# taz.de -- Mietendeckel für Windräder: Wirtschaft falsch verstanden
> Wirtschaftsministerin Reiche forciert eine Pachtpreisbremse für
> Windkraftanlagen. Einen Mietendeckel lehnt sie komischerweise kategorisch
> ab.
(IMG) Bild: Könnte bald teuer werden für die Betreiber: Windkraftpark an der Nordsee
Es soll einen strengen Mietendeckel geben – für Windräder. Die Idee dazu
stammt von [1][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche]. Das ist eine
rigide, mit hohen Bußgeldern belegte Begrenzung der Pachtpreise für
Flächen, auf denen Windanlagen Strom erzeugen. [2][Für Wohnungen aber
lehnen die] Christdemokrat:innen so etwas kategorisch ab. Weil eine
Preisbremse angeblich dafür sorgen würde, dass kaum noch jemand in Bau oder
Sanierung von Gebäuden investiere. Wohnraum würde so knapper und nicht
erschwinglicher.
Das stimmt zwar nicht, aber anscheinend glauben Unionsleute das
tatsächlich. Das zeigt, was Reiche und ihre Parteifreund:innen mit dem
Pachtdeckel für Windräder erreichen wollen, der in der Novellierung des
Erneuerbaren-Energien-Gesetzes vorgesehen ist: den weiteren Ausbau von
Wind- und großen Solaranlagen bremsen, Betreiber:innen verunsichern,
Investor:innen abschrecken. Ob das erreicht wird, steht auf einem
anderen Blatt, denn Preisbremsen sind gar nicht so dramatisch, wie
Christdemokrat:innen denken. Allerdings spricht vieles dafür, dass
Reiches Mietendeckel für Windräder wegen seiner restriktiven und uncleveren
Ausgestaltung das tatsächlich schaffen könnte.
Reiche lehnt Markteingriffe für gewöhnlich kategorisch ab, Preisdeckel hält
sie für Teufelszeug. Dass die Hüterin der reinen Marktlehre ausgerechnet
bei der Windenergie eine Ausnahme machen will, ist bezeichnend. Sie steht
mit der Energiewende, wie sie von der Ampel eingeleitet wurde, auf
Kriegsfuß. Ihre Gesetzesentwürfe [3][strotzen nur so vor Regelungen, die
den Erneuerbaren schaden.]
Jedes Windrad und jede Solaranlage, die nicht gebaut wird, bedeuten ein
Festhalten an fossilen Energien. Das ist nicht nur fürs Klima katastrophal,
sondern vor allem für die Wirtschaft und die Verbraucher:innen. Denn der
einzige Weg zu günstigerem Strom führt über die Erneuerbaren. Eine
Wirtschaftsministerin, die das ignoriert, ist falsch an ihrem Platz.
4 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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