# taz.de -- Straße von Hormus: Die USA nehmen Angriffe gegen Iran wieder auf
       
       > Die USA greifen Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit Raketen. Vor den
       > Kongresswahlen bleibt den Republikanern wenig Zeit, um die Ausgangslage
       > zu bessern.
       
 (IMG) Bild: Schmähplakat für Donald Trump in Teheran mit hämischer Botschaft: „Großer Sieg! Straße von Hormus“
       
       Nach Wochen trügerischer Ruhe haben die USA ihre militärischen Angriffe auf
       den Iran wieder aufgenommen. Das US-Militär griff am Sonntag iranische
       Stellungen in der Straße von Hormus an. Iran reagierte mit Raketenangriffen
       auf US-Truppen in Jordanien. Der jüngste Schlagabtausch erfolgt, nur wenige
       Tage nachdem die US-Regierung angekündigt hatte, verstärkt auf
       wirtschaftlichen Druck gegen Teheran zu setzen, um den seit mehr als sechs
       Monaten andauernden Krieg zu beenden.
       
       [1][In den USA wächst derweil aufgrund des anhaltenden Kriegs der
       politische Druck] auf die republikanische Partei von US-Präsident Donald
       Trump. Die Umfragewerte des Präsidenten sind im Keller. Zugleich bedrohen
       steigende Preise infolge der angespannten Lage in der Straße von Hormus die
       knappen Mehrheiten der Republikaner im US-Kongress. Rund zwei Monate vor
       den Kongresswahlen bleibt den Republikanern wenig Zeit, ihre Ausgangslage
       zu verbessern. Die erneute militärische Eskalation dürfte ihnen dabei kaum
       helfen.
       
       US-Streitkräfte sollen iranischen Berichten zufolge am Sonntag
       Raketenabschussanlagen auf Larak, einer Insel, die sich in der [2][Straße
       von Hormus] befindet, attackiert haben. Es sollen sich dort mehrere
       Explosionen ereignet haben. Nach Angaben eines amerikanischen
       Militärsprechers sollen Einheiten der iranischen Revolutionsgarde dabei
       beobachtet worden sein, wie sich darauf vorbereitet haben, Raketen und
       Seeminen in die Meerenge abzufeuern.
       
       „Iran hat die Bedrohung geschaffen, und das US-Militär hat sie beseitigt,
       um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Fluss des
       Welthandels zu schützen“, erklärte das US-Militärkommando Centcom auf X.
       Erst in der vergangenen Woche hatte das US-Militär mitgeteilt, die
       internationalen Schifffahrtswege in der Straße von Hormus von Seeminen
       geräumt zu haben. Während die iranische Führung den US-Angriff als
       Aggressionsakt bezeichnete, sprach Centcom von einer „begrenzten, gezielten
       Maßnahme“ gegen Einheiten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC).
       Iranischen Medien zufolge soll es bei den Angriffen Tote und Verletzte
       gegeben haben.
       
       ## Knapp ein Monat ohne Angriffe des US-Militärs
       
       Im Gegenzug feuerte Iran Raketen auf in Jordanien stationierte US-Truppen
       ab. Jordaniens Militär bestätigte, am frühen Montagmorgen acht Raketen im
       eigenen Luftraum abgefangen zu haben. Über etwaige Schäden oder Verletzte
       unter den US-Truppen ist nichts bekannt.
       
       Zuletzt hatte das US-Militär am 29. Juli Angriffe auf Iran bestätigt.
       Damals attackierten amerikanische Streitkräfte Dutzende Ziele der
       iranischen Revolutionsgarde. Nur wenige Tage später, am 1. August, kündigte
       Trump an, vorerst auf weitere Angriffe zu verzichten. Gespräche mit den
       Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten
       hatten bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. Diese
       Feuerpause hielt bis Sonntag.
       
       ## Innenpolitischer Druck
       
       Trump selbst versucht, den Krieg öffentlich als Erfolg zu verkaufen. In
       einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview mit Fox News bezeichnete er
       die US-Seeblockade in der Straße von Hormus als großen Erfolg. „Die
       Blockade ist unglaublich“, sagte Trump. Washington übe damit erheblichen
       finanziellen Druck auf Teheran aus, dessen Öl- und Energieexporte eine
       zentrale Einnahmequelle sind.
       
       Zwar durchqueren inzwischen wieder täglich Handelsschiffe die Straße von
       Hormus, allerdings weiterhin deutlich weniger als vor Beginn des Krieges.
       Die eingeschränkte Schifffahrt und die Sorge vor weiteren Lieferausfällen
       haben die Energiepreise steigen lassen. Gerade steigende Preise und andere
       wirtschaftliche Themen beschäftigen viele US-Wähler vor den Kongresswahlen.
       
       Trump wiederholte im Interview auch die Aussage, dass das iranische Militär
       vernichtet worden sei. Gleichzeitig kommen US-Geheimdienstanalysen zu dem
       Schluss, dass Iran weiterhin über die Mehrheit seiner mobilen Startrampen
       verfügt und noch etwa 70 Prozent seines Raketenbestands aus der
       Vorkriegszeit besitzt.
       
       In den USA existieren hingegen wachsende Sorgen, dass die eigene Munition –
       vor allem für Abwehrwaffensystem – langsam knapp wird. Dies ist nicht nur
       schlecht im Krieg mit Iran, sondern stellt das US-Militär vor große
       Probleme, sollte ein weiterer Konflikt ausbrechen.
       
       Es ist noch immer zu früh, den Ausgang des Krieges vorherzusagen, doch die
       Vereinigten Staaten sind von der Erreichung ihrer Ziele weiter entfernt,
       als die Trump-Regierung dies wahrhaben will.
       
       31 Aug 2026
       
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