Abfälle dort nicht rückholbar eingelagert – aus Sicht der aktuellen
       Forschung ein No-go.
       
       Vor allem aber: Schacht Konrad ist viel zu klein. Denn dort dürfen
       höchstens die rund 300.000 Kubikmeter Atommüll eingelagert werden, die im
       Betrieb der Atomkraftwerke sowie in Forschung und Medizin angefallen sind.
       Für die aus dem [3][havarierten Salzbergwerk Asse] zu bergenden Fässer
       sowie für die Rückstände aus der Urananreicherungsanlage Gronau – grob
       geschätzt jeweils etwa 150.000 Kubikmeter – wäre in Salzgitter aber
       definitiv kein Platz.
       
       Das laufende Suchverfahren müsste also einen Standort in den Blick nehmen,
       der sicher alle Arten des angefallenen und noch anfallenden Atommülls
       aufnehmen kann. Eine Alternative wäre ein Neustart des 2017 bereits neu
       gestarteten Suchverfahrens für sämtliche schwach und mittelradioaktiven
       Abfälle. Das Problem auszublenden oder auf die ganz lange Bank zu schieben,
       ist jedenfalls keine gute Idee.
       
       Vielleicht hilft ein Blick über die Grenzen: In der Schweiz ist ein
       [4][Standort nahe der deutschen Grenze] für alle Abfallkategorien im
       Gespräch, während Frankreich sein Endlager für hoch- und mittelradioaktiven
       Müll in Bure plant. Beide Projekte stoßen auf Widerstand von Umwelt- und
       Bürgerinitiativen. Das wird in Deutschland nicht anders sein. Denn eine
       verlässliche Sicherheitsgarantie über Hunderttausende von Jahren kann
       letztlich niemand geben.
       
       27 Oct 2026
       
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