# taz.de -- Krise der CDU: Rhein will „Stadtbild“-Debatte wiederaufleben lassen
> Bundeskanzler Merz geriet vor einem Jahr wegen seiner Äußerung zum
> „Stadtbild“ unter Druck. Hessens Regierungschef hält die Debatte nach wie
> vor für richtig.
(IMG) Bild: Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, hält es für eine gute Idee, wieder über das „Stadtbild“ in Deutschland zu reden
dpa | Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hält es nach den
AfD-Wahlerfolgen für geboten, die durch Aussagen von Bundeskanzler
Friedrich Merz (beide CDU) ausgelöste [1][Diskussion über die Veränderung
des „Stadtbilds“] fortzusetzen. Die [2][Debatte, die Merz angestoßen] habe,
sei richtig gewesen, sagte Rhein der Bild am Sonntag. Allerdings sei dann
„vorschnell“ gesagt worden: „Das darf man so nicht diskutieren.“ Rhein
machte klar: „Doch, wir müssen es diskutieren, und wir müssen dann am Ende
auch Lehren daraus ziehen.“
Merz hatte vor rund einem Jahr gesagt, die Bundesregierung korrigiere
frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, „aber
wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“. Später
konkretisierte er, Probleme machten Migranten, die keinen dauerhaften
Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an die Regeln in
Deutschland hielten.
## AfD in drei Bundesländern Wahlgewinnerin
Ministerpräsident Rhein sagte, die Migrationskrise sei mit „großen
Schritten“ angegangen worden, aber noch nicht gelöst. „Wir haben
selbstverständlich ein Problem, beispielsweise auch mit der Einwanderung in
die Sozialsysteme. Das muss man so aussprechen und dann einer Lösung
zuführen.“ Man habe auch ein Thema mit Kriminalität von zugewanderten
Menschen. „Das macht doch gar keinen Sinn, diese Themen hinter einer
Brandmauer zu verstecken oder sie nie mehr zu besprechen. Sie verschwinden
ja dadurch nicht“, sagte Rhein.
Die AfD hatte in Mecklenburg-Vorpommern ihr Ergebnis von 16,7 auf 38,2
Prozent mehr als verdoppelt und ging damit nach Thüringen und
Sachsen-Anhalt im dritten Bundesland als Siegerin aus der Landtagswahl
hervor. In Sachsen-Anhalt hatte sie zuvor mit 43,8 Prozent ihr bisher
höchstes Ergebnis bei einer Landtagswahl geholt – nur knapp an einer
absoluten Mehrheit vorbei.
## Union bei Insa bei 19 Prozent – AfD bei 29 Prozent
Bundesweit liegt die AfD in einer jüngsten Insa-Umfrage für die Bild am
Sonntag unverändert bei 29 Prozent. Die Union hat im Vergleich zur Erhebung
vor einer Woche um einen Punkt eingebüßt und liegt nun bei 19 Prozent. In
einer Mitte September veröffentlichten Yougov-Umfrage erreichte die Union
gar ein historisches Tief von 18 Prozent – die AfD stand auch hier bei 29
Prozent.
Rhein sagte auf die Frage, was er nun vom Kanzler erwarte: „Wir müssen die
[3][Deutungshoheit über die Alltagsfragen der ganz normalen Menschen] als
Partei der Mitte wiedererlangen.“ Die Spritpreisbremse sei eine gute
Antwort. „Aber es ist paradox, eine Spritpreisbremse zu beschließen und den
Menschen an der Supermarktkasse das Geld wieder aus der Tasche zu ziehen.“
Rhein spielte damit etwa auf geplante höhere Tabak-, Alkohol- und
Sektsteuern an.
27 Sep 2026
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