# taz.de -- Streit um Pflegesparpläne: SPD stellt sich quer
> Die SPD-Bundestagsfraktion will die Sparpläne des Gesundheitsministers
> bei der Pflege blockieren. Nun gibt es Krisengespräche. Die SPD hat zwei
> Forderungen.
(IMG) Bild: SPD will Leistungskürzung bei der Pflegeversicherung verhindern
dpa | Mit einem Streit um die geplante Pflegereform sind Union und SPD in
die neue Woche gestartet. Eigentlich wollte [1][Gesundheitsminister Carsten
Linnemann] seine Pläne am Mittwoch ins schwarz-rote Kabinett bringen. Die
SPD drohte aber mit einer Blockade von Linnemanns Sparplänen. Dabei wollte
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach den für die Regierungsparteien
teils verheerend ausgegangenen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und
Berlin eigentlich Tempo machen bei Reformen.
Für heute erwartet die Koalition laut Medienberichten interne
Krisengespräche. Ein Merz-Sprecher sprach laut Bild von „Verhandlungen auf
Arbeitsebene“. Linnemann sagte in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ über
den Streit: „Das ist nichts Ungewöhnliches.“ Er verwies darauf, dass man
sich bei der [2][jüngsten Reform für die gesetzliche Krankenversicherung]
erst zwei Stunden vor der Kabinettsbefassung geeinigt habe. Zugleich
kritisierte er: „So was sollte man hinter verschlossenen Türen machen und
nicht vor der Tür.“
## Zwei konkrete Forderungen der SPD
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte der Bild gesagt: „Ein reines
Kürzungspaket macht die SPD-Bundestagsfraktion so nicht mit.“ Es fehlten
die notwendigen Strukturreformen. Das könne und müsse sich noch ändern.
Zwei konkrete Forderungen stellte die SPD auf: einen „gerechten Beitrag“
der Privatversicherten, wie Miersch es nannte, und [3][einen Pflegedeckel,]
der gegen den immer weiteren Anstieg der Eigenanteile für Betroffene und
Angehörige für einen Platz im Heim wirken soll. Linnemann erteilte einem
Pflegedeckel aber eine Absage. „Wir würden das Problem nicht lösen“, sagte
er in der ARD.
Linnemann bekräftigte seinen Plan, wonach strukturelle Reformen nach dem
nun angekündigten Gesetz ab Oktober in einer Kommission beraten werden
sollen. Nun solle eine erste Hilfe geleistet werden, damit die
Pflegebedürftigen weiter ihre Leistungen bekämen und die Beiträge stabil
blieben. Öffentlich bekannt ist aus dem Ministerium bisher ein Entwurf von
Linnemanns Vorgängerin Nina Warken (CDU). Bei den Eigenanteilen sollten die
Stufen der mit der Dauer steigenden Entlastungszuschläge an die Betroffenen
zeitlich gestreckt werden. Geplant war auch eine strengere Einstufung in
Pflegegrade.
## Grüne enttäuscht von der Koalition
Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann zeigte sich enttäuscht von der
schwarz-roten Bundesregierung. Sie sagte der Rheinischen Post: „Ich hatte
gehofft, dass die Koalition endlich in eine Richtung geht und einen
gemeinsamen Kompass findet. Stattdessen geht es weiter mit Streit.“ Sie
warnte vor steigenden Kosten für Beitragszahlende und forderte eine faire
Verteilung der Lasten. „Eine gute Pflegereform kürzt nicht bei denen, die
auf Pflege angewiesen sind oder die Pflege leisten“, sagte sie. Dazu gehöre
auch, die steigenden Eigenanteile in der stationären Langzeitpflege zu
begrenzen, statt Pflegebedürftige immer stärker zur Kasse zu bitten.
28 Sep 2026
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