# taz.de -- Todesstrafe in den USA: Hegseth kündigt Militärhinrichtung als Livestream an
       
       > Der Amokläufer von 2009, Nidal Hasan, soll in den USA vor laufenden
       > Kameras erschossen werden. Christa Pike, die in Tennessee eine
       > Hinrichtung überlebte, kann indes wieder laufen.
       
 (IMG) Bild: In den „United States Disciplinary Barracks“ ist Nidal Malik Hasan in seiner Todeszelle inhaftiert
       
       US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, dass die Hinrichtung
       des ehemaligen amerikanischen Armeeoffiziers Nidal Hasan, der 2009 einen
       tödlichen Amoklauf verübt hatte, per Livestream übertragen werden soll.
       Dies erklärte er in einem Gespräch mit dem rechten Nachrichtensender „Real
       America’s Voice“ am Donnerstag. Auf welcher Plattform die Übertragung
       geplant ist, sei noch nicht geklärt.
       
       Laut Hegseth werde die Regierung sicherstellen, „dass die Menschen dabei
       zusehen können“, [1][wenn Hasan Anfang Dezember per Erschießungskommando
       hingerichtet wird].
       
       „Die Leute müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen
       nach sich ziehen“, sagte Hegseth.
       
       ## Anschlag auf Militärbasis in Texas 2009
       
       Hasan wurde 2013 von einem US-Militärgericht wegen vorsätzlichen Mordes
       schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Der ehemalige Soldat und
       Psychiater verübte am 5. November 2009 auf der texanischen Militärbasis
       Fort Hood einen Amoklauf. Er tötete dabei 13 Menschen und verletzte 32
       weitere während er „Allahu akbar“ – „Gott ist groß“ – rief.
       
       Der Amoklauf endete erst, nachdem er viermal angeschossen und von zivilen
       Sicherheitskräften festgenommen worden war. Er ist seitdem von der Hüfte
       abwärts gelähmt.
       
       Während seines Prozesses im Jahr 2013 vertrat sich Hasan selbst und
       erklärte in seinem Eröffnungsplädoyer: „Die Beweise werden eindeutig
       zeigen, dass ich der Schütze bin.“
       
       Hasan, ein in den USA geborener Muslim, gab an, dass er die „Seiten
       wechselte“ und den Amoklauf als Reaktion auf die US-Kriege im Irak und in
       Afghanistan verübt habe. Der Vorfall ereignete sich, einen Monat bevor er
       selbst zu einem Auslandseinsatz nach Afghanistan hätte aufbrechen sollen.
       
       Hasans Amoklauf war der tödlichste, der jemals auf einer US-Militäranlage
       verübt wurde.
       
       ## Erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren
       
       Die letzte militärische Hinrichtung in den USA fand im Jahr 1961 statt.
       Damals wurde der Soldat John Bennett gehängt, nachdem er wegen der
       Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen in
       Österreich verurteilt worden war.
       
       Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando beim US-Militär gab
       es während des Zweiten Weltkriegs. Warum das Pentagon nun die Entscheidung
       traf, ausgerechnet diese Hinrichtungsmethode zu verwenden, ist nicht
       bekannt.
       
       US-Präsident Donald Trump – ein bekennender Unterstützer der Todesstrafe –
       hatte erst vor wenigen Tagen der Empfehlung von Verteidigungsminister
       Hegseth zugestimmt und eine Hinrichtung per Erschießungskommando
       abgesegnet.
       
       Hasan soll laut US-Militär am 3. Dezember um 13 Uhr Ortszeit hingerichtet
       werden. Vollstreckungsort wird die Militäranlage Fort Hood sein, wo er vor
       17 Jahren seinen Amoklauf verübt hatte. Ob Hasan Rechtsmittel einlegen
       wird, die seine Hinrichtung noch verzögern könnten, ist nicht bekannt.
       
       ## Christa Pike kann wieder gehen
       
       Die Bestätigung über Hasans bevorstehende Hinrichtung erfolgte, nur wenige
       Tage nachdem eine fehlgeschlagene Hinrichtung durch Giftspritze im
       US-Bundesstaat Tennessee weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.
       
       [2][Die verurteilte Mörderin Christa Pike] überlebte in der vergangenen
       Woche die Verabreichung eines tödlichen Medikamentencocktails. Die
       Giftspritze führte zwar nicht zu ihrem Tod, hinterließ jedoch nach Angaben
       ihrer Anwälte Verbrennungen und Blasen an ihren Armen.
       
       In den ersten Tagen nach dem Vorfall lag Pike bewusstlos im Krankenhaus und
       wurde künstlich beatmet. Am Donnerstag erklärten ihre Anwälte jedoch, dass
       sie mittlerweile wieder gehen und essen würde.
       
       Die gescheiterte Hinrichtung hat die Kritik an der Art und Weise, wie die
       US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, neu entfacht. Wie es im Fall
       der 50-jährigen Pike weitergeht, bleibt ungewiss.
       
       Am Mittwoch wurde in Texas die erste Hinrichtung seit dem Vorfall in
       Tennessee durchgeführt. Es war die insgesamt 30. Hinrichtung in diesem
       Jahr.
       
       9 Oct 2026
       
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