# taz.de -- Landtagswahlen 2026: Wahllokale in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern öffnen
> In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird heute über die Politik der
> kommenden fünf Jahren abgestimmt. Für die Regierung könnten die Wahlen
> wegweisend sein.
(IMG) Bild: Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026: Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne
dpa | In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben die [1][Wahllokale für die
Landesparlamente] geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimmen
für das Berliner Abgeordnetenhaus beziehungsweise den Landtag in
Mecklenburg-Vorpommern abgeben. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet.
In der Hauptstadt sind rund 2,5 Millionen Menschen zur Wahl für das
Abgeordnetenhaus aufgerufen. Für die Wahl der zwölf
Bezirksverordnetenversammlungen, an der auch Bürgerinnen und Bürger anderer
EU-Staaten teilnehmen dürfen, gibt es gut 2,7 Millionen Wahlberechtigte. Im
Nordosten sind rund 1,3 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In beiden
Ländern kann schon ab 16 Jahren gewählt werden.
## Derzeit regieren Schwarz-Rot in Berlin und Rot-Rot in MV
In Berlin regiert derzeit ein Bündnis aus CDU und SPD. Für eine Neuauflage
reicht es letzten Umfragen zufolge nicht. Dort zeichnete sich ein
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Linken und der CDU ab. Dahinter waren in
Umfragen auch die AfD, die Grünen und die SPD zweistellig. Das BSW kämpft
um den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
Mecklenburg-Vorpommern wird aktuell von einer Koalition aus SPD und Linken
regiert, laut Umfragen ist unsicher, ob es für eine Neuauflage reichen
wird. Jüngste Umfragen sahen SPD und AfD in einem engen Rennen, die Linke
mit Werten um zehn Prozent weit dahinter. Grüne und BSW müssen um den
Einzug in den Landtag bangen, auch die CDU rutschte in Umfragen in die Nähe
der Fünf-Prozent-Hürde.
Je nachdem wie die CDU abschneidet, könnte die Debatte über die politische
Zukunft von Parteichef und Kanzler Friedrich Merz erneut Fahrt aufnehmen.
Seit Tagen wird darüber debattiert, [2][ob er sich halten kann.] Merz hat
das CDU-Präsidium für Sonntagabend ins Konrad-Adenauer-Haus eingeladen.
## Erstmals dürfen in Berlin Jugendliche abstimmen
Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin dürfen zum ersten Mal Jugendliche ab
16 Jahren ihre Stimme abgeben. Das war zuvor schon bei der Wahl zu den
Bezirksverordnetenversammlungen und bei der Europawahl möglich. Bei der
Wahl für das Landesparlament galt bisher ein Mindestaltalter von 18 Jahren.
Wahlberechtigt sind alle, die vor dem 21. September 2010 geboren sind,
erklärte Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Das gilt auch also auch
für alle, die am Wahltag Geburtstag feiern. Nach den offiziellen Berliner
Meldedaten dürfen an der Wahl zum Abgeordnetenhaus knapp 55.400 Jugendliche
ab 16 teilnehmen – angesichts von insgesamt rund 2,5 Millionen
Wahlberechtigten eine eher kleine Gruppe. Bei den Wahlen zu den
Bezirksverordnetenversammlungen sind es mit rund 58.600 etwas mehr, weil
dafür auch EU-Bürgerinnen und -Bürger ohne deutschen Pass wahlberechtigt
sind.
## Passives Wahlrecht weiterhin ab 18 Jahren
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat im Dezember 2023 mit breiter Mehrheit
beschlossen, das Alter für die Teilnahme an der Wahl zum Landesparlament
von 18 auf 16 Jahre abzusenken. Die Befürworter von CDU, SPD, Grünen und
Linken argumentierten, damit werde jüngeren Menschen mehr politische
Mitbestimmung ermöglicht und die Demokratie gestärkt. Die AfD lehnte das
Vorhaben ab.
Am passiven Wahlrecht, das einem erlaubt, sich wählen zu lassen, hat sich
nichts geändert. Kandidieren für das Landesparlament dürfen weiterhin nur
Menschen ab 18.
Die Möglichkeit zur Stimmabgabe bei Landtagswahlen für 16- und 17-Jährige
gibt es nur in der Hälfte der 16 Bundesländer. Dazu zählen neben Berlin
auch Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und neuerdings auch
Nordrhein-Westfalen, wo im Frühjahr 2027 eine Wahl ansteht.
20 Sep 2026
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