# taz.de -- Deutsche Stiftungen in Georgien: Moskau lässt grüßen
> Die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung ziehen
> sich aus Georgien zurück. Ein neuer Erfolg Putins gegen die
> Zivilgesellschaft.
(IMG) Bild: Der Fluss Kura fließt durch die georgische Hauptstadt Tbilissi – und das Land schwankt zwischen Moskau und Brüssel
Glückwunsch! Die georgische Regierungspartei Georgischer Traum (KO) hat
einen weiteren Sieg im Kampf gegen die „dreiste Einmischung westlicher
Organisationen“ in die Südkaukasusrepublik zu verzeichnen. Die [1][CDU-nahe
Konrad-Adenauer-Stiftung KAS] und ihr liberales Pendant, die
Friedrich-Naumann-Stiftung, haben die Reißleine gezogen: Sie schließen ihre
Büros in Tblissi.
Diese jüngste Entwicklung unter dem autoritären KO-Regime war eine mit
Ansage. Der Hebel für den erzwungenen Rückzug ist ein Gesetz von 2025, das
in diesem April verschärft wurde. Es schreibt besondere Auflagen für
finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland fest. Dem vorausgegangen war 2024
ein [2][Gesetz über „ausländische Agenten“]: Organisationen der
Zivilgesellschaft und Medien, die mindestens 20 Prozent ihrer Einnahmen aus
dem Ausland beziehen, müssen sich registrieren lassen und dazu
verpflichten, „die Interessen einer ausländischen Macht“ wahrnehmen. Der
Kreml lässt grüßen!
KO-Parlamentssprecher Schalwa Papuaschwili – übrigens jahrelang auf der
Gehaltsliste der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ
sowie der späteren Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ –
setzte in seiner jüngsten Stellungnahme noch einen drauf: Die Regierung
habe beiden Stiftungen angeboten, akademische, bildungsbezogene oder
sonstige Aktivitäten durchzuführen. Mehr Zynismus geht nicht. Denn
betroffen sind vor allem Studierende, die durch ein KAS-Stipendium
gefördert an der Staatlichen Ilia-Universität gefördert werden. Die
Ilia-Universität ist mittlerweile eine international der renommiertesten
Hochschulen des Landes. Nun steht sie vor der Abwicklung – aus politischen
Günden.
Jetzt ist wieder einmal die EU am Zug. Das ist schwierig, zumal die
Beitrittsverhandlungen mit Tbilissi auf Eis liegen. [3][Viele
Georger*innen, vor allem junge EU-orientierte, fürchten eine Abschaffung
der Visa-Freiheit.] Das wäre fatal, grenzte an Verrat und wäre die
schlechteste aller Antworten.
4 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Barbara Oertel
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