# taz.de -- Parteitag der Republikaner in Dallas: Texanische Trump-Verehrung
       
       > In den USA halten die Republikaner erstmals einen Parteitag vor
       > Zwischenwahlen ab. Trump verspricht Geldgeschenke – wohl wegen schlechter
       > Umfragewerte.
       
 (IMG) Bild: Beim Parteitag in Dallas huldigen die Republikaner ihrem größten „Hero“: Donald Trump
       
       Tausende Republikaner pilgerten in die texanische Großstadt Dallas in den
       vergangenen Tagen, um dort ihrem größten Helden zu huldigen: Donald Trump.
       Zum ersten Mal veranstalteten die Republikaner einen Parteitag im Vorfeld
       von Kongresswahlen, die immer zur Mitte einer Präsidentschaft abgehalten
       werden. Der Grund für die Veranstaltung sind die schlechten Umfragewerte
       der Partei weniger als zwei Monate vor den Wahlen am 3. November.
       
       Mit der zweitägigen Wahlkampfveranstaltung will die Parteiführung die
       Wählerbasis anspornen, um den befürchteten Verlust der Mehrheit im
       US-Kongress doch noch abzuwenden. Wie die Partei das schaffen will? Mit
       Trump und einem Geldversprechen. Der Präsident versprach während seiner
       Rede am Mittwochabend, dass er, sollten die Republikaner die Mehrheit in
       beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen, seinen Landsleuten mit einer
       Einmalzahlung von 5.000 Dollar pro Kopf belohnen würde.
       
       „Ich werde an jeden erwachsenen Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika
       eine Dividende in Höhe von 5.000 Dollar ausschütten – ganz ähnlich, wie ein
       erfolgreiches Unternehmen eine Barausschüttung an seine Aktionäre
       vornimmt“, sagte er.
       
       Trump hielt die Abschlussrede am ersten Tag der Veranstaltung. Er
       wiederholte dabei viele seiner bereits bekannten Aussagen und versuchte zu
       erklären, dass seine zweite Amtszeit die bisher erfolgreichste in der
       Geschichte der USA sei. „[1][Zölle] machen uns weitaus reicher, als wir je
       gedacht hätten – wir nehmen Billionen von Dollar ein“, sagte Trump über
       seine Wirtschaftspolitik.
       
       ## Irankrieg sorgt für Umfragetief
       
       Neben Trump waren auch andere führende republikanische Politiker,
       Kandidaten und Regierungsmitglieder auf dem Parteitag anwesend. Doch die
       meisten Menschen kamen nur aus einem Grund – Präsident Trump. „Ich
       unterstützte ihn von Anfang an. Er hat seine Fehler, wie alle Menschen,
       doch er ist einer der besten Präsidenten, an den ich mich erinnern kann“,
       sagte Phillip Hatfield aus Dallas im Gespräch mit der taz.
       
       Republikaner sehen in der Veranstaltung eine Gelegenheit, ihre Wählerschaft
       zu mobilisieren und ihre Erfolgsbilanz zu präsentieren. Doch die
       wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankriegs machen der Partei deutlich zu
       schaffen. Und da üblicherweise die Regierungspartei bei Kongresswahlen
       Sitze verliert, stehen die Vorzeichen nicht sonderlich gut.
       
       „Natürlich ist der Irankrieg ein Problem. […] Doch wenn man sich ansieht,
       wie das Mullah-Regime in den letzten 47 Jahren vorgegangen ist, dann war es
       nötig, diesen Krieg zu führen, um sicherzustellen, dass Iran keine
       Atomwaffen besitzt“, meinte Hatfield.
       
       Trotzdem ist nicht für alle Republikaner eine enge Beziehung zu Trump auch
       eine Erfolgsgarantie. Dies zeigt sich allein schon daran, dass weniger als
       die Hälfte der republikanischen Kandidaten aus den am härtesten umkämpften
       Wahlbezirken bei der Veranstaltung sprechen werden.
       
       ## Zahlreiche Republikaner blieben Parteitag fern
       
       Eine Analyse von CNBC hat gezeigt, dass lediglich 19 von 45 Kandidaten für
       einen Redebeitrag auf dem zweitägigen Parteitag in Dallas vorgesehen sind.
       
       „Der Grund, warum Zwischenwahlen für die Regierungspartei oft schlecht
       ausgehen, liegt darin, dass die Opposition meist verärgert ist. In diesem
       Fall ist [2][das linke Lager] hoch motiviert. Am Wahltag werden all jene
       erscheinen, die Donald Trump hassen. Die Frage ist: Werden auch die
       Republikaner zur Wahl gehen? Sind wir gespalten? Wir müssen
       zusammenstehen“, sagte [3][der texanische Senator Ted Cruz] gegenüber CNN.
       
       Berichten von MS Now zufolge haben sich zudem zahlreiche gefährdete
       Republikaner dazu entschieden, dem Parteitag gänzlich fernzubleiben. Für
       Trump-Anhänger Paul – der seinen Nachnamen nicht preisgeben will – war die
       dreistündige Autofahrt aus der texanischen Hauptstadt Austin die Reise
       wert. Er hofft, dass es den Republikanern gelingen wird, Demokraten und
       deren, wie er es bezeichnete, „sozialistisches und kommunistisches
       Gedankengut“ zu besiegen. Denn sonst sehe er schwarz für das Land und seine
       acht Enkelkinder.
       
       Die Demokraten haben kein Gegenprogramm geplant. Sie wollen jedoch mit
       Pressekonferenzen und Medienauftritten dagegenhalten, um der Darstellung zu
       widersprechen, und zu argumentieren, dass die Politik des Präsidenten –
       etwa Zölle und der Konflikt mit dem Iran – zu den derzeit hohen Preisen
       beigetragen habe.
       
       Am zweiten und letzten Tag wird US-Vizepräsident J. D. Vance eine
       Grundsatzrede halten.
       
       10 Sep 2026
       
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