# taz.de -- Wahl Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: CDU fliegt definitiv erstmals aus einem Landtag raus
> Die Linke wird in Berlin klar stärkste Partei. In Mecklenburg bleibt die
> CDU unter 5 Prozent. Die AfD steht vor der SPD. Rot-Rot-Grün in beiden
> Ländern möglich.
(IMG) Bild: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken in Berlin, am Wahlabend
00.10 Uhr: CDU bleibt bei 4,888 Prozent stehen
taz/dpa | Nun ist es definitiv. [1][Laut den Zahlen der Landeswahlleitung]
sind alle 1.974 Wahlrkeise in Mecklenburg-Vorpommern erfasst. Demnach kommt
die CDU auf genau 4,888 Prozent der gültigen Zweitstimmen – und fliegt
erstmals aus einem Landtag raus.
Auch das BSW scheitert knapp und kommt laut vorläufigem amtlichen
Endergebnis auf 4,8 Prozent.
Wahlsiegerin ist die AfD mit 38,2 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgt
die SPD mit 35,5 Prozent, zudem ziehen die Linke (6,5 Prozent) und die
Grünen (5,7 Prozent) in den Landtag ein. Wahrscheinlich ist daher ein
rot-rot-grünes Bündnis unter der bisherigen Ministerpräsidentin Manuela
Schwesig (SPD).
Und damit beenden wir den Liveticker vom Wahlabend. (ga)
23.30 Uhr: CDU bleibt in Mecklenburg-Vorpommern wohl unter 5 Prozent
taz | Kurz vor Schluss der Auszählung ist so gut wie sicher, dass die CDU
erstmals aus einem Landtag fliegt. [2][Nach Auszählung von 1.972 der 1.974
Wahlkreise] kommt die Union nur auf 4,88 Prozent der Zweitstimmen. Auch die
Stimmen der beiden fehlenden Wahlkreise werden sie kaum noch über die
5-Prozenthürde retten.
Damit ist die CDU erstmals überhaupt in einem Landtag nicht vertreten. Ihr
bisher schlechtestes Ergebnis holte sie 1951 in Bremen – und selbst da war
sie mit 9 Prozent nahezu doppelt so stark wie jetzt in
Mecklenburg-Vorpommern.
Das Ausscheiden der Union hat unmittelbar Auswirkungen auf die Mehrheietn
im künftigen Landtag. Denn weil auch das BSW unter 5 Prozent bleibt ist
klar, dass es für einen rot-rot-grünes Bündnis reichen wird. (ga)
## 23.15 Uhr: Eralp gewinnt Direktmandat mit großem Vorsprung, Giffey
fliegt raus
dpa | Berlins Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp ist bei der
Abgeordnetenhauswahl im Kampf um ein Direktmandat erfolgreich gewesen. Die
45-Jährige erreichte 50,4 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis
Friedrichshain-Kreuzberg 1, wie aus der Ergebnispräsentation der
Landeswahlleitung hervorgeht. Sie lag damit weit vor Grünen-Kandidatin
Kübra Beydas mit 17,2 Prozent.
Berlins wohl prominenteste SPD-Politikerin, die frühere Bundesministerin
und Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, wird hingegen dem neuen
Abgeordnetenhaus nicht mehr angehören. In ihrem Wahlkreis in Rudow im
Bezirk Neukölln verpasste die 48-Jährige bei der Berlin-Wahl ein
Direktmandat, wie aus der Ergebnispräsentation der Landeswahlleitung
hervorgeht.
Auch Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat das Direktmandat in
seinem Wahlkreis in Treptow-Köpenick verloren. Er kam auf 24,5 Prozent und
unterlag damit klar dem AfD-Kandidaten Alexander Bertram, der auf 31,5
Prozent kam. Ins Abgeordnetenhaus dürfte Evers aber über die
CDU-Bezirksliste einziehen.
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hate ebenfalls ein Direktmandat verfehlt.
Der 47-jährige SPD-Landeschef kam im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 2 nur
auf Platz drei hinter Tom Cywinski (CDU) und Daniel Eliasson (Grüne).
22.20 Uhr: Linke schlagen Grüne in der Berliner Innenstadt
taz | Der fulminante Wahlsieg der Linkspartei in Berlin schlägt sich auch
in den Parlamenten der Berliner Bezirke durch. In Mitte, Pankow und selbst
in Friedrichshain-Kreuzberg, wo die Grünen bisher die stärkste Fraktion
waren und die Bürgermeister:innen stellten, wurde nun jeweils die
Linke zur stärksten Partei.
In Friedrichshain-Kreuzberg, der über Jahrzehnte stabilsten
Grünen-Hochburg, kommt die Linke [3][nach Auszählung fast aller Stimmen]
auf rund 40 Prozent. Die Grünen fallen hingegen von 35 auf 25 Prozent. (ga)
22.08: ZDF sieht CDU auch unter 5 Prozent
taz | Auch das ZDF sieht die CDU in Mecklenburg-Vorpommern in einer neuen
Hochrechnung nicht mehr in Landtag.
Laut jüngsten Zahlen des Landeswahlleitung ist die CDU zwar wieder vor das
BSW gerutscht. Sie kommt aber dennoch nur auf 4,85 Prozent. Und fast 99
Prozent aller Wahlkreise sind bereits erfasst. (ga)
22.00 Uhr: BSW laut Hochrechnungen in Berlin unter 5 Prozent
taz | Das BSW scheint die Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus knapp zu
verpassen. Laut den neusten Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt es auf 4,9
bzw. 4,8 Prozent. Das hat zur Folge, dass neben einer rot-grün-roten auch
wieder eine schwarz-grün-rote Koalition eine rechnerische Mehrheit im
Abgeordnetenhaus hätte. (ga)
21.47 Uhr: CDU fällt laut Hochrechnung in Mecklenburg auf 4,9 Prozent
taz | Was sich in den Zahlen der Landeswahlleitung abzeichnet, wird nun
auch in einer Hochrechnung der ARD sichtbar. Demnach kommt die CDU in
Mecklenburg-Vorpommern auf nur noch 4,9 Prozent. Damit würde sie den Einzug
ins Parlament verpassen.
Das ZDF sieht die CDU in einer ebenfalls um 21.45 Uhr veröffentlichten
Hochrechung bei 5,0 Prozent.
[4][Laut aktuellem Auszählungsstand] kommt die Union auf nur 4,84 Prozent.
Fast 98 Prozent aller Wahlbezirke sind bereits erfasst. (ga)
## 21.45 Uhr: Jugend ohne Gott gegen Faschismus oder Erstwähler in Berlin
sehr links
taz Die Erstwähler:innen haben in Berlin mit großer Mehrheit für die
Linke gestimmt. [5][Das zeigt eine Analyse des ZDF]. Demnach haben von den
16 bis 24-Jährigen 47 Prozent die Linkspartei gewählt. Zweitstärkste Partei
in dieser Gruppe waren die Grünen mit gerade mal 11 Prozent, vor AfD (10),
SPD (9) und CDU (8). In Berlin durften erstmals auch schon 16- und
17-Jährige ihr Votum abgeben. (ga)
21.35 Uhr: Für die CDU wird es ganz, ganz knapp
taz | Die CDU droht in Mecklenburg-Vorpommern noch unter die
5-Prozent-Hürde zu rutschen. [6][Laut Zahlen der Landeswahlleitung] sind
bereits fast 96 Prozent der Wahlbezirke erfasst. Demnach kommt die Union
auf 45.929 Zweitstimmen, das entspricht 4,83 Prozent. Sie liegt damit noch
12 Stimmen hinter dem BSW, das mit diesem Ergebnis ebenfalls den Einzug ins
Parlament verpassen würde. Das ist keine Hochrechnung, sondern der
aktuelle, nicht repräsentative Auszählungsstand. Aber da fast alle Stimmen
ausgezählt sind, ist das schon ein deutlicher Hinweis. (ga)
## 21:20 Uhr: Ein paar Elif-Fans tanzen vor dem Roten Rathaus
taz | „Wir kommen zusammen, um zusammen zu tanzen“, erklärt ein Aktivist
dem Polizeibeamten. Er ist Teil der Kampagne „Wir sind Elif“, die zwar
nicht parteigebunden sei, aber seit Wochen den Wahlkampf unterstützten,
erklärt ein Sprecher gegenüber der taz. Sie stehen um eine Musikbox und
tragen große, runde Sticker mit dem Gesicht von Elif Eralp.
„Bringt eure Soundsysteme mit!“, hieß es bei einem Social Media-Aufruf, um
den Wahlsieg der Linken vorm Roten Rathaus zu feiern. Um 21:20 Uhr kamen
bisher rund 40 Leute. Sie stehen eher verstreut herum. Der Wind macht eine
fröstelnde Brise. Herzliche Begrüßungen auf verschiedenen Sprachen, manche
machen Videos von sich mit Rathaus im Hintergrund.
Eine andere Sprecherin erklärt, sie wollten Eralps Gang zum Rathaus am
Abend begleiten und dachten, sie kommt auch auf der Kundgebung vorbei. „Mal
sehen wie es weitergeht. Jetzt ist Elif wieder im Festsaal“, damit meint
sie die Wahlparty in Kreuzberg.
Zu hören sind türkische und iranische Hits. Aber auch „Das was ich will,
bist duuu,“ aus dem Hit „Ohne dich“ von Münchener Freiheit und „König von
Deutschland“ von Rio Reiser.
Ein paar kurze freudige Ansprachen gibt es auch: „Ich habe heute zum ersten
Mal gewählt – und Elif hat gewonnen! Wir haben eine Sozialistin an die
Macht gewählt.“ Applaus und Wuh-Rufe. (ads)
20.50 Uhr: Linke feiern in Neukölln mit teils 50 Prozent
taz | „Jetzt sind wir hier im Bezirk führende Macht“, ruft der Redner auf
der Bühne der Wahlparty der Linken im Berliner Bezirk Neukölln. Zu diesem
Zeitpunkt sind bereits alle auf den Beinen, der Jubel ist ohrenbetäubend.
Etwa um 20:15 Uhr werden hier die ersten Ergebnisse für den Bezirk
vorgestellt. Bei jedem der Nordneuköllner Gebiete [7][schießt der lila
Balken nach oben]: Mal 46 Prozent, mal 50 Prozent, mal 41 Prozent. Es
werden wohl mindestens drei, wahrscheinlich vier Kandidierenden der
Neuköllner Linken direkt ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Auch im
Neuköllner Süden, jenen Stadtbrandgebieten, wo AfD und Konservative
traditionell stark sind, hat die Partei Ergebnisse um die 20 Prozent
eingefahren. „Wir haben das gegen den Gegenwind von Springer und Co.
geschafft, gegen die Immobilienlobby“, ruft der Redner. Seine Stimme geht
in „Neukölln, Neukölln, Neukölln bleibt rot“-Rufen unter.
Bereits zuvor glich die Stimmung bei den Neuköllner Linken eher einer
Demonstration als einer Wahlparty. Immer wieder brechen antifaschistische
und palästinasolidarische Sprechchöre im Publikum aus. Dieses ist sehr jung
und migrantisch geprägt, man trägt Adidasjacken oder Kufiyas. Hier liest
man den Erfolg als Bestätigung für den Kurs des sehr sozialistisch und
palästinasolidarischen Bezirkverbands, der zuletzt mit einer
Wahlkampfveranstaltung Schlagzeilen gemacht hatte, auf der ein Rapper
„Death to the IDF“ skandierte. Und auf der Bühne wird sich nun darauf
eingeschworen, in den Koalitionsverhandlungen keine Kompromisse zu machen.
„Ein Wahlergebnis ist kein Selbstzweck, wir müssen jetzt stabil bleiben“,
ruft eine Rednerin. „Yallah, yallah Widerstand“, schließt sie ihre Rede,
was vom Publikum in Form eines weiteren Sprechchores aufgegriffen wird.
(Timm Kühn)
20.45 Uhr: Keine Mehrheit für Schwarz-Grün-Rot in Berlin
taz | Laut der aktuellen Hochrechnung der ARD hätte ein theroretische
Bündnis aus CDU, Grünen und SPD keine Mehrheit im neuen Abgeordnetenhaus.
Weil die Union mittlerweile deutlich unter die 20 Prozent gerutscht ist,
würde den dreien zusammen ein Sitz zur Mehrheit fehlen.
Denkbar wäre damit einzig ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung der
Linkspartei. (ga)
20.31 Uhr: Grüne beginnen zu feiern in Schwerin
taz | In der letzten Infratest-Hochrechnung stiegen die Grünen in
Mecklenburg-Vorpommern um einen Zehntelprozentpunkt nach oben – von 5,5 auf
5,6 Prozent. Genug für Spitzenkandidatin Claudia Müller, um auf der
Grünen-Wahlparty in einem Schweriner Co-Working-Space endlich auf die Bühne
zu treten. „Ich neige nicht dazu, vorzeitig den Sieg zu erklären“, sagt
sie. „Und ein Sieg ist das heute nicht. Aber ich bin mir jetzt sicher: Wir
sind im Landtag!“
Dann natürlich Jubel, anschließend aber auch Mahnungen der
Spitzenkandidatin: Es werde nicht einfach mit einer starken AfD und
„verzwergten Parteien der Mitte“. Sie wisse noch, wie es sich angefühlt
hat, als vor zehn Jahren die Grünen zuletzt an der Fünfprozenthürde
scheiterten. Sollte heute eine „demokratische Kraft aus dem Parlament
fliegen“ – gemeint sein dürfte die CDU –, sei das „nichts Schönes“. (tsc)
## 20.30 Uhr: AfD punktete in Mecklenburg bei Nichtwählern und Arbeitern
afp | Die AfD hat bei ihrem knappen Sieg bei der Landtagswahl in
Mecklenburg-Vorpommern vor allem von bisherigen Nichtwählern und Menschen
mittleren Alters profitiert. Nach einer vorläufigen Analyse des Instituts
Infratest dimap für die ARD vom Sonntagabend gaben aus der Gruppe
bisheriger Nichtwählerinnen und Nichtwähler diesmal 67.000 ihre Stimme der
AfD. Auch von der SPD zog die AfD Wählerstimmen ab – rund 45.000.
Zugleich überzeugte die AfD vor allem Wählerinnen und Wähler im mittleren
Alter. So machten bei den 35- bis 44-Jährigen 45 Prozent ihr Kreuz bei der
in Teilen rechtsextremistischen Partei und bei den 45- bis 59-Jährigen
sogar 47 Prozent. Auch die 60- bis 69-Jährigen wählten zu 41 Prozent die
AfD.
Auch bei den jüngsten Wählern zwischen 16 und 24 Jahren lag die AfD mit 35
Prozent vorn. Am geringsten war die Zustimmung für die Partei bei den über
70-Jährigen mit 26 Prozent – in dieser Altersgruppe wählte mehr als die
Hälfte (52 Prozent) die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Auch bei den Frauen konnte Schwesig punkten – 40 Prozent der Wählerinnen
stimmten für die SPD. Bei den männlichen Wählern lag mit 44 Prozent
hingegen die AfD vorn. Viele Stimmen holte die AfD zudem bei Arbeiterinnen
und Arbeitern (51 Prozent), Selbstständigen (46 Prozent) und Angestellten
(42 Prozent).
Wie aus den Daten von Infratest zum Wahlverhalten in Mecklenburg-Vorpommern
weiter hervorgeht, verlor die CDU, die ein historisch schlechtes Ergebnis
einfuhr, rund 28.000 ihrer bisherigen Wählerinnen und Wähler an die AfD und
zudem rund 25.000 Wählerstimmen an die SPD.
## 20.25 Kreuzberger Grüne feiern trotz Verlusten
taz | Auf der Wahlparty der Grünen von Friedrichshain-Kreuzberg wird groß
gratuliert und zugejubelt: Antje Kapek, Direktkandidatin im Wahlkreis 4 hat
Geburtstag. Sie steht auch auf der Landesliste, wird also sicher Teil des
Abgeordnetenhauses sein. Für andere wirds knapp: die Grünen könnten
erstmals seit langem die Direktmandate in ihrem Kernbezirk an die Linke
verlieren. Und nach aktuellem Auszählungsstand sieht es auch ganz danach
aus.
Auch für Katrin Schmidberger, Direktkandidatin im Wahlkreis FHXB 2. „Wir
haben sehr gut gekämpft, und wir haben am klarsten gesagt, dass wir eine
progressive Regierung wollen, dass rotgrünrot unser Projekt ist und die
Stadt das braucht“, sagt sie. „ Es tut auch weh, dass die Linke und due CDU
gegeneinander gelaufen sind und die Leute leider nicht strategisch gewählt
haben“, sagt sie. Ihr Ziel sei es, die CDU aus dem Roten Rathaus zu
schicken.„Wir erwarten, dass die Linke auch liefert. Wir stehen bereit –
auch wenn wir gerade noch nicht, mit wem“, das sei schon bitter.
Monika Hermann, langjährige Bezirksbürgermeisterin freut sich trotzdem über
das Wahlergebnis. „Ich feiere es, dass die CDU weg ist“, sagt sie. Der Weg
sei frei für ein Linksbündnis, und ihr Spitzenkandidat Werner Graf könnte
sehr gut vermittelnd wirken. „ Ich bin optimistisch, dass wir den
Regierungswechsel hinkriegen“, sagt sie. „Aber die drei müssen sich auch
verstehen, das ist sehr wichtig.“ Ohnehin sei die Lage schwierig genug, die
CDU habe die Kassen leergeräumt und vieles kaputt gemacht, etwa in der
Verkehrspolitik. „Wir sehen vor einem wirklichen Neuanfanflg“, sagt
Herrmann. Es sei mitnichten so, dass sie dort, wo die Rotgrünrote Regierung
2023 aufhören musste, jetzt direkt weitermachen könnten. „Und die Leute
erwarten jetzt auch, dass wir was hinkriegen.“ (usch)
## 🐾 SPD-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern: Knapp vorbei ist auch daneben
Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hatte auf den Sieg gehofft. Es reicht nur
für Platz 2. Trotzdem fährt die Partei ein Traumergebnis ein, [8][berichtet
Rainer Rutz aus Schwerin.]
20.00 Uhr: CDU und BSW zittern an der Fünfprozenthürde
taz | für die CDU wird es in Mecklenburg-Vorpommer immer dünner. Die
neusten Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen die Union übereinstimmend bei
5,0 Prozent. Der Wiedereinzug in den Landtag ist damit vollkommen unsicher.
Umgekehrt darf das BSW weiter hoffen. Es wird von beiden Sendern bei 4,9
Prozent gesehen.
Linke und Grünen sind hingegen wohl sicher im Schweriner Landtag. Die
Linken liegen bei 6,5 bis 6,7 Prozent, die Grünen bei 5,4 bis 5,6 Prozent.
Sollten Union oder BSW nicht in den Landtag einziehen, wäre eine
rot-rot-grüne Mehrheit sicher. (ga)
## 20.00 Uhr: Unermüdlicher Anti-AfD-Chor in Schwerin
taz | Der Adenauer SRP+ des Zentrum für Politische Schönheit (siehe Meldung
von 16.50 Uhr) ist unermüdlich. Seit mittlerweile zweieinhalb Stunden
schallt der mantraartige Chorgesang mit der nur einen Textzeile „Scheiß
AfD“ nun bereits rüber zum Schweriner Schloss. Das wird wohl angesichts des
Ergebnisses noch eine ganze Weile so gehen. (rru)
## 🐾 Die Volkspartei CDU blickt in den Abgrund
Noch nie hat die CDU schlechter abgeschnitten: In Mecklenburg-Vorpommern
liegt sie bei 5 Prozent, in Berlin hinter der Linken. Merz tritt die Flucht
nach vorn an, [9][berichten Anna Lehmann und Stefan Alberti.]
## 19:57 Uhr: Berliner Grüne freuen sich, vor der AfD zu liegen
taz | „Natürlich freut man sich, wenn man am Ende vor der AfD landet“, sagt
der Grünen Bundesvorsitzende Felix Banaszak der taz. Die Berliner Grünen
haben nach aktueller Hochrechnung 3 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten
Abgeordnetenhauswahl verloren und sich bei ihrer Wahlparty vor allem
darüber gefreut, dass sie vor der AfD liegen.
Es sei traurig, dass das inzwischen der Maßstab sei, aber auch sie habe
sich darüber gefreut, sagt Maria Kottrup – selbst bei den Grünen in
Treptow-Köpenick aktiv. Wegen des vermeintlichen Kopf-an-Kopf-Rennens
zwischen Linken und CDU habe ihre Partei Stimmen verloren. Die meisten auf
der Wahlparty im Gasometer haben gute Laune und nehmen die Verluste
gefasst. Sie entsprechen in etwa dem, was Umfragen schon erahnen ließen.
Zu möglichen Koalitionen unterstreicht Felix Banaszak noch einmal: „Die
Präferenz ist klar ein Bündnis links der Mitte.“ Aber klar sei auch, Berlin
müsse ein Ort bleiben, an dem Jüd:innen gleichermaßen sicher sind, wie
Muslim:innen. (pama)
## 19.55 Uhr: Berliner FDP-Vorsitzender bietet Rücktritt an
taz/afp | Stimmt, die FDP ist ja auch noch angetreten. In
Mecklenburg-Vorpommer war sie sogar bisher im Landtag. Nun fällt sie dort
von 5,8 auf 1,0 Prozent. In Berlin trifft es die Liberalen nicht ganz so
arg. Sie waren 2023 schon an der Fünfprozenthürde knapp gescheitert. Nur
sacken sie von 4,8 auf rund 2,5 Prozent. Berlins FDP-Landeschef Christoph
Meyer hat wegen des Scheiterns seiner Partei an der Fünfprozenthürde bei
der Abgeordnetenhauswahl seinen Rücktritt angeboten. „Das ist ein bitterer
Abend für die FDP“, sagte Meyer am Abend in Berlin.
19:50 Uhr: Grüne brechen in ihrer Hochburg Friedrichshain-Kreuzberg ein
taz | In der langjährigen Grünen-Hochburg im Berliner Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg bricht die Partei stark ein und wird offenbar von
der Linkspartei abgelöst. [10][Nach rund 20 Prozent ausgezählter
Wahlgebiete] erreicht die Linkspartei bei Erst- und Zweitstimmen über 40
Prozent und gewinnt alle fünf Direktmandate im Bezirk. 90 Prozent der
Stimmen bleiben allerdings noch auszuzählen. (sta)
## 🐾 Linke gewinnt: Berlin wird rot
Elif Eralp führt die Linke zu einem historischen Wahlsieg in Berlin. Der
Vorsprung vor der CDU ist groß. Auch die AfD hat sie in Schach gehalten,
[11][schreibt Erik Peter auf taz.de]
## 🐾 Grüne in Mecklenburg: Händchen halten für den Wiedereinzug
Die Grünen in Schwerin müssen zittern: Erste Hochrechnungen sehen die
Partei in Mecklenburg-Vorpommern knapp über der 5-Prozent-Hürde,
[12][berichtet Tobias Schulte aus Schwerin.]
## 19.35 Uhr: AfD gewinnt in MV an Macht und hat nun Sperrminorität
dpa | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD zwar ihr
selbst deklariertes Ziel einer Alleinregierung verfehlt, jedoch nach
Einschätzung eines Politologen deutlich an Macht gewonnen. „Sie hat nun
eine Sperrminorität im Landtag“, sagte der Rostocker Politikwissenschaftler
Jan Müller. Damit werde die AfD künftig etwa die Ernennung von
Verfassungsrichtern im Land, die ihr nicht genehm seien, blockieren können.
## 19.34 Uhr: CDU fällt in Berlin unter die 20-Prozent-Marke
taz | Die CDU sinkt in der neuesten ZDF-Hochrechnung erstmals unter die
magische 20-Prozent-Marke – auf 19,9 Prozent. (sta)
## 🐾 AfD in hinter Linken, CDU und den eigenen Ansprüchen
Die AfD steht bei rund 14 Prozent und nur auf Platz 4 bei der Wahl zum
Berliner Abgeordnetenhaus. Rückenwind nach der Sachsen-Anhalt-Wahl blieb
offenbar aus, [13][schreibt Hanno Fleckenstein auf taz.de]
19.30 Uhr: Wählerwanderung: Linke gewinnt in Berlin sogar von der CDU
taz | In Berlin sind die Wähler:innen offenbar in Scharen von SPD nd
Grünen zur Linkspartei umgeschwenkt. Das zeigt eine erste Analyse der
Wählerwanderung des Instituts infratest dimap.
Noch entscheidender für den Wahlsieg der Linken ist aber, dass sie
bisherige Nichtwähler:innen für sich begeistern konnte. 75.000
Menschen, die 2023 nicht zur Wahl gegangen sind, stimmten demnach diesmal
für die Linke.
Damit übertraf sie sogar die Attraktivität der rechtsextremen AfD, die
65.000 Nichtwähler:innen hinzugewinnen konnte. Bei der Wahl in
Sachsen-Anhalt hatte die AfD den vormaligen Nichtwähler:innen ihren
Sieg zu verdanken.
Die CDU verpasst laut der Analyse den Wahlsieg, weil sie 56.000
Wähler:innen an die AfD verloren hat. Und – das ist überraschend – auch
14.000 an die Linke. Die hatte offenbar auch für ehemalige
Unionswähler:innen eine attraktive Kandidatin mit einem überzeugenden
Mietenprogramm. (ga)
## 19.20 Uhr: Nichts los bei der CDU
taz | Bei der CDU hat sich der Festsaal, in dem es für die Partei an diesem
Abend nichts zu feiern gibt, drastisch geleert. Es sind vorrangig noch
Journalisten, die dort sind und an ihren Texten arbeiten. (sta)
19.19 Uhr: Gedämpfte Stimmung bei der SPD
taz | Knapp daneben ist auch vorbei: Die Stimmung bei der Wahlparty der SPD
in Mecklenburg-Vorpommern ist angesichts des knappen Rückstands zur
extremen Rechten eher gedämpft. Nur als Ministerpräsidentin Manuela
Schwesig den Saal der Orangerie im Schweriner Schloss betritt, geht es hoch
her. „Manu, Manu“-Rufe und Applaus. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
Till Backhaus – [14][der mit der toten Buckelwalkuh Timmy] – sagt zur taz:
„Ich persönlich setze ja immer auf Sieg, nicht auf Platz.“ Macht nichts:
Mit ihren über 35 Prozent habe Schwesig trotzdem „abgeliefert“. (rru)
19.00: ZDF-Hochrechnung sieht rot-rot-grüne Mehrheit in
Mecklenburg-Vorpommern
taz | Nach einer neuen Hochrechnung des ZDF kann die AfD ihr Ergebnis in
Mecklenburg-Vorpommern mehr als verdoppeln und wird stärkste Kraft knapp
vor der SPD. Linke, Grüne und auch die CDU schaffen demnach den Einzug in
den neuen Landtag. Damit hätte die bisherige rot-rote Koalition keine
Mehrheit mehr. Ein rot-rot-grünes Bündnis wäre aber möglich.
Allerdings sieht die ARD auch das BSW bei 5,0 Prozent. Sollte das BSW in
den Landtag einziehen, würde Rot-Rot-Grün demnach ein Sitz an der Mehrheit
fehlen. (ga)
18.50 Uhr: SPD-Generalsekretär für Kursänderung
rtr | SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert eine Kursänderung der
schwarz-roten Bundesregierung. Die Landtagswahlen seien „eine ganz klare
Botschaft, dass man eben nicht mit dem Kopf durch die Wand kann und einfach
so weitermachen kann wie bisher“, sagt Klüssendorf im ZDF. „Diese
Botschaft, die ist uns allen zugegangen und muss dazu führen, dass die
Bundesregierung auch Korrekturen vornimmt“, fordert er.
18.49 Uhr: Schwesig sieht keine AfD-Regierung
rtr | Die AfD, die in Mecklenburg-Vorpommern voraussichtlich die meisten
Stimmen geholt hat, wird nach Worten von Ministerpräsidentin Manuela
Schwesig (SPD) nicht regieren. „Die AfD wird keine Regierung stellen
können“, sagt Schwesig. „Die Mehrheit hat sich ganz klar für demokratische
Parteien entscheiden“, sagt die SPD-Politikerin und fügt hinzu: „Ich stehe
bereit für eine stabile demokratische Regierung.“
## 18.50 Uhr: CDU gratuliert Linkspartei zum Wahlsieg
taz | CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat der Linkspartei als stärkster
Kraft gratuliert, „das gehört sich so“. Dann fügte er hinzu, dass radikale
populistische Versprechungen gezogen hätten. (sta)
18.45 Uhr: Berliner Grüne wollen Koalition mit Linken und SPD
dpa | Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine
rot-grün-rote Koalition an. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und
gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin
schmieden“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon
Ghirmai.
## 18.45 Uhr: Tino Chrupalla sieht Regierungsauftrag für die AfD in
Mecklenburg-Vorpommern
taz | Der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla sieht einen
Regierungsauftrag für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Man werde allen
Parteien Gespräch anbieten.
18.35 Uhr: Gedränge an der 5-Prozent-Hürde in Mecklenburg
taz | Laut den ersten Hochrechnunhgen von ARD und ZDF verfestigt sich der
Trend, dass die AfD knapp vor der SPD liegen wird. Noch völlig offen ist,
wie viele Parteien im neuen Landtag vertreten sind. Denn das Gedränge rund
um die für den Einzug entscheidende 5-Prozent-Hürde ist groß. Das lässt
auch die Frage, welche Koalition eine Mehrheit hätte, offen.
Die Linke scheint es ziemlich sicher wieder in den Landtag zu schaffen. Sie
wird vom ZDF bei 6,2, von der ARD sogar bei 7,4 Prozent gesehen.
Auch die Grünen könnten es offenbar knapp schaffen. Sie liegen bei beiden
Sendern bei 5,5 Prozent.
Enger wird es für die CDU. Sie wird von der ARD bei nur 5,1 Prozent
gesehen, im ZDF etwas höher.
Auch das BSW kann sich noch Hoffnungen machen. Die ARD sieht es bei 5,0
Prozent, das ZDF bei 4,8. Das war bei der Sachsen-Anhalt-Wahl vor zwei
Wochen ähnlich, am Ende war das BSW mit 5,3 Prozent sicher drin. (ga)
## 18.31 Uhr: Hochrechnungen: AfD bei der Landtagswahl in MV knapp vor SPD
dpa Die AfD liegt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach den
ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF knapp vor der SPD. Die CDU muss um
den Wiedereinzug in den Landtag zittern.
## 18.27 Uhr: Zentralrat der Juden „zutiefst beunruhigt“ über
Linken-Ergebnis in Berlin
afp | Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat sich
zutiefst beunruhigt über den Wahlsieg der Linken in Berlin gezeigt. „Dass
eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert
wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst“,
hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung Schusters. Er warf der
Linken vor, im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen
Grenzüberschreitungen aufgefallen zu sein.
18.20 Uhr: Krach gratuliert der Linkspartei
taz | Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach nimmt auf der
Wahlparty der Berliner SPD im Astra Kulturhaus in Friedrichshain kein Blatt
vor den Mund. „Das ist ein katastrophales Ergebnis für die Berliner SPD“,
sagt der Spitzenkandidat seiner Partei. „Wir haben gekämpft, aber es ist
uns nicht gelungen, die Berliner zu überzeugen.“
Krach spricht von einer Zäsur. „Ich möchte denen gratulieren, die die Wahl
gewonnen haben. Herzlichen Glückwunsch an die Linkspartei.“
Wie es weitergeht, lässt Krach offen. „An so einem Abend ist es zu früh, um
schon über die Zukunft zu sprechen.“ Aber heute, sagt er, „haben wir keinen
Regierungsauftrag. Wir sind abgewählt worden von den Berlinerinnen und
Berlinern.“ „Wir sind heute geschwächt. Wir sind abgestraft worden. Aber
die Berliner SPD kommt zurück.“ (wera)
## 18.20 Uhr: Schwesig zum Wahlergebnis: „Was für eine Aufholjagd“
afp | Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD)
hat trotz der Verluste ihrer Partei bei der Landtagswahl am Sonntag ein
positives Fazit gezogen. Vor einem Jahr habe die SPD in den Umfragen nur
bei 19 Prozent gelegen, sagte Schwesig auf der Wahlparty der
Sozialdemokraten in Schwerin. Danach habe sie aber den Kampf aufgenommen.
„Was für eine Aufholjagd“, sagte Schwesig mit Blick auf die Prognosen von
mehr als 35 Prozent Zustimmung.
18.15 Uhr: Merz bezeichnet Ergebnis als Desaster und will als Kanzler
weitermachen
taz | Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Abend überraschend vor die
Kameras getreten. „Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern ist ein
Desaster“, sagte Merz, das man nicht schönreden könne. Die CDU sei
zerrieben worden zwischen SPD und AfD. „Wir sorgen uns um die Zukunft des
Landes“: Der Staat sei zu kompliziert geworden. Der Ton sei rauer und
unversöhnlicher geworden.
Dennoch gab er sich zuversichtlich: „Deutschland ist reformfähig“, sagte
Merz. Jetzt sei Rückgrat, Stärke und Geduld gefordert. Er werde das
aufbringen als Kanzler. Er tritt also nicht ab. (ga)
## 18:08 Uhr: Jubel bei Berliner Grünen im Angesicht von
Regierungsverantwortung
taz Dreifacher Jubel bei den Berliner Grünen, als das ZDF die ersten
Prognosen zur Abgeordnetenhauswahl veröffentlicht, obwohl die Partei
Verluste verzeichnet. Als der grüne Balken bei 15,5 Prozent stagniert,
brandet verhaltener Applaus auf. Bei der Wiederholungswahl 2023 kamen die
Grünen noch auf 18,4 Prozent.
Etwas lauter wird es, als der pinke Balken der Linken auf 26 Prozent
hochschnellt und damit deutlich höher ist als der der CDU (20 %). Viele im
Saal präferieren eine linke Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp – einige
sehen eine Zusammenarbeit aber auch kritisch. Am lautesten wird es, als die
AfD nur auf 13,5 Prozent kommt und damit deutlich hinter ihren
Umfrageergebnissen zurückbleibt.(pama)
18.08 Uhr: Linke verdoppelt ihren Stimmenanteil in Berlin
taz | Damit hat wohl selbtst bei der Linken kaum jemand gerechnet. Sie kann
ihren Stimmenanteil in Berlin ungefähr verdoppeln. Die ARD sieht sie in
ersten Prognosen bei 24,5 Prozent, das ZDF sogar bei 26 Prozent. Es ist das
beste Ergebnis jemals. Bei der letzten Wahl hatte die Linke nur 12,3
Prozent bekommen.
„Ab heute verändern wir Berlin und machen es zu einem besseren Ort“, sagte
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp am Abend vor ihren Parteifreund:innen.
„In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass
gewonnen.“ Das sei ein Zeichen, das rausgehe in die Welt. (ga)
## 18.01 Uhr: Linke in Berlin klar vor der CDU, alles offen in Mecklenburg
taz | Die Linkspartei hat laut ersten Prognosen die Wahl in Berlin klar
gewonnen. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen liegen SPD und AfD Kopf an
Kopf. Linke, Grüne, BSW und auch die CDU liegen alle bei rund 5 Prozent und
müssen um einen Platz in neuen Landtag zittern.
In Mecklenburg-Vorpommern liefern sich SPD und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen,
aber mit klarem Vorteil für die AfD. Alle andere Parteien müssen um einen
Einzug in den Landtag zittern. Die besten Karte hat dort offenbar die
Linke, die laut ZDF-Prognose auf 6 Prozent kommt. Grüne liegen bei 5,5
Prozent. Die CDU stürzt auf 5 Prozent ab. Das BSW wird bei 4,8 Prozent
gesehen.
Laut einer unmittelbar nach Schluss der Wahllokale veröffentlichten
Prognose des ZDF kommt die Linkspartei in Berlin auf 26 Prozent. Die CDU
kommt mit 20 Prozent auf Platz 2. Die Grünen kommen auf 15,5 Prozent. Die
SPD sackt auf 12 Prozent., Die AfD schneidet in der Haupstadt trotz
Gewinnen vergleichsweise schlecht ab und kommt nur auf 13,5 Prozent. (ga)
## 17:48 Uhr: Koalitionswünsche auf der Grünen Wahlparty in Berlin
taz | Die Wahlparty der Grünen im Gasometer in Berlin-Schöneberg ist gut
besucht. Vor der riesigen, grün leuchtenden LED-Leinwand ist die Stimmung
entspannt.
Sabrina Pankrath sagt, sie sei im Gegensatz zu ihrem Freund noch kein
Grünen-Mitglied: „Noch nicht!“ Die junge Frau hofft, dass die Grünen in
Berlin heute auf 18 bis 19 Prozent kommen und am Ende mit der Linken
koaliert: „Ich hoffe, das Elif gewinnt!“
Das sehen viele hier so und präferieren klar eine Koalition mit den Linken,
vereinzelt tendieren auch welche zur CDU – andere wollen sich vor
Sondierungen noch nicht festlegen. Eine Gruppe spricht gar von einer Wahl
zwischen „Cholera und Pest“. Markus Silberschmidt, ein Mann mit grauem
Haar, sagt, die Linke müsse in ihrer Kritik an Israel sachlich werden und
weg von einer Pauschalverurteilung. Das sei Voraussetzung für eine
Koalition. (pama)
## 17.45 Uhr: Rot-Blau-Grün als Richter-Wert in Berlin
taz | Krasse internationale Besetzung im Festsaal im 3. stock des Berliner
Abgeordnetenhauses, wo sich die CDU mit Blick auf vier millionenschwere
Bilder von [15][Gerhard Richter] trifft: japanisches, portugiesisches
Fernsehen, die BBC und CNN sind vertreten. Die Biderserie von Richter hat
den Titel Rot-Blau-Grün – eine Farbkombination, die in Berlinpolitisch
schon vor der Prognose ausgeschlossen ist. (sta)
## 17.25 Uhr: Sehr hohe Wahlbeteiligung auch in Berlin
taz | Bis 16 Uhr haben laut Landeswahlleiter 952.936 der zum
Abgeordnetenhaus Berlin Wahlberechtigten Ihre Stimme im Urnenwahllokal
abgegeben. Dies seien 221.102 Wahlberechtigte mehr als zur Vorwahl im Jahr
2023. Der Vergleich der absoluten Zahlen sei jedoch nur bedingt
aussagekräftig, da hierbei die Anzahl der ausgestellten Wahlscheine nicht
berücksichtigt wird.
Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine entspricht laut
Mitteilung des Wahlleiters einer Wahlbeteiligung von 58,2 Prozent der
Wahlberechtigten. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei
48,8 Prozent. Damit lag die Wahlbeteiligung um 16 Uhr um 9,4 Prozentpunkte
höher als zur Vorwahl 2023.
## 16.50 Uhr: „Adenauer“ scheißt auf die AfD
taz | Der „Adenauer SRP+“ des [16][Zentrum für Politische Schönheit] ist
vor dem Schweriner Schloss angekommen. Aus den Boxen schallt ein Chorlied.
Es hat nur eine, immer mantrahaft wiederholte Textzeile: „Scheiß AfD“.
„Adenauer SRP+“ ist der Aktionsbus mit dem das Zentrum für Politische
Schönheit für eine AfD-Verbot wirbt. Der Name erinnert an der Verbot der
rechtsradikalen SRP, das unter der CDU-Kanzler Konrad Adenauer erlassen
wurde. [17][Der Bus war vor einem Jahr bundesweit bekannt geworden], weil
er mit dem gleichen Lied ein Liveinterview der ARD mit Alice Weidel
untermalt hatte. (rru/ga)
## 16.40 Uhr: Regen in Berlin
taz | Gut eine Stunde vor Schluss der Wahllokale schüttet sich der Himmel
über Berlin aus. „Kein blauer Himmel“ über Berlin, meint ein taz-Redakteur,
das sei doch ein gutes Zeichen. Tja, nun. Mal sehen, wer am Ende im Regen
steht.
## 16.10 Uhr: Jabloko-Chef macht Stimmzettel ungültig bei Russland-Wahl
taz/ap | Wahlen sind nicht überall so frei wie in Deutschland. In Russland
zum Beispiekl wird bis heute die Duma neu gewählt. Aber bei weitem nicht
alle drüfen antreten.
Der Vorsitzende der von [18][der Parlamentswahl in Russland]
ausgeschlossenen [19][Anti-Kriegspartei Jabloko] hat seinen Stimmzettel
demonstrativ ungültig gemacht. Bei seiner Stimmabgabe in St. Petersburg
beschriftete Nikolai Rybakow den Stimmzettel am Sonntag in leuchtend grüner
Schrift mit den Worten „Für die Freiheit“, „Für den Frieden“ und „Jabloko“.
Zuvor hatte er die Anhänger der Partei dazu aufgerufen, auch ihre
Stimmzettel ungültig zu machen.
15.50 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern
taz | In Mecklenburg-Vorpommern deutet sich eine deutlich höhere
Wahlbeteiligung an. Bis 14.00 Uhr haben laut Landeswahlleiter bereits 40,7
Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Bei
der Landtagswahl 2021 lag die Wahlebeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur
bei 32,5 Prozent. Die endgültige Wahlbeteiligung betrug damals 70,8
Prozent.
In Berlin lag die Wahlbeteilgung bis 12 Uhr auch höher als bei der letzten
Wahl. Neuere Zahlen hat der Landeswahlleiter noch nicht bekanntgegeben.
## 15.20 Uhr: Und hier eine wichtige Wal-Nachricht
ap/taz | Wenige Stunden vor Schluss der Wahllokale ist ein Wal aufgetaucht!
Ein Buckelwal wie „Timmy“. Aber diesmal nicht vor der Ostseeküste von
Mecklenburg-Vorpommern, sondern im Sacramento River im US-Bundeststaat
Kalifornien. Dort wurde es vor einem Angler rund 100 Kilommeter vom Pazifik
entfernt … okay, sorry, tut nichts zur Sache. Weiter mit Wahlnachrichten.
## 🐾 15.11 Uhr: Jungwähler in Lichtenberg
taz | Dilan (16) und Albert (17) sind auf dem Weg zum Wahllokal in
Berlin-Lichtenberg. Für beide ist es die erste Wahl, bei der sie
wahlberechtigt sind. Sie haben sich zuvor über den Wahl-O-Mat und über
Social Media informiert. Außerdem fand an ihrer Schule eine
Podiumsdiskussion mit den lokalen Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Linken,
Grünen und AfD statt. Für Dilan sind die Themen Kampf gegen hohe Mietpreise
und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehr am wichtigsten, außerdem wird er
nur eine Partei wählen, die keine Migranten ausgrenzt.
Albert findet den Klimaschutz, den Ausbau der Fahrradwege und die Schaffung
bezahlbarer Wohnungen am wichtigsten, zudem sollte die Politik mehr Geld
für Bildung und Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Den Social Media
Wahlkampf fanden beide bei allen Parteien wenig überzeugend. (ale)
## 🐾 15.00 Uhr: Nichtwahlberechtigte in Berlin
taz | Rund ein Viertel der Bewohner*innen über 16 Jahre ist in Berlin
gar nicht stimmberechtigt. Wo sie gerne mitreden würden – wenn sie nur
dürften. [20][In ihrer Reportage für die taz berichten Sunny Riedel und Uta
Schleiermacher darüber.]
## 🐾 14.51 Uhr: Es gibt auch ältere Erstwähler
taz | Giulia Cialé und Giaccomo Ruisi dürfen im Alter von 28 Jahren heute
auch zum ersten Mal in Berlin wählen. Sie leben seit fünf Jahren in
Deutschland und dürfen auch ohne deutschen Pass die
Bezirksverordnetenversammlung wählen. „Das ist ein gutes Gefühl.“ Sie
planen nämlich, länger hier zu leben. Den Prozess der Einbürgerung wollen
sie auch demnächst beginnen. „Dann können wir uns an noch mehr Wahlen
beteiligen.“
Sie wählten heute beide die Linke, denn für Cialé machen sie Politik „die
an die normalen Leute gerichtet ist, die jeden Tag aufstehen und zur Arbeit
fahren.“ Informiert haben sie sich auf Social Media, mit den Werbezetteln
der Parteien, und auf YouTube.
Ihre Freund*innen wählen ähnlich, anders ihre Familien: Ruisi sagt, sein
Vater wähle ganz anders. „Aber mein Opa eher so wie ich!“ (ads)
## 🐾 14.50 Uhr: Jungwähler in der Berliner Spätsommersonne
taz | Am Kleistpark wird vor dem Wahllokal erst einmal ein Foto mit der
Tochter gemacht, die zum ersten Mal wählen darf. Im Wahllokal selbst, das
im Foyer der Universität der Künste eingerichtet ist, geht es sehr
entspannt zu: man könnte die Fliege summen hören, die gelangweilt durch den
Raum schwirrt. Seit dem Chaos bei der Wahl 2021, das zur Wiederholung der
Wahl führt, wurden in Berlin mehr Wahllokale eingerichtet und mehr
Wahlhelfer engagiert, das macht sich bemerkbar. Die wenigen
Wahlberechtigten geben sich die Klinke in die Hand, und am Ausgang steht
eine Mitarbeiterin des ZDF und führt stichprobenartig Umfragen für die
Prognose durch. Die Tochter gibt freundlich Auskunft.
Im Akazienkiez herrscht Sonntagsstimmung, die Cafés sind gut besucht und
vor der Apostel-Paulus-Kirche sitzen schon viele Menschen mit Getränken in
der Spätsommersonne und unterhalten sich. Beim Burgerimbiss trifft man die
Nachbarn mit ihren Kindern, die ebenfalls zum ersten Mal gewählt haben, und
unterhält sich über die Wahl – und über Fußball. Die Prognose ist klar:
dass Hertha sechs Spiele in Folge gewonnen hat, könnte der Regierungspartei
zu Gute kommen. Im Fall von Berlin wäre das die CDU. Die Tochter erzählt,
dass der CDU-Kandidat bei einem Wahl-Talk an ihrer Schule damit gepunktet
habe, seine Partei würde ja Hertha BSC unterstützen. Zumindest bei einigen
Jungs kam das gut an. Vielleicht machen sie ja den Unterschied. (bax)
14.22 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Evers „entspannt“ zur Wahl in Berlin
dpa | Sportlich gekleidet und gut gelaunt hat CDU-Spitzenkandidat Stefan
Evers seine Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus abgegeben. Er
sei „ausgesprochen gelöst und entspannt“, sagte der 46-Jährige anwesenden
Journalisten am Rande seiner Stimmabgabe in der Turnhalle der
Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain.
„Ich habe endlich mal ausgeschlafen“, erklärte Evers. Nach einem
gemeinsamen Frühstück hätten sein Mann und er einen Spaziergang gemacht. Am
Abend gehe es dann zum Abgeordnetenhaus, um das Ergebnis der Wahl zu
verfolgen. „Es steht Spitz auf Knopf in Berlin“, so Evers. „Um 18.00 Uhr
wissen wir alle mehr.“
🐾 14.02 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab
Die Wahlbeteiligung in Berlin scheint deutlich über der mageren bei der
jüngsten Wahl im Februar 2023 zu liegen – damals stimmten nur 62,9 Prozent
der Wahlberechtigten ab und damit weniger als zwei Drittel. Denn nach
Zahlen von Landeswahlleiter Stephan Bröchler betrug die Beteiligung bis 12
Uhr 27,9 Prozent- viereinhalb Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt
2023, als es 23,4 Prozent waren. Am schwächsten ist sie bisher im Bezirk
Mitte. (sta)
🐾 13.51 Uhr: Wählen für die Umfrage
taz | In vielen Wahllokalen kann man sozusagen zweimal wählen: Für die
ARD-Wahlprognose um 18 Uhr kreuzt man nochmal die eigene Stimme auf einem
Umfrage-Wahlzettel an und schmeißt ihn in eine blaue Urne aus Papier.
Werner Mengel arbeitet heute als Korrespontent für infratest dimap, die
dafür von der ARD beauftragt wird. Der 69-Jährige verdient sich damit ein
kleines Honorar. „Macht schon Spaß, die Leute sind ja ganz nett.“ Am Morgen
habe es mehr Bereitschaft gegeben, am Mittag lasse es nach und die
Wähler*innen haben es eilig. „Das zieht sich jetzt etwas.“ Hatte er eine
Art Briefing für diesen Job? „Das hier ist meine Schulung!“ – er kramt
einen Stapel DIN A4-Seiten hervor, eine Amtsmitteilung zur Wahl. (ads)
## 13.48 Uhr: Wahlpanne – Bürger stimmen zeitweise in Bus ab
dpa | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hatten einige
Wählerinnen und Wähler in einem Rostocker Stadtteil ein besonderes
Wahlerlebnis. Weil der Zutritt zu einem Wahllokal in Rostock-Kassebohm am
Morgen nicht möglich gewesen sei, habe die Wahlbehörde veranlasst, dass
zunächst ein Bus der Rostocker Straßenbahn AG als Wahllokal genutzt wurde,
teilte ein Sprecher der Hansestadt mit. Zuvor hatte die „Ostsee-Zeitung“
berichtet.
Das Provisorium habe nur etwa eine halbe Stunde gedauert, so der Sprecher.
Danach habe man den eigentlichen Wahlraum nutzen können, der sich in einem
Schulgebäude eines privaten Schulträgers befinde. Insgesamt gebe es in der
Stadt zur Landtagswahl 134 Wahllokale.
13.47 Uhr: AfD-Spitzenkandidatin Brinker hat gewählt
dpa | Die AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker hat ihre Stimme zur
Abgeordnetenhauswahl abgegeben. Gut gelaunt erschien sie im Wahllokal in
einer Schule in Steglitz. Lächelnd warf sie ihren Stimmzettel in die Urne.
## 13.30 Uhr: „Muss jetzt leider die Linken wählen“
taz | Nadine Özdemir wählt normalerweise die AfD. Aber bei dem, was die AfD
für Berlin vorhat, müsse die 40-Jährige jetzt „leider“ ihre Stimme an die
Linken abgeben. „Ich hoffe, dass sie mal was ändern, auch was die Mieten
und die Lebensmittelpreise angeht.“ Ein offentlich aufregender Wahlgang für
die Lichtenbergerin.
Ihre 10-jährige Tochter ist mit zum Wahllokal gekommen. Auch für sie hat
sie gewählt wegen der Situation in der Schule. „Die haben gar keinen
Computerraum in der Schule.“ Die Tochter korrigiert: „Doch, einen
Computerraum gibt es,“ aber ein anderer besonderer Medienraum fehlt ihr.
Özdemir hat zwei Töchter, die ältere müsse auch noch wählen kommen, „die
liegt aber noch im Bett!“
Vor der Wahl gab es viele Diskussionen in der Familie von Nadine Özdemir.
Ihre Familie wähle „halb-halb“, zwischen AfD und Linken. „Meine Eltern
kamen als Gastarbeiter her und haben das Land mit aufgebaut.“ Alle in ihrer
Familie arbeiten viel: in der Pflege, bei der Polizei, oder wie sie im
Mode-Einzelhandel, wo sie in doppelter Schicht eine Filiale leite. „Wir
möchten nicht mit anderen Ausländern verglichen werden.“ Es sei für sie
nicht „in Ordnung, nur zuhause zu sitzen.“ Sie kommt gebürtig aus
Stuttgart, auch dort wählte sie bis heute immer AfD. (ads)
12.45 Uhr: Berlin: Auch in Gemeinderaum von Moschee wird gewählt
dpa | In Berlin-Pankow haben einige Wählerinnen und Wähler bei der
Abgeordnetenhauswahl auf dem Gelände einer Moschee abgestimmt. „Kirchen und
andere religiöse Einrichtungen sind schon längst als Wahllokale aktiv, und
in dem Sinne ist es eine Art der demokratischen Neutralität oder der
demokratischen Normalität, dass jetzt auch die Moschee als Wahllokal
fungiert“, sagte Scharjil Khalid, Imam und islamischer Theologe in der
Khadija-Moschee, am Wahltag. Das Wahllokal auf dem Gelände der Moschee sei
ein Zeichen, dass Islam und Muslime zu Berlin und Deutschland gehörten. Der
Tag sei einer der wichtigsten Tage der Demokratie, so Khalid.
Doch das Wahllokal im Gemeinderaum der Moschee wurde besonders in sozialen
Medien auch kritisiert, wie Khalid berichtete. Kritiker forderten eine
klare Trennung von Staat und Religion. Dem hielt der Imam entgegen, dass
ebenso Kirchen und andere christliche Räume als Wahllokale genutzt würden.
Auch der Leiter des zuständigen Bezirkswahlamts Pankow, Marc Albrecht,
sagte vor der Wahl: „Das ist alles Teil unserer Gesellschaft.“ Neben
muslimischen Räumen werde auch in christlichen und jüdischen Gemeinderäumen
gewählt. „Wir brauchen viele Wahllokale. Wir stehen für einen vielfältigen
Bezirk und haben daher auch Wahllokale in vielfältigen Objekten“, sagte
Albrecht.
## 🐾 12.40 Uhr: Rote Fähnchen überall
Erste Hochrechnungen zeigen Rot weit vorne – zumindest im Weinbergspark in
Berlin-Mitte. Dort sammeln Nachbar:innen am World-Clean-Up-Tag den Müll
ein und setzen Fähnchen, wo sie fündig werden. Rot steht für
Zigarettenstummel. (ga)
12.25 Uhr: Manuela Schwesig hat abgestimmt
dpa | Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig hat
ihre Stimme für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern abgegeben. Zur
Stimmabgabe erschien Schwesig gemeinsam mit ihrem Ehemann Stefan.
In der letzten Umfrage vor der Wahl war die SPD laut Forschungsgruppe
Wahlen auf 37 Prozent gekommen und lag damit einen Prozentpunkt vor der
AfD. Schwesig kandidiert im selben Wahlkreis in Schwerin wie
AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm für ein Direktmandat.
## 🐾 12.21 Uhr: Die Wahl in Marzahn
taz | Es ist sonniger Wahlsonntag, einige Wähler*innen verweilen nach
dem Urnengang noch etwas auf dem Schulfhof vor der Marcana-Schule.
Marzahnerin Liza Haegerf wählt heute in der Marcana-Schule. „Ich wohne um
die Ecke.“ Für die 22-Jährige sei Wählen keine spontane Entscheidung: Sie
habe sich sogar die Wahlprogramme der Parteien durchgelesen, die für sie
infrage kommen, erzählt sie schmunzelnd. Und Fernsehen geschaut, wie auch
ihre Partnerin (25 J.): „Auf BerlinTV habe ich mir einige Debatten
angeschaut.“ Sie ist auch gebürtig aus Marzahn, wo sie zusammen leben.
Die Marcana-Schule in Marzahn beherbergt vier Wahllokale, die von ungefähr
42 Wahlhelfer*innen ehrenamtlich versorgt werden. Ein erfahrener
Wahlhelfer sagt mittags, man bemerke die jüngeren Wähler*innen noch
nicht: „Ich glaube die kommen erst um vier.“ (ads)
## 🐾 11.27 Uhr: Was, wenn der Kultur die Puste ausgeht?
Im Nordosten ist über Jahre etwas gewachsen: Orte, an denen Menschen
zusammenkommen, die sich sonst kaum noch sehen. Ein AfD-Sieg würde sie
bedrohen. Darüber berichtet [21][Ulrika Rinke für die taz.]
## 11.17 Uhr: Wahlleiter in Berlin: Wahlbetrieb gut angelaufen
dpa | Der Wahlbetrieb ist nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan
Bröchler gut angelaufen. „Bislang läuft es sehr ruhig“, sagte Bröchler der
Deutschen Presse-Agentur gut zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale. Der
Landeswahlleiter besuchte einige Wahlhelfer in der Stadt.
Nach seinen Informationen gab es zunächst keine größeren Vorkommnisse. In
Steglitz habe sich ein Hausmeister verspätet. Das Problem habe sich aber
noch vor Öffnung des Wahllokals um 8.00 Uhr beheben lassen.
An einigen Wahllokalen wurden laut Bröchler Graffitis oder Schmierereien
entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. Diese seien nach
Möglichkeit entfernt worden. Der Landeswahlleiter nannte zunächst zwei
Fälle in Steglitz. Eine dpa-Reporterin berichtete von entsprechenden
Schriftzügen, die vor einem Wahllokal in einer Grundschule im Ortsteil
Kladow unkenntlich gemacht wurden.
## 11.10 Uhr: Berlin: Erste Spitzenkandidaten haben Stimme abgegeben
afp | Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten
Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben. Werner Graf von den Grünen und
Steffen Krach von der SPD wählten am Sonntag im Bezirk
Tempelhof-Schöneberg. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers wollte gegen Mittag
in Friedrichshain seine Stimme abgeben, die Linken-Kandidatin Elif Eralp
nicht öffentlich wählen.
Dem Landeswahlleiter zufolge zeichnet sich ein hoher Anteil an Briefwählern
ab. Die Bezirkswahlämter stellten nach Angaben vom Samstag über 800.000
Wahlscheine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aus und damit für rund ein
Drittel der Wahlberechtigten.
## 10.45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: AfD-Kandidat Holm hat Stimme
abgegeben
afp | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der
AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm seine Stimme abgegeben. Er
wählte am Sonntag in Schwerin in Begleitung seiner Frau Wenke. Umfragen
sagen ein enges Rennen zwischen der AfD und der SPD von Ministerpräsidentin
Manuela Schwesig um den Wahlsieg voraus, beide Parteien lagen zuletzt in
den Umfragen nur wenige Prozentpunkte auseinander.
## 10.31 Uhr: Drei Kreuze – worüber Berlin abstimmt
dpa | Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Wählerinnen und Wähler zwei
Stimmen. Diese können sie erstmals auf einem Stimmzettel statt auf zweien
abgeben. Mit der Erststimme wählen sie ihren Direktkandidaten in einem der
78 Wahlkreise. Mit der Zweitstimme wählen sie eine Landes- oder
Bezirksliste einer Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die
Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im Parlament. Dieses besteht regulär
aus 130 Abgeordneten. Aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate
159. Für die Bezirksverordnetenversammlung haben Wählerinnen und Wähler
eine Stimme.
## 9.33 Uhr: Rund 1.100 Polizisten in Berlin unterwegs
dpa | Die Berliner Polizei sichert die Wahlen in Berlin mit rund 1.100
zusätzlichen Einsatzkräften ab. Die Polizistinnen und Polizisten sind
stadtweit unterwegs, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wie
die Behörde auf der Plattform X mitteilte.
Es gehe um den Schutz der insgesamt mehr als 2.500 Wahllokale, des
Abgeordnetenhauses und der Regierungsgebäude, wie ein Sprecher sagte.
Polizisten achteten dabei auch darauf, dass es im Umfeld von Wahllokalen
keine unzulässige Beeinflussung gebe. Nach dem Landeswahlgesetz sind
beispielsweise in einem Radius von 30 Metern keine größeren Kundgebungen
vor Wahllokalen zugelassen.
Zudem gelte es Störaktionen zu verhindern, so die Polizei. Bislang lägen
aber keine Hinweise dafür vor, dass die Wahl durch Aktionen behindert
werden solle. Die Polizei stehe zudem in engem Austausch mit der
Landeswahlleitung.
Rund 2,5 Millionen Menschen sind zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses
aufgerufen. Für die Wahl der zwölf Bezirksverordnetenversammlungen, an der
auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten teilnehmen dürfen, gibt es
gut 2,7 Millionen Wahlberechtigte. Die mehr als 2.500 Urnenwahllokale haben
von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
## 🐾 8.30 Uhr: Was sollen Grüne, SPD und Linke tun, wenn sie gewinnen?
taz | Eigentlich klar, was passieren muss, wenn die AfD erneut das Rennen
macht: einfach mal verbieten. Nur wenn´s anders ausgeht, dann wird es
kompliziert, [22][kommentiert Seite-1-Redakteur Lukas Wallraff.]
## [23][🐾] 8.15 Uhr: Berlin, der Müll und der Kiez
taz | Nirgendwo in Deutschland prallen Lebensentwürfe so hart aufeinander
wie in Berlin. Was soll bleiben? Was sich ändern? [24][Dazu sechs
Anmerkungen aus der taz-Redaktion.]
## 8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet
taz | Es geht los: Seit 8 Uhr morgens sind die Wahllokale in Berlin und in
Mecklenburg-Vorpommern geöffnet. Bis 18 Uhr können die Bürger:innen ihr
Stimme abgeben. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 1,3 Millionen Menschen
wahlberechtigt. In beiden Bundesländern dürfen erstmals auch schon 16- und
17-Jährige ihre Stimme abgeben. (ga)
7.55 Uhr: Was die Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern sagen
taz | Es könnte knapp werden. Denn die SPD hat laut Umfragen in den letzten
Monaten enorm aufgeholt. Sie lag zuletzt nur noch 2 bis 3 Prozentpunkte
hinter der AfD. Das ZDF-Politbaromenter sah am Donnerstag [25][die SPD
sogar ganz knapp vor der AfD]. Vor einem Jahr sah das noch komplett anders
aus. Da waren die Rechtsextremen mit 38 Prozent zwar ähnlich stark heute,
aber sie lagen weit vor der SPD, die nur bei 19 Prozent gesehen wurde.
Die Aufholjagd hat die SPD wohl ihrer prominenten Ministerpräsidentin
Manuela Schwesig zu verdanken. Unter dem Höhenflug leidet umgekehrt aber
vor allem die CDU, die stark abgefallen ist. Mit 6 bis 7 Prozent lag sie
nur noch knapp über der Fünfprozenthürde. Genau da werden die Grünen
gesehen. Das BSW knapp darunter.
Bei keiner der drei kleinen Parteien ist somit sicher, dass sie am Ende im
Parlament sind. Bei keiner der beiden großen, wer am Ende die Nase vorn
hat. Denn Umfragen sind bekanntlich noch lange keine Wahlergebnisse. Die
Abweichungen können enorm sein, wie zuletzt die Landtagswahl in
Sachsen-Anhalt gezeigt hat. Es könnte knapp werden. (ga)
7.50 Uhr: Was die Umfragen in Berlin sagen
taz | Es könnte knapp werden, auch in Berlin. Zwar musste sich die SPD in
den letzten Wochen laut Umfragen aus dem Rennen um Platz 1 verabschieden.
Von noch vier Parteien aber könnte jede am Ende die stärkste sein. Die
größten Hoffnungen können sich Linke und CDU machen. Die rechtsextreme AfD
hat in Berlin zwar keine Chance auf einer Regierungsbeteiligung, liegt aber
nur knapp hinter CDU und Linken. Auf Platz 4 stehen die Grünen.
Die Abstände sind so knapp, dass sich am Wahlabend noch alles verschieben
kann. Zudem ist offen, ob nicht noch das BSW als sechste Partei ins
Abgeordnetenhaus einzieht. Es wurde in den Umfragen bei 3 bis 5 Prozent
gesehen. Wie gesagt: Es könnte knapp werden. (ga)
7.45 Uhr: Was in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl steht
taz | Im Landtag in Schwerin sind ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate 71
Sitze zu vergeben. Jede Wähler:in hat zwei Stimmen. Die Erststimme für
die Kandidat:innen des jeweiligen Wahlkreises, die Zweitstimmen für die
Landeslisten der Parteien, die entscheidend ist für die Größe der
Fraktionen im neuen Landtag.
Für eine Mehrheit wären mindestens 36 Sitze notwendig. Schaffen es die
Grünen ins Parlament, könnte es für eine rot-rot-grüne Koalition reichen –
wenn das BSW draußen bleibt. Sonst wird es auch hier eng.
Die SPD will ihre Ministerpräsidentin [26][Manuela Schwesig] im Amt halten.
Die AfD will sie durch ihren Spitzenkandidaten [27][Leif-Erik Holm]
ersetzen. (ga)
7.40 Uhr: Was in Berlin zur Wahl steht
taz | In Berlin werden neben dem Abgeordnetenhaus auch die
Bezirksverordnetenversammlungen der 13 Bezirke gewählt. Daher haben die
Wähler:innen dort drei Stimmen. Eine für das Bezirksparlament, die
Erststimme für die Wahlkreiskandidat:innen und die Zweitstimme für
die Landeslisten der Parteien.
Laut Umfragen braucht es im neuen Abgeordnetenhaus auf jeden Fall ein
Dreierbündnis für eine Koalition. Denkbar wäre ein rot-grün-rotes Bündnis
mit [28][Elif Eralp (Linke)] als Regierender Bürgermeisterin. Oder ein
schwarz-grün-rotes Bündnis mit [29][Stefan Evers (CDU)] an der Spitze.
Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich Werner Graf
(Grüne) als Überraschung durchsetzt, wenn seine Partei vor der CDU oder vor
den Linken landet. Entscheidend wird, welche Partei in einem Dreierbündnis
die stärkste wird. Das muss nicht unbedingt die stärkste im
Abgeordnetenhaus sein. Denn das könnte im Extremfall sogar die AfD werden.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) tritt nicht mehr an. Er hat
sich bekanntlich beim Tennis verspielt. (ga)
20 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2026/landtagswahl/html/l_proz_zweit.html
(DIR) [2] https://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2026/landtagswahl/html/l_abs_zweit.html
(DIR) [3] https://wahlen-berlin.de/wahlen/BE2026/Afspraes/bvv/ergebnisse_bezirk_02.html
(DIR) [4] https://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2026/landtagswahl/html/l_abs_zweit.html
(DIR) [5] https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/wahl-berlin-wahlverhalten-alter-geschlecht-bildung-100.html
(DIR) [6] https://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2026/landtagswahl/html/l_abs_zweit.html
(DIR) [7] https://wahlen-berlin.de/wahlen/BE2026/Afspraes/agh/ergebnisse_bezirk_08.html
(DIR) [8] /SPD-Ergebnis-in-Mecklenburg-Vorpommern/!6213650
(DIR) [9] /Wahlen-in-Berlin-und-MV/!6213624
(DIR) [10] https://wahlen-berlin.de/wahlen/BE2026/Afspraes/agh/ergebnisse_bezirk_02.html
(DIR) [11] /Linke-gewinnt-Abgeordnetenhauswahl/!6213639
(DIR) [12] /Gruene-in-Mecklenburg-Vorpommern/!6213655
(DIR) [13] /AfD-bei-Berlin-Wahl/!6213642
(DIR) [14] /Timmy-und-die-SPD-Mecklenburg-Vorpommern/!6204329
(DIR) [15] /Gerhard-Richter-in-Auschwitz/!5993343
(DIR) [16] /Zentrum-fuer-Politische-Schoenheit/!6134469
(DIR) [17] /Protest-beim-Sommerinterview-mit-Weidel/!6101545
(DIR) [18] /Parlamentswahlen-in-Russland/!6208078
(DIR) [19] /Opposition-in-Russland/!6205137
(DIR) [20] /Nicht-Wahlberechtigte-in-Berlin/!6213925
(DIR) [21] /Archiv/!s=&Autor=Ulrika+Rinke/
(DIR) [22] /Landtagswahlen/!6208402
(DIR) [23] /Landtagswahlen/!6208402
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