# taz.de -- Pressefreiheit in Indien: Zwischen Demokratie und Repression
       
       > Die Lage der Pressefreiheit in Indien spitzt sich zu. Drei
       > Journalist:innen erzählen aus ihrem Alltag, von lokalen Umständen und
       > nationalen Missständen.
       
       Uttar Pradesh, Maharashtra und Jammu & Kashmir – drei unterschiedliche
       Regionen in Indien, drei unterschiedliche Perspektiven auf die
       Pressefreiheit in ihrem Land. Diese bringen Rohit Upadhya, Vijayta Lalwani
       und Safeena Wani, alle drei Teilnehmer:innen des Projekts „In Dialogue:
       India and Germany in a Complex Geopolitical Landscape“ der taz
       panterstiftung, in diesem Podcast zum Ausdruck.
       
       Rohit Upadhyay lebt in Noida, Teil der Metropolregion Delhi und damit nah
       am politischen Zentrum Indiens. Doch räumliche Nähe bedeutet nicht
       automatisch Nähe zum politischen Geschehen, stellt er richtig. Oftmals
       geben Ministerien ihre Informationen ausschließlich über
       Nachrichtenagenturen heraus. Fragen sind nicht zugelassen,
       Journalist:innen werden von Terminen ausgeschlossen oder erhalten gar
       keinen Zugang.
       
       Noch drastischer ist die Situation in Jammu & Kashmir. Der anhaltende
       Konflikt mit Pakistan führt auch hier zu weiteren Einschränkungen der
       Pressefreiheit. Safeena Wani beschreibt, wie sich die Situation über die
       Jahre verändert hat.
       
       ## Blackout als politisches Instrument
       
       Nach der Aufhebung des Sonderstatus von Jammu & Kashmir im Jahr 2019 kam es
       zu einem Kommunikations-Blackout. Journalist:innen mussten nach Delhi
       reisen, um ihre Geschichten an Redaktionen zu übermitteln. Viele
       Journalist:innen aus Jammu & Kashmir haben die Region mittlerweile
       verlassen und berichten aus anderen Teilen Indiens.
       
       Indien wird häufig als die größte Demokratie der Welt und als Wertepartner
       Europas beschrieben. Zur Realität gehört allerdings auch, dass die
       Pressefreiheit in dem Land mit rund 1,46 Milliarden Einwohner:innen
       massiv eingeschränkt ist. Reporter ohne Grenzen stuft Indien im World Press
       Freedom Index 2026 auf Platz 157 von 180 ein. Damit hat sich das Land
       gegenüber dem Vorjahr um sechs Plätze verschlechtert.
       
       ## Koordinierte Kampagnen gegen Journalist:innen
       
       Vijayta Lalwani berichtet von koordinierten Kampagnen zur Diskreditierung
       unabhängiger Journalist:innen, insbesondere von muslimischen, weiblichen
       oder Journalist:innen die Kaste der Dalit angehören.
       
       Seit mittlerweile mehr als zwölf Jahren hat Premierminister Narendra Modi
       keine klassische Pressekonferenz mehr gegeben. Sobald der indische
       Premierminister wieder eine Pressekonferenz gibt, wird sich auch der Status
       der Pressefreiheit im Land verbessern, stellt Vijayta Lalwani in Aussicht.
       
       Der Podcast wurde auf Englisch aufgenommen. 
       
       Elf Journalist:innen aus Indien kamen zu Beginn des [1][Projekts „In
       Dialogue: India and Germany in a Complex Geopolitical Landscape“ der taz
       panterstiftung] Ende Juni zu einem Kick-off-Workshop in Delhi zusammen.
       Seitdem treffen sich die Teilnehmer:innen alle zwei Wochen bis Ende
       November zu digitalen Sessions und diskutieren mit Expert:innen über die
       deutsch-indischen und europäisch-indischen Beziehungen. Neben dem im
       Februar vereinbarten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien geht es
       dabei unter anderem um Klimaschutz und Dekarbonisierung sowie um
       Verteidigungskooperation sowie die Berichterstattung über diese Themen. 
       
       Am 21. 11. wird in der taz eine Sonderbeilage mit Beiträgen der indischen
       Journalist:innen zusammen mit der wochentaz veröffentlicht.
       
       19 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Workshop-der-taz-panterstiftung/!vn6193741/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Moritz Martin
       
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