# taz.de -- Warnung vor ökonomischen Schäden: Handelsverband nennt AfD „absolut wirtschaftsfeindlich“
       
       > Vor den Wahlen kritisiert der Einzelhandel die AfD als „nicht wählbar“,
       > Putins Beauftragter lobt sie. Mitarbeiter von Berliner
       > AfD-Spitzenkandidatin durchsucht.
       
 (IMG) Bild: Mögliche AfD-Wahlerfolge alarmieren auch den Einzelhandel
       
       afp/dpa/epd | Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat vor den Folgen der
       AfD-Politik für den Einzelhandel gewarnt. Ihre Migrationsfeindlichkeit und
       wirtschaftliche Forderungen wie die Rückkehr zur D-Mark und der Austritt
       aus der EU machten die Partei „nicht wählbar“, sagte
       HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Portal „t-online“. „Dieser Partei
       fehlt die staatspolitische Verantwortung.“ Scharf kritisierte Genth das
       [1][von der AfD propagierte Konzept der „Remigration“]. Das Wort an sich
       sei schon ein „absolutes No-Go“. Viele Angestellte im Handel hätten
       Migrationshintergrund. „Wenn wir all diese Menschen nicht mehr beschäftigen
       könnten und dürften, dann bricht unser System zusammen. (…) Dann könnten
       wir die Läden dichtmachen.“
       
       Den Ausstieg aus dem Euro bezeichnete Genth als „absolut
       wirtschaftsfeindlich“, ein Austritt aus der Europäischen Union sei „völlig
       unmöglich“, ein von der AfD versprochenes Rentenniveau von 70 Prozent nicht
       finanzierbar. „Solche Dinge sind nicht umsetzbar und schlicht unbezahlbar.“
       Die starken Wahlergebnisse der AfD im Osten sorgen dem HDE-Chef zufolge
       bereits für ein sich verschlechterndes Umfeld für Händler. „Einzelhändler
       berichten uns von einem sehr schwierigen Klima, vereinzelt auch von
       Anfeindungen.“
       
       ## Putins Beauftragter jubelt AfD vor MV-Wahl zu
       
       [2][Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern] bekommt die AfD
       prominente Unterstützung aus Moskau. Der Beauftragte von Kremlchef Wladimir
       Putin für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill
       Dmitrijew, äußerte ganz unverhohlen die Bereitschaft zur wirtschaftlichen
       Zusammenarbeit mit der Partei nach einem möglichen Wahlsieg. Dabei
       behauptet Moskau immer wieder, sich nicht in Wahlen anderer Länder
       einzumischen. „Mecklenburg-Vorpommern wird wieder aufblühen, wenn
       bezahlbares, zuverlässiges Nord-Stream-Gas durch gemeinsame Arbeit mit der
       AfD zurückkehrt“, schrieb Dmitrijew auf der Plattform X.
       
       Russland hatte immer wieder angeboten, bei einer möglichen Aufhebung von
       Sanktionen wieder preiswertes Gas nach Deutschland durch die Ostseepipeline
       zu pumpen. Nach den Sprengungen an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2
       gibt es nur noch einen intakten, aber nicht genutzten Strang von
       ursprünglich vier Leitungen. „Niedrigere Energiekosten, mehr Jobs und
       höheres Wachstum“, meinte Dmitrijew mit Blick auf künftig mögliche
       Gaslieferungen. „Kein deutscher Energie- und Industriesuizid mehr“, sagte
       Dmirijew in einer Antwort auf einen Post der AfD-Co-Vorsitzenden Alice
       Weidel, die für Veränderung in Mecklenburg-Vorpommern warb. Er ist auch
       Putins Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA über eine Beendigung
       des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
       
       Die AfD setzt sich zwar – [3][wie die Partei BSW] – für eine Wiederaufnahme
       der Moskauer Gaslieferungen ein, damit die deutsche Wirtschaft wie vor
       Putins Angriff auf die Ukraine wieder preiswerte Energie aus Russland
       beziehen könne. Allerdings entscheidet die Wahl auf Landesebene nichts
       Greifbares in der Frage. Russlands Pipelinegas unterliegt Sanktionen in der
       EU.
       
       ## Knobloch fordert Parteiverbotsverfahren gegen die AfD
       
       Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat
       ein Verbotsverfahren gegen die AfD gefordert. „Vieles an der AfD erinnert
       mich heute an den Weg der Nationalsozialisten zur Macht“, sagte die
       Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern der
       „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Die Gegenwehr, die eine Partei wie sie
       aus der demokratischen Mitte zu spüren bekommen muss, hat in Deutschland
       viel zu spät eingesetzt“, kritisierte die 93-Jährige angesichts des
       Erstarkens der AfD bei jüngsten Landtagswahlen und in Umfragen.
       
       Die AfD sei eine Partei, „in der es von Judenhassern und Extremisten nur so
       wimmelt“, warnte Knobloch. Die Partei versprühe Hass, „auch den Hass auf
       Juden“, sagte Knobloch. „Leider ist es bisher nicht gelungen, ihr einen
       Riegel vorzuschieben, deshalb gehört sie verboten“, auch wenn dies
       „juristisch vielleicht schwierig ist“.
       
       ## Durchsuchung bei Mitarbeiter von AfD-Spitzenkandidatin
       
       Fünf Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin ist die Wohnung eines
       Mitarbeiters von AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker durchsucht worden.
       Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin besteht der Verdacht eines
       Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz. Ein
       entsprechender richterlicher Durchsuchungsbeschluss sei von der Polizei am
       15. September in Berlin-Lichterfelde vollstreckt worden, teilte ein
       Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Zuvor hatten „Bild“ und
       „B.Z.“ berichtet.
       
       Laut Staatsanwaltschaft wurden keine Beweismittel gefunden, „die den
       Tatvorwurf untermauern“. Die Polizei habe jedoch andere Beweismittel,
       sogenannte Zufallsfunde, sichergestellt. Diese müssten nun
       kriminaltechnisch untersucht werden, „bevor die strafrechtliche Relevanz
       näher bewertet“ werden könne. Nach den Zeitungsberichten stießen die
       Ermittler bei dem 48-Jährigen auf Drogen und Nazi-Devotionalien.
       AfD-Sprecher Ronald Gläser sprach von einer „privaten Angelegenheit“. „Wir
       warten die Ermittlungen ab“, sagte er auf Anfrage. Die „Bild“-Zeitung
       zitierte AfD-Spitzenkandidatin Brinker darüber hinaus mit den Worten: „Ich
       hatte niemals einen Anhaltspunkt dafür, dass er in einer solchen Richtung
       tickt. Er ist einfach Sammler.“
       
       ##
       
       19 Sep 2026
       
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