# taz.de -- Jubel, Trubel, Hassverbrechen: Weitgehend friedliche Einheitsfeier in Bremen
> Ein homophober Angriff überschattet die Einheitsfeier in Bremen. Die
> verläuft friedlich, obwohl Neo-Altlinke ein Feuer entfachen und die AfD
> hetzt.
(IMG) Bild: Ebenso spektakulär wie ein Feuerwerk, aber feinstaubfrei: Die Weser diente nachts als Bühne für eine Illumination
Ein schwules Paar ist in der Bremer Altstadt aus einer Gruppe heraus
beleidigt und geschlagen worden. Die beiden 29 und 33 Jahre alten Männer
seien [1][am Samstagabend attackiert worden], teilte die Polizei am Sonntag
in Bremen mit. Den Angaben zufolge hatten die beiden Männer zuvor die
Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit besucht.
Auf dem Nachhauseweg sei ihnen in der Innenstadt eine etwa zehnköpfige
Gruppe entgegengekommen. Mehrere junge Männer hätten das Paar lautstark
angepöbelt und in arabischer Sprache homophob beleidigt.
Als der 29-Jährige sein Mobiltelefon herausholte, [2][um den Vorfall zu
dokumentieren], wurde das Paar nach Angaben der Polizei von mehreren
Personen mit Fäusten geschlagen. Anschließend seien die Verdächtigen zu Fuß
geflüchtet. Der 29-Jährige sei von Sanitätern erstversorgt und danach zur
ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden.
Gegen die Angreifer seien Strafanzeigen unter anderem wegen verhetzender
Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung erstellt worden, hieß es. Da
die Tat als Hasskriminalität eingestuft wird, ermittelt der Staatsschutz
der Kriminalpolizei und sucht Zeugen.
Der Angriff f[3][ügt sich in eine Reihe von Gewalttaten gegen queere
Personen]: Für Aufsehen gesorgt hatte zuletzt Anfang Mai die brutale
Attacke auf zwei afghanische trans* Personen im Steintorviertel. Mit den
Feiern zum Tag der Deutschen Einheit steht die jetzige Tat offenbar nur im
zeitlich-räumlichen Zusammenhang.
Die waren, trotz erheblicher Befürchtungsberichterstattung, zumal seitens
des Weser-Kuriers, nach Angaben der Polizei im Wesentlichen friedlich
verlaufen: Keine Zwischenfälle wurden bei der Autonomen-Demo mit
Beteiligung der Interventionistischen Linken (IL) am Freitag registriert.
Statt wie erwartet 100 hatte sie gut 700 Teilnehmer:innen.
Aufgelöst hatte die Polizei hingegen den Aufmarsch einer neo-altlinken
Kleingruppe durchs Steintorviertel am Samstag. Anmelder war eine
nostalgisch „Roter Bund“ benannte Kleinstorganisation, die sich dem vor
fünf Jahren verstorbenen weltweiten Vorsitzenden, dem peruanischen
[4][Massenmörder Abimael Guzmán] verpflichtet weiß.
Sie hatte versprochen, sie werde den Imperialisten die „Fahne
herunterreißen und in Flammen aufgehen lassen“. Um Wort halten zu können,
hatte sie sich, [5][nachdem Bremen nur Wimpel aufgehängt hatte,] sogar
eigens eine Schwarz-Rot-Gold-Flagge besorgt. Auf deren Verbrennung hin
griff die Polizei ein. Es kam zu einem Scharmützel, bei dem Beamt:innen
verletzt und mehrere Demonstrierende in Gewahrsam genommen wurden.
## Verachtung von der AfD fürs Staatsoberhaupt
Während eine spektakuläre Weser-Illumination und hochkarätige Popkonzerte
Teilnehmenden zufolge für eine ausgelassene und fröhliche Stimmung sorgten,
hatte im offiziellen Programm eine AfD-Veranstaltung im Bundestagszelt
kritische Zwischenrufe provoziert.
Mit passiv-aggressivem Verhalten hatten wiederum Abgeordnete der
rechtsextremen Partei ihre Verachtung für den Bundespräsidenten
Frank-Walter Steinmeier während dessen Rede zum Ausdruck gebracht. Der
hatte beim zentralen Festakt im Konzerthaus Die Glocke vor einer Gefährdung
der Demokratie durch Extremismus und „schrille Emotionalisierung“ gewarnt.
Es gelte, sich gegen eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ zu
behaupten. (mit Material von epd und dpa)
4 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Benno Schirrmeister
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