# taz.de -- Öffnung der Straße von Hormus: Trump lehnt Irans Vorschlag ab
> Der Iran stellte eine Öffnung der Straße von Hormus und Gespräche mit den
> USA in Aussicht. Doch der US-Präsident lehnt den Vorschlag offenbar ab.
(IMG) Bild: Vor Bandar Abbas im Iran in der Straße von Hormus liegen Handelsschiffe vor Anker
afp | Eine öffentliche Reaktion der US-Regierung auf einen iranischen
Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen
steht noch aus – einem Medienbericht zufolge hat US-Präsident Donald Trump
ihn jedoch abgelehnt. Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag (Ortszeit)
berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten
Bedingungen erfüllen wird. Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte
derweil, auch der Oberste Führer Modschtaba Chamenei unterstütze den neuen
Plan. Saudi-Arabien meldete am Samstag neue [1][Angriffe der vom Iran]
unterstützten Huthi-Miliz.
Das „Wall Street Journal“ schrieb unter Berufung auf US-Regierungsvertreter
weiter, Trump erwäge nach den Kongress-Zwischenwahlen im November eine
Wiederaufnahme von Angriffen auf den Iran. Auf Truth Social veröffentlichte
Trump am Freitagabend eine Karte der [2][Straße von Hormus mit der
Bezeichnung „Trump-Straße“].
Bei einem gemeinsamen Besuch mit Chinas Präsident Xi Jinping im
Nationalarchiv in Washington zeigte sich Trump mit Blick auf eine
Wiedereröffnung der Straße von Hormus derweil grundsätzlich zuversichtlich.
„Ich denke, wir werden das großartig hinbekommen“, antwortete er auf eine
entsprechende Journalistenfrage. Trump bestätigte auch, mit Xi über den
Iran-Krieg gesprochen zu haben.
„Die Frist von sieben Tagen beginnt, sobald die Vereinigten Staaten diesen
Plan akzeptieren“, hatte Irans Außenminister Abbas Araghtschi zuvor bei der
UNO in New York gesagt. Die Entscheidung liege nun bei Washington. Die
Schritte, die die USA dafür unternehmen müssten, seien „nicht neu“, betonte
Araghtschi. „Sie sind bereits alle in dem im Juni mit Washington
unterzeichneten Rahmenabkommen enthalten.“
## Vereinbarung sollte Kämpfe beenden
Bereits am Dienstag hatte Araghtschi dem US-Gesandten Steve Witkoff sieben
Bedingungen für ein Ende des Krieges und die Wiedereröffnung der Meerenge
übermittelt. Dazu gehören nach iranischen Angaben eine siebentägige
Einstellung der Kampfhandlungen in der Region, also auch im Libanon, sowie
die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von
Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der US-Seeblockade iranischer
Häfen.
Irans Präsident Massud Peseschkian warb ebenfalls für eine Rückkehr zu dem
im Juni vereinbarten Rahmenabkommen. „Wenn die Vereinigten Staaten
zustimmen, auf diese Weise vorzugehen, wird alles wieder so wie vorher“,
sagte er dem Sender CBS. Der Prozess könne an dem Tag beginnen, an dem
Washington zustimme. Die „Abstimmung“ des Plans mit Chamenei sei „erfolgt“,
betonte er am Samstag.
Die Vereinbarung zwischen Washington und Teheran vom Juni sollte die Kämpfe
beenden, die Straße von Hormus wieder öffnen und Gespräche über das
iranische Atomprogramm ermöglichen. Sie brach jedoch kurz darauf zusammen.
Der Krieg hatte Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran
begonnen. Teheran hält die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus
seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert, die USA verhängten ihrerseits eine
Seeblockade iranischer Häfen.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien machte sich Peseschkian derweil nach
seiner Teilnahme an der UN-Generaldebatte in New York auf den Weg zurück
nach Teheran. Laut der iranischen Präsidentschaft hatte Peseschkian dort
mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen und gesagt: „Der Iran
hat sich nicht vom Verhandlungstisch zurückgezogen, aber angesichts
vergangener Erfahrungen vertraut er den Vereinigten Staaten nicht mehr.“
## Huthis haben Seeblockade verhängt
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition erklärte indessen am
Samstag, ihre Luftabwehr habe zwei von den jemenitischen Huthis gestartete
Drohnen auf dem Weg in die Hauptstadtregion Riad zerstört. Zudem sei eine
ballistische Rakete abgefangen worden, die auf die Stadt Chamis Muschait
zielte. Dort befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt.
Ein Mitglied des politischen Büros der Huthis, Hesam al-Assad, drohte mit
weiterer Eskalation. Trotz Stärke, Umfang und Wirkung der jüngsten Angriffe
betrachte die Miliz diese lediglich als „kleine Übung“ für eine umfassende
Eskalation, erklärte er.
Der Golfkooperationsrat (GCC) verurteilte [3][die Angriffe der Huthis]
scharf. „Diese gefährliche Eskalation stellt eine eklatante Verletzung der
Souveränität des Königreichs dar und bedeutet eine direkte Bedrohung für
die Sicherheit der Zivilbevölkerung sowie für die Stabilität der Region“,
erklärte GCC-Generalsekretär Dschasem Mohamed Albudaiwi.
Die vom Iran unterstützten Huthis haben eine Seeblockade gegen
Saudi-Arabien verhängt, saudiarabische Tanker angegriffen und große Teile
der jemenitischen Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Die
Küste ist für saudiarabische Ölexporte wichtig. Seit der Wiederaufnahme der
Kämpfe im Juli wurden nach UN-Angaben 138.000 Menschen innerhalb des Jemen
vertrieben, darunter 70.000 Kinder. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die
Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien am Freitag „aufs Schärfste“.
26 Sep 2026
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