# taz.de -- Verteidigungsabkommen aktiviert: Türkei und Pakistan entsenden Truppen nach Saudi-Arabien
       
       > Saudi-Arabien gerät mit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg wieder unter
       > Beschuss aus dem südlichen Nachbarland. Seine Verbündeten unterstützen
       > das Königreich.
       
 (IMG) Bild: Vertreter von Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistans, in Riad am 5. Oktober
       
       afp | Aufgrund der anhaltenden Angriffe der pro-iranischen Huthis auf
       Saudi-Arabien haben die Türkei und Pakistan die Entsendung von Truppen
       [1][zur Unterstützung des Königreichs] bekannt gegeben. Sie hätten sich
       darauf geeinigt, unverzüglich mit der Umsetzung eines gegenseitigen
       Verteidigungsabkommens zu beginnen, erklärten die drei Länder nach einem
       Treffen in Riad am Montag. Derweil nahmen die Huthis erneut Ziele in
       Saudi-Arabien ins Visier, darunter den internationalen Flughafen der
       Hauptstadt.
       
       Die Vertreter der Türkei, Pakistans und Saudi-Arabiens waren zu einer
       Dringlichkeitssitzung in Riad zusammengekommen. Dabei verurteilten sie die
       [2][jüngsten Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien], insbesondere auf die
       heiligen Städte Mekka und Medina, ohne die von Iran unterstützten Huthis
       beim Namen zu nennen. In einer gemeinsamen Stellungnahme hieß es, die
       „vereinbarten Streitkräfte und militärischen Mittel“ sollten „schnell im
       Königreich stationiert“ werden. Daraus ging allerdings nicht hervor, welche
       Aufgaben die Truppen nach ihrer Ankunft in Saudi-Arabien übernehmen
       sollten.
       
       Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan
       hatten das Verteidigungsabkommen Anfang August vor dem Hintergrund des
       Iran-Kriegs und dessen Folgen geschlossen. Im Falle eines Angriffs auf
       eines der drei Mitglieder sind die übrigen verpflichtet, diesem militärisch
       beizustehen.
       
       ## Explosionen in Riad
       
       Inmitten des eskalierenden Konflikts wurde Riad am Montagabend von lauten
       Explosionen erschüttert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP
       berichteten. Schon früher am Tag hatte es in der saudi-arabischen
       Hauptstadt Detonationen gegeben. „Ich habe gesehen, wie meine Fenster
       gezittert haben“, berichtete ein Anwohner der AFP.
       
       Die Huthis erklärten, sie hätten den internationalen Flughafen von Riad,
       eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco sowie mehrere weitere
       Ziele in dem Königreich angegriffen. Huthi-Sprecher Jahja Saree erklärte,
       die Miliz habe den internationalen Flughafen von Riad mit Drohnen,
       ballistischen Raketen und Marschflugkörpern angegriffen. Außerdem hätten
       sie eine Aramco-Raffinerie in Rabigh sowie Militärstandorte und Flughäfen
       im Süden des Landes ins Visier genommen.
       
       Zeitgleich meldete [3][die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im
       Jemen] die Zerstörung von Huthi-Stellungen in Hodeida an der Küste des
       Roten Meeres. Der Sprecher der Koalition, Turki al-Malki, erklärte am
       Montagabend im Onlinedienst X, die Seestreitkräfte hätten „Waffendepots
       sowie Einrichtungen zur Lagerung von mit Sprengfallen versehenen Booten und
       Seeminen zerstört“. Zudem habe die Koalition einen „geplanten Angriff“ auf
       Schifffahrtswege im südlichen Roten Meer vereitelt.
       
       ## Kampfflugzeuge im Einsatz
       
       Zuvor hatten die Regierungstruppen im Jemen nach eigenen Angaben eine
       massive Angriffswelle gegen die Huthi-Miliz gestartet und dabei auch die
       Hauptstadt Sanaa ins Visier genommen. Die Armee habe mehr als 1.100
       Angriffe auf Stellungen der Miliz ausgeführt, teilte ein Armeesprecher am
       Montag mit.
       
       Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition beteiligte sich nach
       eigenen Angaben an der neuen Offensive gegen die Huthis. Dabei kamen deren
       Sprecher zufolge bei Angriffen am Morgen 100 Kampfflugzeuge zur
       Unterstützung der Bodentruppen zum Einsatz.
       
       Nach den jüngsten Geländegewinnen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz
       hatte der von Saudi-Arabien unterstützte Präsidialrat des Jemen am Sonntag
       eine Offensive zur Rückeroberung aller Gebiete angekündigt. Die
       Staatsgewalt solle wieder auf das „gesamte Landesgebiet“ ausgedehnt werden,
       erklärte der Präsidialratsvorsitzende Raschad al-Alimi.
       
       Kurz vor Bekanntgabe der Offensive der Regierungstruppen hatten die Huthis
       die Kontrolle über eine wichtige Straße zwischen der von der Miliz
       belagerten Stadt Tais und der Interimshauptstadt Aden übernommen. Die
       Huthi-Miliz kontrolliert bereits seit Jahren weite Teile des Jemen,
       darunter die Hauptstadt Sanaa. Im September hatten die Huthis die Kontrolle
       über große Teile der westjemenitischen Küste übernommen.
       
       6 Oct 2026
       
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