# taz.de -- Wahl Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: CDU fliegt definitiv erstmals aus einem Landtag raus
       
       > Die Linke wird in Berlin klar stärkste Partei. In Mecklenburg bleibt die
       > CDU unter 5 Prozent. Die AfD steht vor der SPD. Rot-Rot-Grün in beiden
       > Ländern möglich.
       
 (IMG) Bild: Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken in Berlin, am Wahlabend
       
       00.10 Uhr: CDU bleibt bei 4,888 Prozent stehen
       
       taz/dpa | Nun ist es definitiv. [1][Laut den Zahlen der Landeswahlleitung]
       sind alle 1.974 Wahlrkeise in Mecklenburg-Vorpommern erfasst. Demnach kommt
       die CDU auf genau 4,888 Prozent der gültigen Zweitstimmen – und fliegt
       erstmals aus einem Landtag raus.
       
       Auch das BSW scheitert knapp und kommt laut vorläufigem amtlichen
       Endergebnis auf 4,8 Prozent.
       
       Wahlsiegerin ist die AfD mit 38,2 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgt
       die SPD mit 35,5 Prozent, zudem ziehen die Linke (6,5 Prozent) und die
       Grünen (5,7 Prozent) in den Landtag ein. Wahrscheinlich ist daher ein
       rot-rot-grünes Bündnis unter der bisherigen Ministerpräsidentin Manuela
       Schwesig (SPD).
       
       Und damit beenden wir den Liveticker vom Wahlabend. (ga)
       
       23.30 Uhr: CDU bleibt in Mecklenburg-Vorpommern wohl unter 5 Prozent
       
       taz | Kurz vor Schluss der Auszählung ist so gut wie sicher, dass die CDU
       erstmals aus einem Landtag fliegt. [2][Nach Auszählung von 1.972 der 1.974
       Wahlkreise] kommt die Union nur auf 4,88 Prozent der Zweitstimmen. Auch die
       Stimmen der beiden fehlenden Wahlkreise werden sie kaum noch über die
       5-Prozenthürde retten.
       
       Damit ist die CDU erstmals überhaupt in einem Landtag nicht vertreten. Ihr
       bisher schlechtestes Ergebnis holte sie 1951 in Bremen – und selbst da war
       sie mit 9 Prozent nahezu doppelt so stark wie jetzt in
       Mecklenburg-Vorpommern.
       
       Das Ausscheiden der Union hat unmittelbar Auswirkungen auf die Mehrheietn
       im künftigen Landtag. Denn weil auch das BSW unter 5 Prozent bleibt ist
       klar, dass es für einen rot-rot-grünes Bündnis reichen wird. (ga)
       
       ## 23.15 Uhr: Eralp gewinnt Direktmandat mit großem Vorsprung, Giffey
       fliegt raus
       
       dpa | Berlins Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp ist bei der
       Abgeordnetenhauswahl im Kampf um ein Direktmandat erfolgreich gewesen. Die
       45-Jährige erreichte 50,4 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis
       Friedrichshain-Kreuzberg 1, wie aus der Ergebnispräsentation der
       Landeswahlleitung hervorgeht. Sie lag damit weit vor Grünen-Kandidatin
       Kübra Beydas mit 17,2 Prozent.
       
       Berlins wohl prominenteste SPD-Politikerin, die frühere Bundesministerin
       und Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, wird hingegen dem neuen
       Abgeordnetenhaus nicht mehr angehören. In ihrem Wahlkreis in Rudow im
       Bezirk Neukölln verpasste die 48-Jährige bei der Berlin-Wahl ein
       Direktmandat, wie aus der Ergebnispräsentation der Landeswahlleitung
       hervorgeht.
       
       Auch Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat das Direktmandat in
       seinem Wahlkreis in Treptow-Köpenick verloren. Er kam auf 24,5 Prozent und
       unterlag damit klar dem AfD-Kandidaten Alexander Bertram, der auf 31,5
       Prozent kam. Ins Abgeordnetenhaus dürfte Evers aber über die
       CDU-Bezirksliste einziehen.
       
       SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hate ebenfalls ein Direktmandat verfehlt.
       Der 47-jährige SPD-Landeschef kam im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 2 nur
       auf Platz drei hinter Tom Cywinski (CDU) und Daniel Eliasson (Grüne).
       
       22.20 Uhr: Linke schlagen Grüne in der Berliner Innenstadt
       
       taz | Der fulminante Wahlsieg der Linkspartei in Berlin schlägt sich auch
       in den Parlamenten der Berliner Bezirke durch. In Mitte, Pankow und selbst
       in Friedrichshain-Kreuzberg, wo die Grünen bisher die stärkste Fraktion
       waren und die Bürgermeister:innen stellten, wurde nun jeweils die
       Linke zur stärksten Partei.
       
       In Friedrichshain-Kreuzberg, der über Jahrzehnte stabilsten
       Grünen-Hochburg, kommt die Linke [3][nach Auszählung fast aller Stimmen]
       auf rund 40 Prozent. Die Grünen fallen hingegen von 35 auf 25 Prozent. (ga)
       
       22.08: ZDF sieht CDU auch unter 5 Prozent
       
       taz | Auch das ZDF sieht die CDU in Mecklenburg-Vorpommern in einer neuen
       Hochrechnung nicht mehr in Landtag.
       
       Laut jüngsten Zahlen des Landeswahlleitung ist die CDU zwar wieder vor das
       BSW gerutscht. Sie kommt aber dennoch nur auf 4,85 Prozent. Und fast 99
       Prozent aller Wahlkreise sind bereits erfasst. (ga)
       
       22.00 Uhr: BSW laut Hochrechnungen in Berlin unter 5 Prozent
       
       taz | Das BSW scheint die Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus knapp zu
       verpassen. Laut den neusten Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt es auf 4,9
       bzw. 4,8 Prozent. Das hat zur Folge, dass neben einer rot-grün-roten auch
       wieder eine schwarz-grün-rote Koalition eine rechnerische Mehrheit im
       Abgeordnetenhaus hätte. (ga)
       
       21.47 Uhr: CDU fällt laut Hochrechnung in Mecklenburg auf 4,9 Prozent
       
       taz | Was sich in den Zahlen der Landeswahlleitung abzeichnet, wird nun
       auch in einer Hochrechnung der ARD sichtbar. Demnach kommt die CDU in
       Mecklenburg-Vorpommern auf nur noch 4,9 Prozent. Damit würde sie den Einzug
       ins Parlament verpassen.
       
       Das ZDF sieht die CDU in einer ebenfalls um 21.45 Uhr veröffentlichten
       Hochrechung bei 5,0 Prozent.
       
       [4][Laut aktuellem Auszählungsstand] kommt die Union auf nur 4,84 Prozent.
       Fast 98 Prozent aller Wahlbezirke sind bereits erfasst. (ga)
       
       ## 21.45 Uhr: Jugend ohne Gott gegen Faschismus oder Erstwähler in Berlin
       sehr links
       
       taz Die Erstwähler:innen haben in Berlin mit großer Mehrheit für die
       Linke gestimmt. [5][Das zeigt eine Analyse des ZDF]. Demnach haben von den
       16 bis 24-Jährigen 47 Prozent die Linkspartei gewählt. Zweitstärkste Partei
       in dieser Gruppe waren die Grünen mit gerade mal 11 Prozent, vor AfD (10),
       SPD (9) und CDU (8). In Berlin durften erstmals auch schon 16- und
       17-Jährige ihr Votum abgeben. (ga)
       
       21.35 Uhr: Für die CDU wird es ganz, ganz knapp
       
       taz | Die CDU droht in Mecklenburg-Vorpommern noch unter die
       5-Prozent-Hürde zu rutschen. [6][Laut Zahlen der Landeswahlleitung] sind
       bereits fast 96 Prozent der Wahlbezirke erfasst. Demnach kommt die Union
       auf 45.929 Zweitstimmen, das entspricht 4,83 Prozent. Sie liegt damit noch
       12 Stimmen hinter dem BSW, das mit diesem Ergebnis ebenfalls den Einzug ins
       Parlament verpassen würde. Das ist keine Hochrechnung, sondern der
       aktuelle, nicht repräsentative Auszählungsstand. Aber da fast alle Stimmen
       ausgezählt sind, ist das schon ein deutlicher Hinweis. (ga)
       
       ## 21:20 Uhr: Ein paar Elif-Fans tanzen vor dem Roten Rathaus
       
       taz | „Wir kommen zusammen, um zusammen zu tanzen“, erklärt ein Aktivist
       dem Polizeibeamten. Er ist Teil der Kampagne „Wir sind Elif“, die zwar
       nicht parteigebunden sei, aber seit Wochen den Wahlkampf unterstützten,
       erklärt ein Sprecher gegenüber der taz. Sie stehen um eine Musikbox und
       tragen große, runde Sticker mit dem Gesicht von Elif Eralp.
       
       „Bringt eure Soundsysteme mit!“, hieß es bei einem Social Media-Aufruf, um
       den Wahlsieg der Linken vorm Roten Rathaus zu feiern. Um 21:20 Uhr kamen
       bisher rund 40 Leute. Sie stehen eher verstreut herum. Der Wind macht eine
       fröstelnde Brise. Herzliche Begrüßungen auf verschiedenen Sprachen, manche
       machen Videos von sich mit Rathaus im Hintergrund.
       
       Eine andere Sprecherin erklärt, sie wollten Eralps Gang zum Rathaus am
       Abend begleiten und dachten, sie kommt auch auf der Kundgebung vorbei. „Mal
       sehen wie es weitergeht. Jetzt ist Elif wieder im Festsaal“, damit meint
       sie die Wahlparty in Kreuzberg.
       
       Zu hören sind türkische und iranische Hits. Aber auch „Das was ich will,
       bist duuu,“ aus dem Hit „Ohne dich“ von Münchener Freiheit und „König von
       Deutschland“ von Rio Reiser.
       
       Ein paar kurze freudige Ansprachen gibt es auch: „Ich habe heute zum ersten
       Mal gewählt – und Elif hat gewonnen! Wir haben eine Sozialistin an die
       Macht gewählt.“ Applaus und Wuh-Rufe. (ads)
       
       20.50 Uhr: Linke feiern in Neukölln mit teils 50 Prozent
       
       taz | „Jetzt sind wir hier im Bezirk führende Macht“, ruft der Redner auf
       der Bühne der Wahlparty der Linken im Berliner Bezirk Neukölln. Zu diesem
       Zeitpunkt sind bereits alle auf den Beinen, der Jubel ist ohrenbetäubend.
       Etwa um 20:15 Uhr werden hier die ersten Ergebnisse für den Bezirk
       vorgestellt. Bei jedem der Nordneuköllner Gebiete [7][schießt der lila
       Balken nach oben]: Mal 46 Prozent, mal 50 Prozent, mal 41 Prozent. Es
       werden wohl mindestens drei, wahrscheinlich vier Kandidierenden der
       Neuköllner Linken direkt ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Auch im
       Neuköllner Süden, jenen Stadtbrandgebieten, wo AfD und Konservative
       traditionell stark sind, hat die Partei Ergebnisse um die 20 Prozent
       eingefahren. „Wir haben das gegen den Gegenwind von Springer und Co.
       geschafft, gegen die Immobilienlobby“, ruft der Redner. Seine Stimme geht
       in „Neukölln, Neukölln, Neukölln bleibt rot“-Rufen unter.
       
       Bereits zuvor glich die Stimmung bei den Neuköllner Linken eher einer
       Demonstration als einer Wahlparty. Immer wieder brechen antifaschistische
       und palästinasolidarische Sprechchöre im Publikum aus. Dieses ist sehr jung
       und migrantisch geprägt, man trägt Adidasjacken oder Kufiyas. Hier liest
       man den Erfolg als Bestätigung für den Kurs des sehr sozialistisch und
       palästinasolidarischen Bezirkverbands, der zuletzt mit einer
       Wahlkampfveranstaltung Schlagzeilen gemacht hatte, auf der ein Rapper
       „Death to the IDF“ skandierte. Und auf der Bühne wird sich nun darauf
       eingeschworen, in den Koalitionsverhandlungen keine Kompromisse zu machen.
       „Ein Wahlergebnis ist kein Selbstzweck, wir müssen jetzt stabil bleiben“,
       ruft eine Rednerin. „Yallah, yallah Widerstand“, schließt sie ihre Rede,
       was vom Publikum in Form eines weiteren Sprechchores aufgegriffen wird.
       (Timm Kühn)
       
       20.45 Uhr: Keine Mehrheit für Schwarz-Grün-Rot in Berlin
       
       taz | Laut der aktuellen Hochrechnung der ARD hätte ein theroretische
       Bündnis aus CDU, Grünen und SPD keine Mehrheit im neuen Abgeordnetenhaus.
       Weil die Union mittlerweile deutlich unter die 20 Prozent gerutscht ist,
       würde den dreien zusammen ein Sitz zur Mehrheit fehlen.
       
       Denkbar wäre damit einzig ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung der
       Linkspartei. (ga)
       
       20.31 Uhr: Grüne beginnen zu feiern in Schwerin
       
       taz | In der letzten Infratest-Hochrechnung stiegen die Grünen in
       Mecklenburg-Vorpommern um einen Zehntelprozentpunkt nach oben – von 5,5 auf
       5,6 Prozent. Genug für Spitzenkandidatin Claudia Müller, um auf der
       Grünen-Wahlparty in einem Schweriner Co-Working-Space endlich auf die Bühne
       zu treten. „Ich neige nicht dazu, vorzeitig den Sieg zu erklären“, sagt
       sie. „Und ein Sieg ist das heute nicht. Aber ich bin mir jetzt sicher: Wir
       sind im Landtag!“
       
       Dann natürlich Jubel, anschließend aber auch Mahnungen der
       Spitzenkandidatin: Es werde nicht einfach mit einer starken AfD und
       „verzwergten Parteien der Mitte“. Sie wisse noch, wie es sich angefühlt
       hat, als vor zehn Jahren die Grünen zuletzt an der Fünfprozenthürde
       scheiterten. Sollte heute eine „demokratische Kraft aus dem Parlament
       fliegen“ – gemeint sein dürfte die CDU –, sei das „nichts Schönes“. (tsc)
       
       ## 20.30 Uhr: AfD punktete in Mecklenburg bei Nichtwählern und Arbeitern
       
       afp | Die AfD hat bei ihrem knappen Sieg bei der Landtagswahl in
       Mecklenburg-Vorpommern vor allem von bisherigen Nichtwählern und Menschen
       mittleren Alters profitiert. Nach einer vorläufigen Analyse des Instituts
       Infratest dimap für die ARD vom Sonntagabend gaben aus der Gruppe
       bisheriger Nichtwählerinnen und Nichtwähler diesmal 67.000 ihre Stimme der
       AfD. Auch von der SPD zog die AfD Wählerstimmen ab – rund 45.000.
       
       Zugleich überzeugte die AfD vor allem Wählerinnen und Wähler im mittleren
       Alter. So machten bei den 35- bis 44-Jährigen 45 Prozent ihr Kreuz bei der
       in Teilen rechtsextremistischen Partei und bei den 45- bis 59-Jährigen
       sogar 47 Prozent. Auch die 60- bis 69-Jährigen wählten zu 41 Prozent die
       AfD.
       
       Auch bei den jüngsten Wählern zwischen 16 und 24 Jahren lag die AfD mit 35
       Prozent vorn. Am geringsten war die Zustimmung für die Partei bei den über
       70-Jährigen mit 26 Prozent – in dieser Altersgruppe wählte mehr als die
       Hälfte (52 Prozent) die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
       
       Auch bei den Frauen konnte Schwesig punkten – 40 Prozent der Wählerinnen
       stimmten für die SPD. Bei den männlichen Wählern lag mit 44 Prozent
       hingegen die AfD vorn. Viele Stimmen holte die AfD zudem bei Arbeiterinnen
       und Arbeitern (51 Prozent), Selbstständigen (46 Prozent) und Angestellten
       (42 Prozent).
       
       Wie aus den Daten von Infratest zum Wahlverhalten in Mecklenburg-Vorpommern
       weiter hervorgeht, verlor die CDU, die ein historisch schlechtes Ergebnis
       einfuhr, rund 28.000 ihrer bisherigen Wählerinnen und Wähler an die AfD und
       zudem rund 25.000 Wählerstimmen an die SPD.
       
       ## 20.25 Kreuzberger Grüne feiern trotz Verlusten
       
       taz | Auf der Wahlparty der Grünen von Friedrichshain-Kreuzberg wird groß
       gratuliert und zugejubelt: Antje Kapek, Direktkandidatin im Wahlkreis 4 hat
       Geburtstag. Sie steht auch auf der Landesliste, wird also sicher Teil des
       Abgeordnetenhauses sein. Für andere wirds knapp: die Grünen könnten
       erstmals seit langem die Direktmandate in ihrem Kernbezirk an die Linke
       verlieren. Und nach aktuellem Auszählungsstand sieht es auch ganz danach
       aus.
       
       Auch für Katrin Schmidberger, Direktkandidatin im Wahlkreis FHXB 2. „Wir
       haben sehr gut gekämpft, und wir haben am klarsten gesagt, dass wir eine
       progressive Regierung wollen, dass rotgrünrot unser Projekt ist und die
       Stadt das braucht“, sagt sie. „ Es tut auch weh, dass die Linke und due CDU
       gegeneinander gelaufen sind und die Leute leider nicht strategisch gewählt
       haben“, sagt sie. Ihr Ziel sei es, die CDU aus dem Roten Rathaus zu
       schicken.„Wir erwarten, dass die Linke auch liefert. Wir stehen bereit –
       auch wenn wir gerade noch nicht, mit wem“, das sei schon bitter.
       
       Monika Hermann, langjährige Bezirksbürgermeisterin freut sich trotzdem über
       das Wahlergebnis. „Ich feiere es, dass die CDU weg ist“, sagt sie. Der Weg
       sei frei für ein Linksbündnis, und ihr Spitzenkandidat Werner Graf könnte
       sehr gut vermittelnd wirken. „ Ich bin optimistisch, dass wir den
       Regierungswechsel hinkriegen“, sagt sie. „Aber die drei müssen sich auch
       verstehen, das ist sehr wichtig.“ Ohnehin sei die Lage schwierig genug, die
       CDU habe die Kassen leergeräumt und vieles kaputt gemacht, etwa in der
       Verkehrspolitik. „Wir sehen vor einem wirklichen Neuanfanflg“, sagt
       Herrmann. Es sei mitnichten so, dass sie dort, wo die Rotgrünrote Regierung
       2023 aufhören musste, jetzt direkt weitermachen könnten. „Und die Leute
       erwarten jetzt auch, dass wir was hinkriegen.“ (usch)
       
       ## 🐾 SPD-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern: Knapp vorbei ist auch daneben
       
       Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hatte auf den Sieg gehofft. Es reicht nur
       für Platz 2. Trotzdem fährt die Partei ein Traumergebnis ein, [8][berichtet
       Rainer Rutz aus Schwerin.]
       
       20.00 Uhr: CDU und BSW zittern an der Fünfprozenthürde
       
       taz | für die CDU wird es in Mecklenburg-Vorpommer immer dünner. Die
       neusten Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen die Union übereinstimmend bei
       5,0 Prozent. Der Wiedereinzug in den Landtag ist damit vollkommen unsicher.
       
       Umgekehrt darf das BSW weiter hoffen. Es wird von beiden Sendern bei 4,9
       Prozent gesehen.
       
       Linke und Grünen sind hingegen wohl sicher im Schweriner Landtag. Die
       Linken liegen bei 6,5 bis 6,7 Prozent, die Grünen bei 5,4 bis 5,6 Prozent.
       
       Sollten Union oder BSW nicht in den Landtag einziehen, wäre eine
       rot-rot-grüne Mehrheit sicher. (ga)
       
       ## 20.00 Uhr: Unermüdlicher Anti-AfD-Chor in Schwerin
       
       taz | Der Adenauer SRP+ des Zentrum für Politische Schönheit (siehe Meldung
       von 16.50 Uhr) ist unermüdlich. Seit mittlerweile zweieinhalb Stunden
       schallt der mantraartige Chorgesang mit der nur einen Textzeile „Scheiß
       AfD“ nun bereits rüber zum Schweriner Schloss. Das wird wohl angesichts des
       Ergebnisses noch eine ganze Weile so gehen. (rru)
       
       ## 🐾 Die Volkspartei CDU blickt in den Abgrund
       
       Noch nie hat die CDU schlechter abgeschnitten: In Mecklenburg-Vorpommern
       liegt sie bei 5 Prozent, in Berlin hinter der Linken. Merz tritt die Flucht
       nach vorn an, [9][berichten Anna Lehmann und Stefan Alberti.]
       
       ## 19:57 Uhr: Berliner Grüne freuen sich, vor der AfD zu liegen
       
       taz | „Natürlich freut man sich, wenn man am Ende vor der AfD landet“, sagt
       der Grünen Bundesvorsitzende Felix Banaszak der taz. Die Berliner Grünen
       haben nach aktueller Hochrechnung 3 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten
       Abgeordnetenhauswahl verloren und sich bei ihrer Wahlparty vor allem
       darüber gefreut, dass sie vor der AfD liegen.
       
       Es sei traurig, dass das inzwischen der Maßstab sei, aber auch sie habe
       sich darüber gefreut, sagt Maria Kottrup – selbst bei den Grünen in
       Treptow-Köpenick aktiv. Wegen des vermeintlichen Kopf-an-Kopf-Rennens
       zwischen Linken und CDU habe ihre Partei Stimmen verloren. Die meisten auf
       der Wahlparty im Gasometer haben gute Laune und nehmen die Verluste
       gefasst. Sie entsprechen in etwa dem, was Umfragen schon erahnen ließen.
       
       Zu möglichen Koalitionen unterstreicht Felix Banaszak noch einmal: „Die
       Präferenz ist klar ein Bündnis links der Mitte.“ Aber klar sei auch, Berlin
       müsse ein Ort bleiben, an dem Jüd:innen gleichermaßen sicher sind, wie
       Muslim:innen. (pama)
       
       ## 19.55 Uhr: Berliner FDP-Vorsitzender bietet Rücktritt an
       
       taz/afp | Stimmt, die FDP ist ja auch noch angetreten. In
       Mecklenburg-Vorpommer war sie sogar bisher im Landtag. Nun fällt sie dort
       von 5,8 auf 1,0 Prozent. In Berlin trifft es die Liberalen nicht ganz so
       arg. Sie waren 2023 schon an der Fünfprozenthürde knapp gescheitert. Nur
       sacken sie von 4,8 auf rund 2,5 Prozent. Berlins FDP-Landeschef Christoph
       Meyer hat wegen des Scheiterns seiner Partei an der Fünfprozenthürde bei
       der Abgeordnetenhauswahl seinen Rücktritt angeboten. „Das ist ein bitterer
       Abend für die FDP“, sagte Meyer am Abend in Berlin.
       
       19:50 Uhr: Grüne brechen in ihrer Hochburg Friedrichshain-Kreuzberg ein
       
       taz | In der langjährigen Grünen-Hochburg im Berliner Bezirk
       Friedrichshain-Kreuzberg bricht die Partei stark ein und wird offenbar von
       der Linkspartei abgelöst. [10][Nach rund 20 Prozent ausgezählter
       Wahlgebiete] erreicht die Linkspartei bei Erst- und Zweitstimmen über 40
       Prozent und gewinnt alle fünf Direktmandate im Bezirk. 90 Prozent der
       Stimmen bleiben allerdings noch auszuzählen. (sta)
       
       ## 🐾 Linke gewinnt: Berlin wird rot
       
       Elif Eralp führt die Linke zu einem historischen Wahlsieg in Berlin. Der
       Vorsprung vor der CDU ist groß. Auch die AfD hat sie in Schach gehalten,
       [11][schreibt Erik Peter auf taz.de]
       
       ## 🐾 Grüne in Mecklenburg: Händchen halten für den Wiedereinzug
       
       Die Grünen in Schwerin müssen zittern: Erste Hochrechnungen sehen die
       Partei in Mecklenburg-Vorpommern knapp über der 5-Prozent-Hürde,
       [12][berichtet Tobias Schulte aus Schwerin.]
       
       ## 19.35 Uhr: AfD gewinnt in MV an Macht und hat nun Sperrminorität
       
       dpa | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD zwar ihr
       selbst deklariertes Ziel einer Alleinregierung verfehlt, jedoch nach
       Einschätzung eines Politologen deutlich an Macht gewonnen. „Sie hat nun
       eine Sperrminorität im Landtag“, sagte der Rostocker Politikwissenschaftler
       Jan Müller. Damit werde die AfD künftig etwa die Ernennung von
       Verfassungsrichtern im Land, die ihr nicht genehm seien, blockieren können.
       
       ## 19.34 Uhr: CDU fällt in Berlin unter die 20-Prozent-Marke
       
       taz | Die CDU sinkt in der neuesten ZDF-Hochrechnung erstmals unter die
       magische 20-Prozent-Marke – auf 19,9 Prozent. (sta)
       
       ## 🐾 AfD in hinter Linken, CDU und den eigenen Ansprüchen
       
       Die AfD steht bei rund 14 Prozent und nur auf Platz 4 bei der Wahl zum
       Berliner Abgeordnetenhaus. Rückenwind nach der Sachsen-Anhalt-Wahl blieb
       offenbar aus, [13][schreibt Hanno Fleckenstein auf taz.de]
       
       19.30 Uhr: Wählerwanderung: Linke gewinnt in Berlin sogar von der CDU
       
       taz | In Berlin sind die Wähler:innen offenbar in Scharen von SPD nd
       Grünen zur Linkspartei umgeschwenkt. Das zeigt eine erste Analyse der
       Wählerwanderung des Instituts infratest dimap.
       
       Noch entscheidender für den Wahlsieg der Linken ist aber, dass sie
       bisherige Nichtwähler:innen für sich begeistern konnte. 75.000
       Menschen, die 2023 nicht zur Wahl gegangen sind, stimmten demnach diesmal
       für die Linke.
       
       Damit übertraf sie sogar die Attraktivität der rechtsextremen AfD, die
       65.000 Nichtwähler:innen hinzugewinnen konnte. Bei der Wahl in
       Sachsen-Anhalt hatte die AfD den vormaligen Nichtwähler:innen ihren
       Sieg zu verdanken.
       
       Die CDU verpasst laut der Analyse den Wahlsieg, weil sie 56.000
       Wähler:innen an die AfD verloren hat. Und – das ist überraschend – auch
       14.000 an die Linke. Die hatte offenbar auch für ehemalige
       Unionswähler:innen eine attraktive Kandidatin mit einem überzeugenden
       Mietenprogramm. (ga)
       
       ## 19.20 Uhr: Nichts los bei der CDU
       
       taz | Bei der CDU hat sich der Festsaal, in dem es für die Partei an diesem
       Abend nichts zu feiern gibt, drastisch geleert. Es sind vorrangig noch
       Journalisten, die dort sind und an ihren Texten arbeiten. (sta)
       
       19.19 Uhr: Gedämpfte Stimmung bei der SPD
       
       taz | Knapp daneben ist auch vorbei: Die Stimmung bei der Wahlparty der SPD
       in Mecklenburg-Vorpommern ist angesichts des knappen Rückstands zur
       extremen Rechten eher gedämpft. Nur als Ministerpräsidentin Manuela
       Schwesig den Saal der Orangerie im Schweriner Schloss betritt, geht es hoch
       her. „Manu, Manu“-Rufe und Applaus. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
       Till Backhaus – [14][der mit der toten Buckelwalkuh Timmy] – sagt zur taz:
       „Ich persönlich setze ja immer auf Sieg, nicht auf Platz.“ Macht nichts:
       Mit ihren über 35 Prozent habe Schwesig trotzdem „abgeliefert“. (rru)
       
       19.00: ZDF-Hochrechnung sieht rot-rot-grüne Mehrheit in
       Mecklenburg-Vorpommern
       
       taz | Nach einer neuen Hochrechnung des ZDF kann die AfD ihr Ergebnis in
       Mecklenburg-Vorpommern mehr als verdoppeln und wird stärkste Kraft knapp
       vor der SPD. Linke, Grüne und auch die CDU schaffen demnach den Einzug in
       den neuen Landtag. Damit hätte die bisherige rot-rote Koalition keine
       Mehrheit mehr. Ein rot-rot-grünes Bündnis wäre aber möglich.
       
       Allerdings sieht die ARD auch das BSW bei 5,0 Prozent. Sollte das BSW in
       den Landtag einziehen, würde Rot-Rot-Grün demnach ein Sitz an der Mehrheit
       fehlen. (ga)
       
       18.50 Uhr: SPD-Generalsekretär für Kursänderung
       
       rtr | SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert ‌eine Kursänderung der
       schwarz-roten Bundesregierung. Die Landtagswahlen seien „eine ganz klare
       Botschaft, dass man eben nicht mit dem Kopf durch die Wand kann und einfach
       so weitermachen kann wie bisher“, sagt Klüssendorf im ZDF. „Diese
       Botschaft, die ist uns allen zugegangen und muss dazu führen, dass die
       Bundesregierung auch Korrekturen vornimmt“, fordert er.
       
       18.49 Uhr: Schwesig sieht keine AfD-Regierung
       
       rtr | Die AfD, die ‌in Mecklenburg-Vorpommern voraussichtlich die meisten
       Stimmen geholt hat, wird nach Worten von Ministerpräsidentin Manuela
       Schwesig (SPD) nicht regieren. „Die AfD wird keine Regierung stellen
       können“, sagt Schwesig. „Die Mehrheit hat sich ganz klar für demokratische
       Parteien entscheiden“, sagt die SPD-Politikerin und fügt hinzu: „Ich stehe
       bereit für eine stabile demokratische Regierung.“
       
       ## 18.50 Uhr: CDU gratuliert Linkspartei zum Wahlsieg
       
       taz | CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat der Linkspartei als stärkster
       Kraft gratuliert, „das gehört sich so“. Dann fügte er hinzu, dass radikale
       populistische Versprechungen gezogen hätten. (sta)
       
       18.45 Uhr: Berliner Grüne wollen Koalition mit Linken und SPD
       
       dpa | Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine
       rot-grün-rote Koalition an. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und
       gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin
       schmieden“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon
       Ghirmai.
       
       ## 18.45 Uhr: Tino Chrupalla sieht Regierungsauftrag für die AfD in
       Mecklenburg-Vorpommern
       
       taz | Der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla sieht einen
       Regierungsauftrag für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Man werde allen
       Parteien Gespräch anbieten.
       
       18.35 Uhr: Gedränge an der 5-Prozent-Hürde in Mecklenburg
       
       taz | Laut den ersten Hochrechnunhgen von ARD und ZDF verfestigt sich der
       Trend, dass die AfD knapp vor der SPD liegen wird. Noch völlig offen ist,
       wie viele Parteien im neuen Landtag vertreten sind. Denn das Gedränge rund
       um die für den Einzug entscheidende 5-Prozent-Hürde ist groß. Das lässt
       auch die Frage, welche Koalition eine Mehrheit hätte, offen.
       
       Die Linke scheint es ziemlich sicher wieder in den Landtag zu schaffen. Sie
       wird vom ZDF bei 6,2, von der ARD sogar bei 7,4 Prozent gesehen.
       
       Auch die Grünen könnten es offenbar knapp schaffen. Sie liegen bei beiden
       Sendern bei 5,5 Prozent.
       
       Enger wird es für die CDU. Sie wird von der ARD bei nur 5,1 Prozent
       gesehen, im ZDF etwas höher.
       
       Auch das BSW kann sich noch Hoffnungen machen. Die ARD sieht es bei 5,0
       Prozent, das ZDF bei 4,8. Das war bei der Sachsen-Anhalt-Wahl vor zwei
       Wochen ähnlich, am Ende war das BSW mit 5,3 Prozent sicher drin. (ga)
       
       ## 18.31 Uhr: Hochrechnungen: AfD bei der Landtagswahl in MV knapp vor SPD
       
       dpa Die AfD liegt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach den
       ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF knapp vor der SPD. Die CDU muss um
       den Wiedereinzug in den Landtag zittern.
       
       ## 18.27 Uhr: Zentralrat der Juden „zutiefst beunruhigt“ über
       Linken-Ergebnis in Berlin
       
       afp | Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat sich
       zutiefst beunruhigt über den Wahlsieg der Linken in Berlin gezeigt. „Dass
       eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert
       wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst“,
       hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung Schusters. Er warf der
       Linken vor, im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen
       Grenzüberschreitungen aufgefallen zu sein.
       
       18.20 Uhr: Krach gratuliert der Linkspartei
       
       taz | Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach nimmt auf der
       Wahlparty der Berliner SPD im Astra Kulturhaus in Friedrichshain kein Blatt
       vor den Mund. „Das ist ein katastrophales Ergebnis für die Berliner SPD“,
       sagt der Spitzenkandidat seiner Partei. „Wir haben gekämpft, aber es ist
       uns nicht gelungen, die Berliner zu überzeugen.“
       
       Krach spricht von einer Zäsur. „Ich möchte denen gratulieren, die die Wahl
       gewonnen haben. Herzlichen Glückwunsch an die Linkspartei.“
       
       Wie es weitergeht, lässt Krach offen. „An so einem Abend ist es zu früh, um
       schon über die Zukunft zu sprechen.“ Aber heute, sagt er, „haben wir keinen
       Regierungsauftrag. Wir sind abgewählt worden von den Berlinerinnen und
       Berlinern.“ „Wir sind heute geschwächt. Wir sind abgestraft worden. Aber
       die Berliner SPD kommt zurück.“ (wera)
       
       ## 18.20 Uhr: Schwesig zum Wahlergebnis: „Was für eine Aufholjagd“
       
       afp | Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD)
       hat trotz der Verluste ihrer Partei bei der Landtagswahl am Sonntag ein
       positives Fazit gezogen. Vor einem Jahr habe die SPD in den Umfragen nur
       bei 19 Prozent gelegen, sagte Schwesig auf der Wahlparty der
       Sozialdemokraten in Schwerin. Danach habe sie aber den Kampf aufgenommen.
       „Was für eine Aufholjagd“, sagte Schwesig mit Blick auf die Prognosen von
       mehr als 35 Prozent Zustimmung.
       
       18.15 Uhr: Merz bezeichnet Ergebnis als Desaster und will als Kanzler
       weitermachen
       
       taz | Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Abend überraschend vor die
       Kameras getreten. „Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern ist ein
       Desaster“, sagte Merz, das man nicht schönreden könne. Die CDU sei
       zerrieben worden zwischen SPD und AfD. „Wir sorgen uns um die Zukunft des
       Landes“: Der Staat sei zu kompliziert geworden. Der Ton sei rauer und
       unversöhnlicher geworden.
       
       Dennoch gab er sich zuversichtlich: „Deutschland ist reformfähig“, sagte
       Merz. Jetzt sei Rückgrat, Stärke und Geduld gefordert. Er werde das
       aufbringen als Kanzler. Er tritt also nicht ab. (ga)
       
       ## 18:08 Uhr: Jubel bei Berliner Grünen im Angesicht von
       Regierungsverantwortung
       
       taz Dreifacher Jubel bei den Berliner Grünen, als das ZDF die ersten
       Prognosen zur Abgeordnetenhauswahl veröffentlicht, obwohl die Partei
       Verluste verzeichnet. Als der grüne Balken bei 15,5 Prozent stagniert,
       brandet verhaltener Applaus auf. Bei der Wiederholungswahl 2023 kamen die
       Grünen noch auf 18,4 Prozent.
       
       Etwas lauter wird es, als der pinke Balken der Linken auf 26 Prozent
       hochschnellt und damit deutlich höher ist als der der CDU (20 %). Viele im
       Saal präferieren eine linke Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp – einige
       sehen eine Zusammenarbeit aber auch kritisch. Am lautesten wird es, als die
       AfD nur auf 13,5 Prozent kommt und damit deutlich hinter ihren
       Umfrageergebnissen zurückbleibt.(pama)
       
       18.08 Uhr: Linke verdoppelt ihren Stimmenanteil in Berlin
       
       taz | Damit hat wohl selbtst bei der Linken kaum jemand gerechnet. Sie kann
       ihren Stimmenanteil in Berlin ungefähr verdoppeln. Die ARD sieht sie in
       ersten Prognosen bei 24,5 Prozent, das ZDF sogar bei 26 Prozent. Es ist das
       beste Ergebnis jemals. Bei der letzten Wahl hatte die Linke nur 12,3
       Prozent bekommen.
       
       „Ab heute verändern wir Berlin und machen es zu einem besseren Ort“, sagte
       Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp am Abend vor ihren Parteifreund:innen.
       „In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass
       gewonnen.“ Das sei ein Zeichen, das rausgehe in die Welt. (ga)
       
       ## 18.01 Uhr: Linke in Berlin klar vor der CDU, alles offen in Mecklenburg
       
       taz | Die Linkspartei hat laut ersten Prognosen die Wahl in Berlin klar
       gewonnen. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen liegen SPD und AfD Kopf an
       Kopf. Linke, Grüne, BSW und auch die CDU liegen alle bei rund 5 Prozent und
       müssen um einen Platz in neuen Landtag zittern.
       
       In Mecklenburg-Vorpommern liefern sich SPD und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen,
       aber mit klarem Vorteil für die AfD. Alle andere Parteien müssen um einen
       Einzug in den Landtag zittern. Die besten Karte hat dort offenbar die
       Linke, die laut ZDF-Prognose auf 6 Prozent kommt. Grüne liegen bei 5,5
       Prozent. Die CDU stürzt auf 5 Prozent ab. Das BSW wird bei 4,8 Prozent
       gesehen.
       
       Laut einer unmittelbar nach Schluss der Wahllokale veröffentlichten
       Prognose des ZDF kommt die Linkspartei in Berlin auf 26 Prozent. Die CDU
       kommt mit 20 Prozent auf Platz 2. Die Grünen kommen auf 15,5 Prozent. Die
       SPD sackt auf 12 Prozent., Die AfD schneidet in der Haupstadt trotz
       Gewinnen vergleichsweise schlecht ab und kommt nur auf 13,5 Prozent. (ga)
       
       ## 17:48 Uhr: Koalitionswünsche auf der Grünen Wahlparty in Berlin
       
       taz | Die Wahlparty der Grünen im Gasometer in Berlin-Schöneberg ist gut
       besucht. Vor der riesigen, grün leuchtenden LED-Leinwand ist die Stimmung
       entspannt.
       
       Sabrina Pankrath sagt, sie sei im Gegensatz zu ihrem Freund noch kein
       Grünen-Mitglied: „Noch nicht!“ Die junge Frau hofft, dass die Grünen in
       Berlin heute auf 18 bis 19 Prozent kommen und am Ende mit der Linken
       koaliert: „Ich hoffe, das Elif gewinnt!“
       
       Das sehen viele hier so und präferieren klar eine Koalition mit den Linken,
       vereinzelt tendieren auch welche zur CDU – andere wollen sich vor
       Sondierungen noch nicht festlegen. Eine Gruppe spricht gar von einer Wahl
       zwischen „Cholera und Pest“. Markus Silberschmidt, ein Mann mit grauem
       Haar, sagt, die Linke müsse in ihrer Kritik an Israel sachlich werden und
       weg von einer Pauschalverurteilung. Das sei Voraussetzung für eine
       Koalition. (pama)
       
       ## 17.45 Uhr: Rot-Blau-Grün als Richter-Wert in Berlin
       
       taz | Krasse internationale Besetzung im Festsaal im 3. stock des Berliner
       Abgeordnetenhauses, wo sich die CDU mit Blick auf vier millionenschwere
       Bilder von [15][Gerhard Richter] trifft: japanisches, portugiesisches
       Fernsehen, die BBC und CNN sind vertreten. Die Biderserie von Richter hat
       den Titel Rot-Blau-Grün – eine Farbkombination, die in Berlinpolitisch
       schon vor der Prognose ausgeschlossen ist. (sta)
       
       ## 17.25 Uhr: Sehr hohe Wahlbeteiligung auch in Berlin
       
       taz | Bis 16 Uhr haben laut Landeswahlleiter 952.936 der zum
       Abgeordnetenhaus Berlin Wahlberechtigten Ihre Stimme im Urnenwahllokal
       abgegeben. Dies seien 221.102 Wahlberechtigte mehr als zur Vorwahl im Jahr
       2023. Der Vergleich der absoluten Zahlen sei jedoch nur bedingt
       aussagekräftig, da hierbei die Anzahl der ausgestellten Wahlscheine nicht
       berücksichtigt wird.
       
       Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine entspricht laut
       Mitteilung des Wahlleiters einer Wahlbeteiligung von 58,2 Prozent der
       Wahlberechtigten. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei
       48,8 Prozent. Damit lag die Wahlbeteiligung um 16 Uhr um 9,4 Prozentpunkte
       höher als zur Vorwahl 2023.
       
       ## 16.50 Uhr: „Adenauer“ scheißt auf die AfD
       
       taz | Der „Adenauer SRP+“ des [16][Zentrum für Politische Schönheit] ist
       vor dem Schweriner Schloss angekommen. Aus den Boxen schallt ein Chorlied.
       Es hat nur eine, immer mantrahaft wiederholte Textzeile: „Scheiß AfD“.
       
       „Adenauer SRP+“ ist der Aktionsbus mit dem das Zentrum für Politische
       Schönheit für eine AfD-Verbot wirbt. Der Name erinnert an der Verbot der
       rechtsradikalen SRP, das unter der CDU-Kanzler Konrad Adenauer erlassen
       wurde. [17][Der Bus war vor einem Jahr bundesweit bekannt geworden], weil
       er mit dem gleichen Lied ein Liveinterview der ARD mit Alice Weidel
       untermalt hatte. (rru/ga)
       
       ## 16.40 Uhr: Regen in Berlin
       
       taz | Gut eine Stunde vor Schluss der Wahllokale schüttet sich der Himmel
       über Berlin aus. „Kein blauer Himmel“ über Berlin, meint ein taz-Redakteur,
       das sei doch ein gutes Zeichen. Tja, nun. Mal sehen, wer am Ende im Regen
       steht.
       
       ## 16.10 Uhr: Jabloko-Chef macht Stimmzettel ungültig bei Russland-Wahl
       
       taz/ap | Wahlen sind nicht überall so frei wie in Deutschland. In Russland
       zum Beispiekl wird bis heute die Duma neu gewählt. Aber bei weitem nicht
       alle drüfen antreten.
       
       Der Vorsitzende der von [18][der Parlamentswahl in Russland]
       ausgeschlossenen [19][Anti-Kriegspartei Jabloko] hat seinen Stimmzettel
       demonstrativ ungültig gemacht. Bei seiner Stimmabgabe in St. Petersburg
       beschriftete Nikolai Rybakow den Stimmzettel am Sonntag in leuchtend grüner
       Schrift mit den Worten „Für die Freiheit“, „Für den Frieden“ und „Jabloko“.
       
       Zuvor hatte er die Anhänger der Partei dazu aufgerufen, auch ihre
       Stimmzettel ungültig zu machen.
       
       15.50 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern
       
       taz | In Mecklenburg-Vorpommern deutet sich eine deutlich höhere
       Wahlbeteiligung an. Bis 14.00 Uhr haben laut Landeswahlleiter bereits 40,7
       Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Bei
       der Landtagswahl 2021 lag die Wahlebeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur
       bei 32,5 Prozent. Die endgültige Wahlbeteiligung betrug damals 70,8
       Prozent.
       
       In Berlin lag die Wahlbeteilgung bis 12 Uhr auch höher als bei der letzten
       Wahl. Neuere Zahlen hat der Landeswahlleiter noch nicht bekanntgegeben.
       
       ## 15.20 Uhr: Und hier eine wichtige Wal-Nachricht
       
       ap/taz | Wenige Stunden vor Schluss der Wahllokale ist ein Wal aufgetaucht!
       Ein Buckelwal wie „Timmy“. Aber diesmal nicht vor der Ostseeküste von
       Mecklenburg-Vorpommern, sondern im Sacramento River im US-Bundeststaat
       Kalifornien. Dort wurde es vor einem Angler rund 100 Kilommeter vom Pazifik
       entfernt … okay, sorry, tut nichts zur Sache. Weiter mit Wahlnachrichten.
       
       ## 🐾 15.11 Uhr: Jungwähler in Lichtenberg
       
       taz | Dilan (16) und Albert (17) sind auf dem Weg zum Wahllokal in
       Berlin-Lichtenberg. Für beide ist es die erste Wahl, bei der sie
       wahlberechtigt sind. Sie haben sich zuvor über den Wahl-O-Mat und über
       Social Media informiert. Außerdem fand an ihrer Schule eine
       Podiumsdiskussion mit den lokalen Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Linken,
       Grünen und AfD statt. Für Dilan sind die Themen Kampf gegen hohe Mietpreise
       und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehr am wichtigsten, außerdem wird er
       nur eine Partei wählen, die keine Migranten ausgrenzt.
       
       Albert findet den Klimaschutz, den Ausbau der Fahrradwege und die Schaffung
       bezahlbarer Wohnungen am wichtigsten, zudem sollte die Politik mehr Geld
       für Bildung und Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Den Social Media
       Wahlkampf fanden beide bei allen Parteien wenig überzeugend. (ale)
       
       ## 🐾 15.00 Uhr: Nichtwahlberechtigte in Berlin
       
       taz | Rund ein Viertel der Bewohner*innen über 16 Jahre ist in Berlin
       gar nicht stimmberechtigt. Wo sie gerne mitreden würden – wenn sie nur
       dürften. [20][In ihrer Reportage für die taz berichten Sunny Riedel und Uta
       Schleiermacher darüber.]
       
       ## 🐾 14.51 Uhr: Es gibt auch ältere Erstwähler
       
       taz | Giulia Cialé und Giaccomo Ruisi dürfen im Alter von 28 Jahren heute
       auch zum ersten Mal in Berlin wählen. Sie leben seit fünf Jahren in
       Deutschland und dürfen auch ohne deutschen Pass die
       Bezirksverordnetenversammlung wählen. „Das ist ein gutes Gefühl.“ Sie
       planen nämlich, länger hier zu leben. Den Prozess der Einbürgerung wollen
       sie auch demnächst beginnen. „Dann können wir uns an noch mehr Wahlen
       beteiligen.“
       
       Sie wählten heute beide die Linke, denn für Cialé machen sie Politik „die
       an die normalen Leute gerichtet ist, die jeden Tag aufstehen und zur Arbeit
       fahren.“ Informiert haben sie sich auf Social Media, mit den Werbezetteln
       der Parteien, und auf YouTube.
       
       Ihre Freund*innen wählen ähnlich, anders ihre Familien: Ruisi sagt, sein
       Vater wähle ganz anders. „Aber mein Opa eher so wie ich!“ (ads)
       
       ## 🐾 14.50 Uhr: Jungwähler in der Berliner Spätsommersonne
       
       taz | Am Kleistpark wird vor dem Wahllokal erst einmal ein Foto mit der
       Tochter gemacht, die zum ersten Mal wählen darf. Im Wahllokal selbst, das
       im Foyer der Universität der Künste eingerichtet ist, geht es sehr
       entspannt zu: man könnte die Fliege summen hören, die gelangweilt durch den
       Raum schwirrt. Seit dem Chaos bei der Wahl 2021, das zur Wiederholung der
       Wahl führt, wurden in Berlin mehr Wahllokale eingerichtet und mehr
       Wahlhelfer engagiert, das macht sich bemerkbar. Die wenigen
       Wahlberechtigten geben sich die Klinke in die Hand, und am Ausgang steht
       eine Mitarbeiterin des ZDF und führt stichprobenartig Umfragen für die
       Prognose durch. Die Tochter gibt freundlich Auskunft.
       
       Im Akazienkiez herrscht Sonntagsstimmung, die Cafés sind gut besucht und
       vor der Apostel-Paulus-Kirche sitzen schon viele Menschen mit Getränken in
       der Spätsommersonne und unterhalten sich. Beim Burgerimbiss trifft man die
       Nachbarn mit ihren Kindern, die ebenfalls zum ersten Mal gewählt haben, und
       unterhält sich über die Wahl – und über Fußball. Die Prognose ist klar:
       dass Hertha sechs Spiele in Folge gewonnen hat, könnte der Regierungspartei
       zu Gute kommen. Im Fall von Berlin wäre das die CDU. Die Tochter erzählt,
       dass der CDU-Kandidat bei einem Wahl-Talk an ihrer Schule damit gepunktet
       habe, seine Partei würde ja Hertha BSC unterstützen. Zumindest bei einigen
       Jungs kam das gut an. Vielleicht machen sie ja den Unterschied. (bax)
       
       14.22 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Evers „entspannt“ zur Wahl in Berlin
       
       dpa | Sportlich gekleidet und gut gelaunt hat CDU-Spitzenkandidat Stefan
       Evers seine Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus abgegeben. Er
       sei „ausgesprochen gelöst und entspannt“, sagte der 46-Jährige anwesenden
       Journalisten am Rande seiner Stimmabgabe in der Turnhalle der
       Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain.
       
       „Ich habe endlich mal ausgeschlafen“, erklärte Evers. Nach einem
       gemeinsamen Frühstück hätten sein Mann und er einen Spaziergang gemacht. Am
       Abend gehe es dann zum Abgeordnetenhaus, um das Ergebnis der Wahl zu
       verfolgen. „Es steht Spitz auf Knopf in Berlin“, so Evers. „Um 18.00 Uhr
       wissen wir alle mehr.“
       
       🐾 14.02 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab
       
       Die Wahlbeteiligung in Berlin scheint deutlich über der mageren bei der
       jüngsten Wahl im Februar 2023 zu liegen – damals stimmten nur 62,9 Prozent
       der Wahlberechtigten ab und damit weniger als zwei Drittel. Denn nach
       Zahlen von Landeswahlleiter Stephan Bröchler betrug die Beteiligung bis 12
       Uhr 27,9 Prozent- viereinhalb Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt
       2023, als es 23,4 Prozent waren. Am schwächsten ist sie bisher im Bezirk
       Mitte. (sta)
       
       🐾 13.51 Uhr: Wählen für die Umfrage
       
       taz | In vielen Wahllokalen kann man sozusagen zweimal wählen: Für die
       ARD-Wahlprognose um 18 Uhr kreuzt man nochmal die eigene Stimme auf einem
       Umfrage-Wahlzettel an und schmeißt ihn in eine blaue Urne aus Papier.
       
       Werner Mengel arbeitet heute als Korrespontent für infratest dimap, die
       dafür von der ARD beauftragt wird. Der 69-Jährige verdient sich damit ein
       kleines Honorar. „Macht schon Spaß, die Leute sind ja ganz nett.“ Am Morgen
       habe es mehr Bereitschaft gegeben, am Mittag lasse es nach und die
       Wähler*innen haben es eilig. „Das zieht sich jetzt etwas.“ Hatte er eine
       Art Briefing für diesen Job? „Das hier ist meine Schulung!“ – er kramt
       einen Stapel DIN A4-Seiten hervor, eine Amtsmitteilung zur Wahl. (ads)
       
       ## 13.48 Uhr: Wahlpanne – Bürger stimmen zeitweise in Bus ab
       
       dpa | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hatten einige
       Wählerinnen und Wähler in einem Rostocker Stadtteil ein besonderes
       Wahlerlebnis. Weil der Zutritt zu einem Wahllokal in Rostock-Kassebohm am
       Morgen nicht möglich gewesen sei, habe die Wahlbehörde veranlasst, dass
       zunächst ein Bus der Rostocker Straßenbahn AG als Wahllokal genutzt wurde,
       teilte ein Sprecher der Hansestadt mit. Zuvor hatte die „Ostsee-Zeitung“
       berichtet.
       
       Das Provisorium habe nur etwa eine halbe Stunde gedauert, so der Sprecher.
       Danach habe man den eigentlichen Wahlraum nutzen können, der sich in einem
       Schulgebäude eines privaten Schulträgers befinde. Insgesamt gebe es in der
       Stadt zur Landtagswahl 134 Wahllokale.
       
       13.47 Uhr: AfD-Spitzenkandidatin Brinker hat gewählt
       
       dpa | Die AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker hat ihre Stimme zur
       Abgeordnetenhauswahl abgegeben. Gut gelaunt erschien sie im Wahllokal in
       einer Schule in Steglitz. Lächelnd warf sie ihren Stimmzettel in die Urne.
       
       ## 13.30 Uhr: „Muss jetzt leider die Linken wählen“
       
       taz | Nadine Özdemir wählt normalerweise die AfD. Aber bei dem, was die AfD
       für Berlin vorhat, müsse die 40-Jährige jetzt „leider“ ihre Stimme an die
       Linken abgeben. „Ich hoffe, dass sie mal was ändern, auch was die Mieten
       und die Lebensmittelpreise angeht.“ Ein offentlich aufregender Wahlgang für
       die Lichtenbergerin.
       
       Ihre 10-jährige Tochter ist mit zum Wahllokal gekommen. Auch für sie hat
       sie gewählt wegen der Situation in der Schule. „Die haben gar keinen
       Computerraum in der Schule.“ Die Tochter korrigiert: „Doch, einen
       Computerraum gibt es,“ aber ein anderer besonderer Medienraum fehlt ihr.
       Özdemir hat zwei Töchter, die ältere müsse auch noch wählen kommen, „die
       liegt aber noch im Bett!“
       
       Vor der Wahl gab es viele Diskussionen in der Familie von Nadine Özdemir.
       Ihre Familie wähle „halb-halb“, zwischen AfD und Linken. „Meine Eltern
       kamen als Gastarbeiter her und haben das Land mit aufgebaut.“ Alle in ihrer
       Familie arbeiten viel: in der Pflege, bei der Polizei, oder wie sie im
       Mode-Einzelhandel, wo sie in doppelter Schicht eine Filiale leite. „Wir
       möchten nicht mit anderen Ausländern verglichen werden.“ Es sei für sie
       nicht „in Ordnung, nur zuhause zu sitzen.“ Sie kommt gebürtig aus
       Stuttgart, auch dort wählte sie bis heute immer AfD. (ads)
       
       12.45 Uhr: Berlin: Auch in Gemeinderaum von Moschee wird gewählt
       
       dpa | In Berlin-Pankow haben einige Wählerinnen und Wähler bei der
       Abgeordnetenhauswahl auf dem Gelände einer Moschee abgestimmt. „Kirchen und
       andere religiöse Einrichtungen sind schon längst als Wahllokale aktiv, und
       in dem Sinne ist es eine Art der demokratischen Neutralität oder der
       demokratischen Normalität, dass jetzt auch die Moschee als Wahllokal
       fungiert“, sagte Scharjil Khalid, Imam und islamischer Theologe in der
       Khadija-Moschee, am Wahltag. Das Wahllokal auf dem Gelände der Moschee sei
       ein Zeichen, dass Islam und Muslime zu Berlin und Deutschland gehörten. Der
       Tag sei einer der wichtigsten Tage der Demokratie, so Khalid.
       
       Doch das Wahllokal im Gemeinderaum der Moschee wurde besonders in sozialen
       Medien auch kritisiert, wie Khalid berichtete. Kritiker forderten eine
       klare Trennung von Staat und Religion. Dem hielt der Imam entgegen, dass
       ebenso Kirchen und andere christliche Räume als Wahllokale genutzt würden.
       
       Auch der Leiter des zuständigen Bezirkswahlamts Pankow, Marc Albrecht,
       sagte vor der Wahl: „Das ist alles Teil unserer Gesellschaft.“ Neben
       muslimischen Räumen werde auch in christlichen und jüdischen Gemeinderäumen
       gewählt. „Wir brauchen viele Wahllokale. Wir stehen für einen vielfältigen
       Bezirk und haben daher auch Wahllokale in vielfältigen Objekten“, sagte
       Albrecht.
       
       ## 🐾 12.40 Uhr: Rote Fähnchen überall
       
       Erste Hochrechnungen zeigen Rot weit vorne – zumindest im Weinbergspark in
       Berlin-Mitte. Dort sammeln Nachbar:innen am World-Clean-Up-Tag den Müll
       ein und setzen Fähnchen, wo sie fündig werden. Rot steht für
       Zigarettenstummel. (ga)
       
       12.25 Uhr: Manuela Schwesig hat abgestimmt
       
       dpa | Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig hat
       ihre Stimme für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern abgegeben. Zur
       Stimmabgabe erschien Schwesig gemeinsam mit ihrem Ehemann Stefan.
       
       In der letzten Umfrage vor der Wahl war die SPD laut Forschungsgruppe
       Wahlen auf 37 Prozent gekommen und lag damit einen Prozentpunkt vor der
       AfD. Schwesig kandidiert im selben Wahlkreis in Schwerin wie
       AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm für ein Direktmandat.
       
       ## 🐾 12.21 Uhr: Die Wahl in Marzahn
       
       taz | Es ist sonniger Wahlsonntag, einige Wähler*innen verweilen nach
       dem Urnengang noch etwas auf dem Schulfhof vor der Marcana-Schule.
       
       Marzahnerin Liza Haegerf wählt heute in der Marcana-Schule. „Ich wohne um
       die Ecke.“ Für die 22-Jährige sei Wählen keine spontane Entscheidung: Sie
       habe sich sogar die Wahlprogramme der Parteien durchgelesen, die für sie
       infrage kommen, erzählt sie schmunzelnd. Und Fernsehen geschaut, wie auch
       ihre Partnerin (25 J.): „Auf BerlinTV habe ich mir einige Debatten
       angeschaut.“ Sie ist auch gebürtig aus Marzahn, wo sie zusammen leben.
       
       Die Marcana-Schule in Marzahn beherbergt vier Wahllokale, die von ungefähr
       42 Wahlhelfer*innen ehrenamtlich versorgt werden. Ein erfahrener
       Wahlhelfer sagt mittags, man bemerke die jüngeren Wähler*innen noch
       nicht: „Ich glaube die kommen erst um vier.“ (ads)
       
       ## 🐾 11.27 Uhr: Was, wenn der Kultur die Puste ausgeht?
       
       Im Nordosten ist über Jahre etwas gewachsen: Orte, an denen Menschen
       zusammenkommen, die sich sonst kaum noch sehen. Ein AfD-Sieg würde sie
       bedrohen. Darüber berichtet [21][Ulrika Rinke für die taz.]
       
       ## 11.17 Uhr: Wahlleiter in Berlin: Wahlbetrieb gut angelaufen
       
       dpa | Der Wahlbetrieb ist nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan
       Bröchler gut angelaufen. „Bislang läuft es sehr ruhig“, sagte Bröchler der
       Deutschen Presse-Agentur gut zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale. Der
       Landeswahlleiter besuchte einige Wahlhelfer in der Stadt.
       
       Nach seinen Informationen gab es zunächst keine größeren Vorkommnisse. In
       Steglitz habe sich ein Hausmeister verspätet. Das Problem habe sich aber
       noch vor Öffnung des Wahllokals um 8.00 Uhr beheben lassen.
       
       An einigen Wahllokalen wurden laut Bröchler Graffitis oder Schmierereien
       entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging. Diese seien nach
       Möglichkeit entfernt worden. Der Landeswahlleiter nannte zunächst zwei
       Fälle in Steglitz. Eine dpa-Reporterin berichtete von entsprechenden
       Schriftzügen, die vor einem Wahllokal in einer Grundschule im Ortsteil
       Kladow unkenntlich gemacht wurden.
       
       ## 11.10 Uhr: Berlin: Erste Spitzenkandidaten haben Stimme abgegeben
       
       afp | Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten
       Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben. Werner Graf von den Grünen und
       Steffen Krach von der SPD wählten am Sonntag im Bezirk
       Tempelhof-Schöneberg. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers wollte gegen Mittag
       in Friedrichshain seine Stimme abgeben, die Linken-Kandidatin Elif Eralp
       nicht öffentlich wählen.
       
       Dem Landeswahlleiter zufolge zeichnet sich ein hoher Anteil an Briefwählern
       ab. Die Bezirkswahlämter stellten nach Angaben vom Samstag über 800.000
       Wahlscheine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aus und damit für rund ein
       Drittel der Wahlberechtigten.
       
       ## 10.45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: AfD-Kandidat Holm hat Stimme
       abgegeben
       
       afp | Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der
       AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm seine Stimme abgegeben. Er
       wählte am Sonntag in Schwerin in Begleitung seiner Frau Wenke. Umfragen
       sagen ein enges Rennen zwischen der AfD und der SPD von Ministerpräsidentin
       Manuela Schwesig um den Wahlsieg voraus, beide Parteien lagen zuletzt in
       den Umfragen nur wenige Prozentpunkte auseinander.
       
       ## 10.31 Uhr: Drei Kreuze – worüber Berlin abstimmt
       
       dpa | Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Wählerinnen und Wähler zwei
       Stimmen. Diese können sie erstmals auf einem Stimmzettel statt auf zweien
       abgeben. Mit der Erststimme wählen sie ihren Direktkandidaten in einem der
       78 Wahlkreise. Mit der Zweitstimme wählen sie eine Landes- oder
       Bezirksliste einer Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die
       Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im Parlament. Dieses besteht regulär
       aus 130 Abgeordneten. Aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate
       159. Für die Bezirksverordnetenversammlung haben Wählerinnen und Wähler
       eine Stimme.
       
       ## 9.33 Uhr: Rund 1.100 Polizisten in Berlin unterwegs
       
       dpa | Die Berliner Polizei sichert die Wahlen in Berlin mit rund 1.100
       zusätzlichen Einsatzkräften ab. Die Polizistinnen und Polizisten sind
       stadtweit unterwegs, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wie
       die Behörde auf der Plattform X mitteilte.
       
       Es gehe um den Schutz der insgesamt mehr als 2.500 Wahllokale, des
       Abgeordnetenhauses und der Regierungsgebäude, wie ein Sprecher sagte.
       Polizisten achteten dabei auch darauf, dass es im Umfeld von Wahllokalen
       keine unzulässige Beeinflussung gebe. Nach dem Landeswahlgesetz sind
       beispielsweise in einem Radius von 30 Metern keine größeren Kundgebungen
       vor Wahllokalen zugelassen.
       
       Zudem gelte es Störaktionen zu verhindern, so die Polizei. Bislang lägen
       aber keine Hinweise dafür vor, dass die Wahl durch Aktionen behindert
       werden solle. Die Polizei stehe zudem in engem Austausch mit der
       Landeswahlleitung.
       
       Rund 2,5 Millionen Menschen sind zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses
       aufgerufen. Für die Wahl der zwölf Bezirksverordnetenversammlungen, an der
       auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten teilnehmen dürfen, gibt es
       gut 2,7 Millionen Wahlberechtigte. Die mehr als 2.500 Urnenwahllokale haben
       von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
       
       ## 🐾 8.30 Uhr: Was sollen Grüne, SPD und Linke tun, wenn sie gewinnen?
       
       taz | Eigentlich klar, was passieren muss, wenn die AfD erneut das Rennen
       macht: einfach mal verbieten. Nur wenn´s anders ausgeht, dann wird es
       kompliziert, [22][kommentiert Seite-1-Redakteur Lukas Wallraff.]
       
       ## [23][🐾] 8.15 Uhr: Berlin, der Müll und der Kiez
       
       taz | Nirgendwo in Deutschland prallen Lebensentwürfe so hart aufeinander
       wie in Berlin. Was soll bleiben? Was sich ändern? [24][Dazu sechs
       Anmerkungen aus der taz-Redaktion.]
       
       ## 8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet
       
       taz | Es geht los: Seit 8 Uhr morgens sind die Wahllokale in Berlin und in
       Mecklenburg-Vorpommern geöffnet. Bis 18 Uhr können die Bürger:innen ihr
       Stimme abgeben. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 1,3 Millionen Menschen
       wahlberechtigt. In beiden Bundesländern dürfen erstmals auch schon 16- und
       17-Jährige ihre Stimme abgeben. (ga)
       
       7.55 Uhr: Was die Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern sagen
       
       taz | Es könnte knapp werden. Denn die SPD hat laut Umfragen in den letzten
       Monaten enorm aufgeholt. Sie lag zuletzt nur noch 2 bis 3 Prozentpunkte
       hinter der AfD. Das ZDF-Politbaromenter sah am Donnerstag [25][die SPD
       sogar ganz knapp vor der AfD]. Vor einem Jahr sah das noch komplett anders
       aus. Da waren die Rechtsextremen mit 38 Prozent zwar ähnlich stark heute,
       aber sie lagen weit vor der SPD, die nur bei 19 Prozent gesehen wurde.
       
       Die Aufholjagd hat die SPD wohl ihrer prominenten Ministerpräsidentin
       Manuela Schwesig zu verdanken. Unter dem Höhenflug leidet umgekehrt aber
       vor allem die CDU, die stark abgefallen ist. Mit 6 bis 7 Prozent lag sie
       nur noch knapp über der Fünfprozenthürde. Genau da werden die Grünen
       gesehen. Das BSW knapp darunter.
       
       Bei keiner der drei kleinen Parteien ist somit sicher, dass sie am Ende im
       Parlament sind. Bei keiner der beiden großen, wer am Ende die Nase vorn
       hat. Denn Umfragen sind bekanntlich noch lange keine Wahlergebnisse. Die
       Abweichungen können enorm sein, wie zuletzt die Landtagswahl in
       Sachsen-Anhalt gezeigt hat. Es könnte knapp werden. (ga)
       
       7.50 Uhr: Was die Umfragen in Berlin sagen
       
       taz | Es könnte knapp werden, auch in Berlin. Zwar musste sich die SPD in
       den letzten Wochen laut Umfragen aus dem Rennen um Platz 1 verabschieden.
       Von noch vier Parteien aber könnte jede am Ende die stärkste sein. Die
       größten Hoffnungen können sich Linke und CDU machen. Die rechtsextreme AfD
       hat in Berlin zwar keine Chance auf einer Regierungsbeteiligung, liegt aber
       nur knapp hinter CDU und Linken. Auf Platz 4 stehen die Grünen.
       
       Die Abstände sind so knapp, dass sich am Wahlabend noch alles verschieben
       kann. Zudem ist offen, ob nicht noch das BSW als sechste Partei ins
       Abgeordnetenhaus einzieht. Es wurde in den Umfragen bei 3 bis 5 Prozent
       gesehen. Wie gesagt: Es könnte knapp werden. (ga)
       
       7.45 Uhr: Was in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl steht
       
       taz | Im Landtag in Schwerin sind ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate 71
       Sitze zu vergeben. Jede Wähler:in hat zwei Stimmen. Die Erststimme für
       die Kandidat:innen des jeweiligen Wahlkreises, die Zweitstimmen für die
       Landeslisten der Parteien, die entscheidend ist für die Größe der
       Fraktionen im neuen Landtag.
       
       Für eine Mehrheit wären mindestens 36 Sitze notwendig. Schaffen es die
       Grünen ins Parlament, könnte es für eine rot-rot-grüne Koalition reichen –
       wenn das BSW draußen bleibt. Sonst wird es auch hier eng.
       
       Die SPD will ihre Ministerpräsidentin [26][Manuela Schwesig] im Amt halten.
       Die AfD will sie durch ihren Spitzenkandidaten [27][Leif-Erik Holm]
       ersetzen. (ga)
       
       7.40 Uhr: Was in Berlin zur Wahl steht
       
       taz | In Berlin werden neben dem Abgeordnetenhaus auch die
       Bezirksverordnetenversammlungen der 13 Bezirke gewählt. Daher haben die
       Wähler:innen dort drei Stimmen. Eine für das Bezirksparlament, die
       Erststimme für die Wahlkreiskandidat:innen und die Zweitstimme für
       die Landeslisten der Parteien.
       
       Laut Umfragen braucht es im neuen Abgeordnetenhaus auf jeden Fall ein
       Dreierbündnis für eine Koalition. Denkbar wäre ein rot-grün-rotes Bündnis
       mit [28][Elif Eralp (Linke)] als Regierender Bürgermeisterin. Oder ein
       schwarz-grün-rotes Bündnis mit [29][Stefan Evers (CDU)] an der Spitze.
       Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich Werner Graf
       (Grüne) als Überraschung durchsetzt, wenn seine Partei vor der CDU oder vor
       den Linken landet. Entscheidend wird, welche Partei in einem Dreierbündnis
       die stärkste wird. Das muss nicht unbedingt die stärkste im
       Abgeordnetenhaus sein. Denn das könnte im Extremfall sogar die AfD werden.
       
       Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) tritt nicht mehr an. Er hat
       sich bekanntlich beim Tennis verspielt. (ga)
       
       20 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [6] https://wahlen.mvnet.de/dateien/ergebnisse.2026/landtagswahl/html/l_abs_zweit.html
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       In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird heute über die Politik der
       kommenden fünf Jahren abgestimmt. Für die Regierung könnten die Wahlen
       wegweisend sein.
       
 (DIR) Bund und Länder einigen sich: Habemus neuen Tankrabatt
       
       Die Bundesregierung vereinbart mit den Ländern ein neues Paket für
       Entlastungen bei den hohen Spritreisen. Opposition kritisiert das als
       Gießkannenlösung.
       
 (DIR) Berliner CDU-Wahlkampfabschluss: Geschichtsunterricht bei Papa Merz
       
       Während über sein Kanzleramt diskutiert wird, besuchte Merz den Berliner
       Wahlkampfabschluss. Und verglich sich indirekt mit Adenauer.