# taz.de -- Wirtschaft auf Wachstumskurs: Reiche hebt Konjunkturprognose an
> Die Bundesregierung schaut zumindest konjunkturell optimistischer in die
> Zukunft. Trotzdem pocht die Wirtschaft auf Reformen in ihrem Sinne.
(IMG) Bild: Katherina Reiche verkündet mal gute Nachrichten
Immerhin eine gute Nachricht kam am Mittwoch aus der Bundesregierung: Sie
schaut optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr.
Sie geht jetzt von 1,3 Prozent Wachstum aus. „Die deutsche Wirtschaft
befindet sich auf Wachstumskurs und hat sich als widerstandsfähiger
erwiesen als erwartet“, hieß es dazu aus dem von [1][Katherina Reiche
(CDU)] geführten Wirtschaftsministerium. Im Frühjahr glaubte dies noch an
lediglich 0,5 Prozent Wachstum. Doch die Unternehmenslobby mäkelt
weiterhin.
Dass die Bundesregierung ihre Prognose anhebt, wurde allgemein erwartet.
Die meisten Wirtschaftsinstitute haben dies bereits gemacht. Fünf führende
Institute hoben etwa in ihrer [2][Gemeinschaftsprognose] ihre Aussichten
fürs BIP-Wachstum in diesem Jahr vor kurzem von 0,6 auf 1,3 Prozent an. Der
Grund für den gewachsenen Optimismus ist vor allem eine relativ gute
Entwicklung des Exportgeschäfts im ersten Halbjahr. Trotz Gegenwind aus den
USA und China verkauften deutsche Firmen Waren im Wert von insgesamt 817,8
Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 31 Milliarden Euro beziehungsweise
3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch machte sich konjunkturell
bemerkbar, dass der Staat mehr Geld für Rüstung und Infrastruktur ausgibt.
Negativ auf die Konjunktur wirken sich hingegen die im Zuge des Irankriegs
gestiegenen Energiepreise aus. Dadurch stieg die Inflation zuletzt wieder
an, von 2,9 Prozent im August auf 3,3 Prozent im September. Dies lastet auf
den Taschen der Verbraucher*innen, weshalb diese sich trotz gestiegener
Löhne mit ihren Konsumausgaben zurückhalten.
## Verlauf der Nahost-Konflikte entscheidend
„Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der
geopolitischen Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine ab“, schreibt
deshalb das Bundeswirtschaftsministerium. Eine nachhaltige Lösung dieser
Krisen, die auch zu sinkenden Energiepreisen führen dürfte, werde die
Erholung beschleunigen. Umgekehrt können anhaltend hohe Rohstoff- und
Energiepreise die Unternehmen und die privaten Haushalte stärker belasten.
Trotz der angehobenen Prognose fordert die Deutsche Industrie- und
Handelskammer (DIHK) [3][Reformen zugunsten der Unternehmen]. „Ohne
substanzielle wirtschaftspolitische Reformen hat dieser Aufschwung nur ein
kurzes Haltbarkeitsdatum“, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena
Melnikov. Dabei hat die Bundesregierung auch für kommendes Jahr ihre
Prognose von 0,9 auf 1,1 Prozent angehoben.
8 Oct 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
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