# taz.de -- Wahl Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Wer kann da regieren?
       
       > Am Sonntag wird in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. In beiden
       > Ländern ist völlig offen, wie danach Mehrheiten gefunden werden.
       
 (IMG) Bild: Und wer hat das schönere Parlament? Landtag in Schwerin (links), Abgeordnetenhaus in Berlin (rechts)
       
       ## 9.33 Uhr: Rund 1.100 Polizisten in Berlin unterwegs
       
       dpa | Die Berliner Polizei sichert die Wahlen in Berlin mit rund 1.100
       zusätzlichen Einsatzkräften ab. Die Polizistinnen und Polizisten sind
       stadtweit unterwegs, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wie
       die Behörde auf der Plattform X mitteilte.
       
       Es gehe um den Schutz der insgesamt mehr als 2.500 Wahllokale, des
       Abgeordnetenhauses und der Regierungsgebäude, wie ein Sprecher sagte.
       Polizisten achteten dabei auch darauf, dass es im Umfeld von Wahllokalen
       keine unzulässige Beeinflussung gebe. Nach dem Landeswahlgesetz sind
       beispielsweise in einem Radius von 30 Metern keine größeren Kundgebungen
       vor Wahllokalen zugelassen.
       
       Zudem gelte es Störaktionen zu verhindern, so die Polizei. Bislang lägen
       aber keine | Hinweise dafür vor, dass die Wahl durch Aktionen behindert
       werden solle. Die Polizei stehe zudem in engem Austausch mit der
       Landeswahlleitung.
       
       Rund 2,5 Millionen Menschen sind zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses
       aufgerufen. Für die Wahl der zwölf Bezirksverordnetenversammlungen, an der
       auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten teilnehmen dürfen, gibt es
       gut 2,7 Millionen Wahlberechtigte. Die mehr als 2.500 Urnenwahllokale haben
       von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
       
       ## 🐾 8.30 Uhr: Was sollen Grüne, SPD und Linke tun, wenn sie gewinnen?
       
       taz | Eigentlich klar, was passieren muss, wenn die AfD erneut das Rennen
       macht: einfach mal verbieten. Nur wenn´s anders ausgeht, dann wird es
       kompliziert, [1][kommentiert Seite-1-Redakteur Lukas Wallraff.]
       
       ## [2][🐾] 8.15 Uhr: Berlin, der Müll und der Kiez
       
       taz | Nirgendwo in Deutschland prallen Lebensentwürfe so hart aufeinander
       wie in Berlin. Was soll bleiben? Was sich ändern? [3][Dazu sechs
       Anmerkungen aus der taz-Redaktion.]
       
       ## 8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet
       
       taz | Es geht los: Seit 8 Uhr morgens sind die Wahllokale in Berlin und in
       Mecklenburg-Vorpommern geöffnet. Bis 18 Uhr können die Bürger:innen ihr
       Stimme abgeben. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 1,3 Millionen Menschen
       wahlberechtigt. In beiden Bundesländern dürfen erstmals auch schon 16- und
       17-Jährige ihre Stimme abgeben. (ga)
       
       7.55 Uhr: Was die Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern sagen
       
       taz | Es könnte knapp werden. Denn die SPD hat laut Umfragen in den letzten
       Monaten enorm aufgeholt. Sie lag zuletzt nur noch 2 bis 3 Prozentpunkte
       hinter der AfD. Das ZDF-Politbaromenter sah am Donnerstag [4][die SPD sogar
       ganz knapp vor der AfD]. Vor einem Jahr sah das noch komplett anders aus.
       Da waren die Rechtsextremen mit 38 Prozent zwar ähnlich stark heute, aber
       sie lagen weit vor der SPD, die nur bei 19 Prozent gesehen wurde.
       
       Die Aufholjagd hat die SPD wohl ihrer prominenten Ministerpräsidentin
       Manuela Schwesig zu verdanken. Unter dem Höhenflug leidet umgekehrt aber
       vor allem die CDU, die stark abgefallen ist. Mit 6 bis 7 Prozent lag sie
       nur noch knapp über der Fünfprozenthürde. Genau da werden die Grünen
       gesehen. Das BSW knapp darunter.
       
       Bei keiner der drei kleinen Parteien ist somit sicher, dass sie am Ende im
       Parlament sind. Bei keiner der beiden großen, wer am Ende die Nase vorn
       hat. Denn Umfragen sind bekanntlich noch lange keine Wahlergebnisse. Die
       Abweichungen können enorm sein, wie zuletzt die Landtagswahl in
       Sachsen-Anhalt gezeigt hat. Es könnte knapp werden. (ga)
       
       7.50 Uhr: Was die Umfragen in Berlin sagen
       
       taz | Es könnte knapp werden, auch in Berlin. Zwar musste sich die SPD in
       den letzten Wochen laut Umfragen aus dem Rennen um Platz 1 verabschieden.
       Von noch vier Parteien aber könnte jede am Ende die stärkste sein. Die
       größten Hoffnungen können sich Linke und CDU machen. Die rechtsextreme AfD
       hat in Berlin zwar keine Chance auf einer Regierungsbeteiligung, liegt aber
       nur knapp hinter CDU und Linken. Auf Platz 4 stehen die Grünen.
       
       Die Abstände sind so knapp, dass sich am Wahlabend noch alles verschieben
       kann. Zudem ist offen, ob nicht noch das BSW als sechste Partei ins
       Abgeordnetenhaus einzieht. Es wurde in den Umfragen bei 3 bis 5 Prozent
       gesehen. Wie gesagt: Es könnte knapp werden. (ga)
       
       7.45 Uhr: Was in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl steht
       
       taz | Im Landtag in Schwerin sind ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate 71
       Sitze zu vergeben. Jede Wähler:in hat zwei Stimmen. Die Erststimme für
       die Kandidat:innen des jeweiligen Wahlkreises, die Zweitstimmen für die
       Landeslisten der Parteien, die entscheidend ist für die Größe der
       Fraktionen im neuen Landtag.
       
       Für eine Mehrheit wären mindestens 36 Sitze notwendig. Schaffen es die
       Grünen ins Parlament, könnte es für eine rot-rot-grüne Koalition reichen –
       wenn das BSW draußen bleibt. Sonst wird es auch hier eng.
       
       Die SPD will ihre Ministerpräsidentin [5][Manuela Schwesig] im Amt halten.
       Die AfD will sie durch ihren Spitzenkandidaten [6][Leif-Erik Holm]
       ersetzen. (ga)
       
       7.40 Uhr: Was in Berlin zur Wahl steht
       
       taz | In Berlin werden neben dem Abgeordnetenhaus auch die
       Bezirksverordnetenversammlungen der 13 Bezirke gewählt. Daher haben die
       Wähler:innen dort drei Stimmen. Eine für das Bezirksparlament, die
       Erststimme für die Wahlkreiskandidat:innen und die Zweitstimme für
       die Landeslisten der Parteien.
       
       Laut Umfragen braucht es im neuen Abgeordnetenhaus auf jeden Fall ein
       Dreierbündnis für eine Koalition. Denkbar wäre ein rot-grün-rotes Bündnis
       mit [7][Elif Eralp (Linke)] als Regierender Bürgermeisterin. Oder ein
       schwarz-grün-rotes Bündnis mit [8][Stefan Evers (CDU)] an der Spitze.
       Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich Werner Graf
       (Grüne) als Überraschung durchsetzt, wenn seine Partei vor der CDU oder vor
       den Linken landet. Entscheidend wird, welche Partei in einem Dreierbündnis
       die stärkste wird. Das muss nicht unbedingt die stärkste im
       Abgeordnetenhaus sein. Denn das könnte im Extremfall sogar die AfD werden.
       
       Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) tritt nicht mehr an. Er hat
       sich bekanntlich beim Tennis verspielt. (ga)
       
       20 Sep 2026
       
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