# taz.de -- Todesstrafe im US-Militär: Trump genehmigt erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren
> Erstmals seit 1961 könnte es in den USA eine Militärexekution geben: die
> Erschießung des Fort-Hood-Attentäters, der 2009 auf dem Stützpunkt 13
> Menschen tötete.
(IMG) Bild: Das Schild vor einem der Eingänge des US-Army-Stützpunkts Fort Hood bei Killeen, Texas, USA, 5. November 2009
dpa | US-Präsident Donald Trump hat laut Pentagon die Hinrichtung eines
früheren Armeepsychiaters genehmigt, der 2009 ein Massaker auf einem
Militärstützpunkt verübte. Sollte [1][Nidal Hasan] tatsächlich hingerichtet
werden, wäre es laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit
mehr als 60 Jahren. Der damalige Armeemajor [2][hatte auf der Militärbasis
Fort Hood im Bundesstaat Texas 13 Menschen getötet und 32 verletzt].
Der heute 56-Jährige solle „durch ein Erschießungskommando der US-Armee“
hingerichtet werden, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der
Plattform X. Er habe damals „das Feuer auf unbewaffnete amerikanische
Soldaten eröffnet“ und dabei „Allahu Akbar“ gerufen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe die Hinrichtung empfohlen, Trump
habe sie genehmigt. Ort und Zeitpunkt stünden bisher nicht fest.
Trump genehmigte die Hinrichtung wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat
Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war: Die wegen Mordes
verurteilte Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen und befindet sich
seither im kritischen Zustand. Der Fall hatte die Debatte um die
Todesstrafe neu entfacht.
## Letzte Militärhinrichtung im Jahr 1961
US-Militärangehörige können laut New York Times nur dann hingerichtet
werden, wenn der Präsident das Todesurteil bestätigt. Zuletzt habe das
US-Militär im Jahr 1961 einen Armeeangehörigen hingerichtet, der für die
Vergewaltigung und den versuchten Mord an einer Elfjährigen während seines
Einsatzes in Österreich zum Tode verurteilt worden war.
Gemäß den Vorgaben des US-Militärs müsse die Hinrichtung Hasans spätestens
150 Tage nach der Genehmigung durch den Präsidenten erfolgen, frühestens
jedoch nach 60 Tagen, schrieb der Sender ABC News. Doch die Hinrichtung
könnte noch gestoppt werden, schrieb die New York Times und berief sich auf
einen ähnlichen Fall von 2008.
Sollte [3][das Urteil vollstreckt] werden, wäre es laut US-Medien zugleich
die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Damals ließ Trump
in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge exekutieren.
## Das Massaker von Fort Hood
Im November 2009 hatte Hasan als Armeepsychiater auf dem Stützpunkt Fort
Hood das Feuer eröffnet und zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten getötet
und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und
festgenommen wurde.
Hasan gab laut New York Times an, den Angriff im Namen des Dschihad, des
sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Die Kriege in Afghanistan
und Irak habe er illegal genannt. Der Anschlag ereignete sich auf dem
Höhepunkt des Anti-Terror-Kampfes nach dem 11. September 2001. Hasan wurde
laut US-Medien in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geboren und
habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert.
Für seine Tat wurde er zum Tode verurteilt. Er habe keine Reue gezeigt und
den Wunsch geäußert, bei dem Anschlag selbst gestorben zu sein, um als
Märtyrer zu gelten. Hasan ist laut US-Medien einer von vier Todeskandidaten
im Militärjustizsystem.
6 Oct 2026
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