# taz.de -- David Ellison: Hollywoods neuer Milchbubi-Mogul
> Paramount übernimmt Warner Brothers. Trump-Freund David Ellison wird zum
> mächtigsten Mann der US-Unterhaltungsbranche. Doch hat er wirklich das
> Sagen?
(IMG) Bild: David Ellison bei der Filmpremiere von „Billie Eilish: Hit Me Hart And Soft“ in Los Angeles
Die Ära der großen Hollywood-Bosse schien längst vorbei. Gründerfiguren wie
Louis B. Mayer oder Jack Warner verschwanden mit der goldenen Zeit der
Filmstudios. Doch seit dieser Woche ist der Typ mächtiger Hollywood-Mogul
zurück.
Nach langem Gezacker mit US-Bundesstaaten um arbeitsrechtliche und kreative
Zugeständnisse wurde am Montag der 111-Milliarden-Dollar-Deal zur
[1][Übernahme von Warner Bros. Disney] durch Paramount Skydance endlich
genehmigt. Das Ergebnis ist das größte Nachrichten- und
Unterhaltungskonglomerat der Geschichte. An der Spitze steht ein Mann,
dessen Einfluss über Film und TV Mayer und Warner vor Neid erblassen ließe:
der 43-jährige David Ellison.
Doch trotz seiner Machtfülle fehlt Ellison die Statur der alten
Gründergeneration. Auf den Fotos, die am Dienstag in Medien wie Forbes und
der [2][New York Times] erschienen, wirkt er eher wie ein Milchbubi. Die
weichen Gesichtskonturen und der Rollkragenpullover lassen ihn kaum wie
einen Haudegen erscheinen, der mit Unternehmergeist und
Durchsetzungsvermögen ein Imperium aufgebaut hat.
Vielmehr sieht man, was er vor allem ist: ein Erbe. Der Comedian John
Oliver brachte es auf den Punkt: „Zugang zu reichen Eltern zu haben, sollte
nicht das System sein, um in den USA Zugang zu ärztlicher Versorgung zu
bekommen. Allerdings ist es das System, um Chef eines Medienimperiums zu
werden.“
## In Hollywood wurde Ellison lange verspottet
Die wahre Unternehmerpersönlichkeit der Familie ist nicht David, sondern
sein Vater Larry Ellison. Der Gründer des Softwaregiganten Oracle besitzt
ein Vermögen von über 200 Milliarden Dollar und ist der sechstreichste
Mensch der Welt. Schon 1994, beim Börsengang von Oracle, vererbte er seinen
Kindern je 90.000 Aktien. Die wären heute jeweils 4 Milliarden Dollar wert.
Wo genau das Geld steckt, bleibt unklar. David und seine Schwester Megan
sind an verschiedenen Unternehmungen ihres Vaters beteiligt.
Durch diese Beteiligungen wurde David zum Dealmacher der
Unterhaltungsindustrie. Nach dem Studium versuchte er sich zunächst
erfolglos als Schauspieler, später mit mehr Geschick als Produzent von
Filmen wie „Terminator“, „Top Gun“ und dem Oscar-Kandidaten „True Grit“.
Doch als Manager seiner Firma Skydance belächelte man ihn in Hollywood
lange. Er galt als „dumb money“, als reicher Filmfan, dem man leicht das
Geld aus der Tasche ziehen konnte.
Dennoch gelang es ihm, Skydance über die Jahre zu einem respektablen,
unabhängigen Studio zu formen. Die Mega-Übernahme von Warner Bros Disney
und der Bieterkrieg mit Netflix schienen jedoch eindeutig von seinem Vater
finanziert und orchestriert. Und laut einem Bericht der New York Times aus
der vergangenen Woche wird es auch Larry und nicht David sein, der
letztlich bei Paramount das Sagen hat. Eine der Familie gehörende Firma
hält 77 Prozent der stimmberechtigten Anteile – hinter dieser Firma steht
Larry.
Wie stark [3][Trump-Kumpel Larry Ellison] bei den Entscheidungen um die
Zukunft der Unterhaltungs- und Nachrichtenindustrie eingreifen wird, ist zu
diesem Zeitpunkt Spekulation. Vielleicht lässt er seinen Sohn machen,
vielleicht auch nicht. Vielleicht greift er nur bei den wichtigen
Entscheidungen ein. Tatsache ist, der milchbärtige neue Super-Mogul David
ist alles andere als ein souveräner Herrscher über sein Imperium.
22 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wer-bekommt-Warner/!6136968
(DIR) [2] https://www.nytimes.com/2026/09/22/business/media/david-ellison-hollywood-mega-mogul.html?eafs_enabled=false
(DIR) [3] /US-Medien-und-Politisierung/!6103689
## AUTOREN
(DIR) Sebastian Moll
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