# taz.de -- Kürzung bei Demokratieprojekten: Bund streicht Förderung für Antirassismus-Zentrum
> Die Bundesregierung kürzt weiter bei der Demokratiearbeit. Jetzt trifft
> es das Informations- und Dokumentationszentrum Antirassismus IDA.
(IMG) Bild: Die Mittelstreichung betrifft die Beratung und Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtsextremismus
Die Bundesregierung setzt weiter fleißig Projekte aus dem Sozialbereich und
der Förderung der Demokratie auf die finanzielle Abschussliste. Auf dem
Prüfstand steht etwa das Programm „Demokratie leben“, das seit 2015 besteht
und in diesem Jahr mit einem Umfang von rund 190 Millionen Euro gefördert
wird. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat jedoch einen Umbau des
Bundesprogramms angestoßen. Dazu gehört auch, dass zum Ende des Jahres bei
rund 200 Projekten die Förderung ausläuft.
Das [1][Informations- und Dokumentationszentrum Antirassismus (IDA)] ist
Träger eines Begleitprogramms von „Demokratie leben“. Nun bricht dem
Zentrum auch noch eine weitere institutionelle Förderung weg: Dem Verein
werden die Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan des Familienministeriums
gekündigt. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Frage des
Linken-Bundestagsabgeordneten Maik Brückner hervor, die der taz vorliegt.
Die stellvertretende Vorsitzende von IDA, Ronja Inhoff, bestätigt der taz
die Aufkündigung der Rahmenvereinbarung.
## IDA macht Bildung zu Rassismus und Rechtsextremismus
Der 1990 gegründete Verein ist das zentrale Dienstleistungszentrum der
Jugendverbände in Deutschland, die sich mit den Themen Rassismus,
Rechtsextremismus und Diskriminierung beschäftigen. IDA kann zwar auch als
Fördermitglied unterstützt werden, ein [2][Großteil der Förderung] kommt
bisher aber aus Geldern des Bundesministeriums für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Diese fallen ab dem 1. Januar 2027
weg.
Damit sei die Arbeit auf Bundesebene zunächst nicht mehr abgesichert, sagt
Inhoff. Das betrifft insbesondere die Beratung und Unterstützung von
Jugendverbänden bei der Auseinandersetzung mit Rassismus und
Rechtsextremismus.
IDA bietet außerdem verschiedene Workshops, Vorträge und Seminare zur
Vermittlung von Wissen an. Auch die „Vielfalt-Mediathek“, über die
Interessierte zahlreiche Materialien für die schulische oder
außerschulische Bildung finden, gehört dazu. Darunter sind Themen wie
(Anti-)Feminismus, Antisemitismus, Hass im Netz, Rechtsextremismus,
Verschwörungserzählungen und vieles mehr. Die „Vielfalt-Mediathek“ wird
über das Projekt „Demokratie leben“ gefördert. Nächstes Jahr kann diese
nicht mehr wie zuvor weitergeführt werden, sagt Inhoff.
Ab dem kommenden Jahr sind erst einmal nur noch die Ableger IDA-NRW und die
Opferberatung Rheinland gesichert – die Fördermittel für diese Angebote
kommen von anderer Stelle. Diese Strukturen wolle man sichern. Ansonsten
steht der Verein vor großen Zukunftsfragen, will versuchen, die Strukturen
wiederaufzubauen, auch durch eine Diversifizierung der Finanzierung. Die
Aufkündigung der Rahmenvereinbarung sei „schwer verdaulich“ und „nach über
30 Jahren Partnerschaft auch für weitere Vereine wie unseren
besorgniserregend“, sagt Inhoff.
## Förderung von Lambda ebenfalls eingestellt
„Karin Prien setzt klammheimlich den Rotstift ausgerechnet bei solchen
Projekten an, die Kinder und Jugendliche über Rassismus, Antisemitismus,
den NSU und Queerfeindlichkeit aufklären, und tut damit alles dafür, dass
sie noch anfälliger für rechtsextreme Narrative werden“, kritisiert Maik
Brückner. „Zuerst der queere Jugendverband Lambda, jetzt das Informations-
und Dokumentationszentrum Antirassismusarbeit, beides wichtige Träger in
der Kinder- und Jugendarbeit – immer mit der Begründung der Ausgewogenheit
und Breitenwirkung. So entpolitisiert man eine ganze Generation.“
Das BMBFSFJ hatte zuvor bereits die [3][Förderung des queeren
Jugendnetzwerks Lambda zum Ende des Jahres eingestellt]. Mit Lambda trifft
es einen gemeinnützigen Verein, der sich für die Rechte einer besonders
vulnerablen Gruppe einsetzt.
Queere Menschen sind queerfeindlicher Gewalt ausgesetzt, werden bedroht und
haben ein erhöhtes Suizidrisiko. [4][Lambda schreibt in einer
Pressemitteilung, dass die Beratungsanfragen immer weiter zunehmen würden
und sich mehr Jugendliche in akuten Krisen an sie wenden würden.] Um die
queere Jugendverbandsarbeit über 2026 hinaus zu sichern, hat Lambda eine
eigene Stiftung gegründet. Auch das Informations- und Dokumentationszentrum
Antirassismus bietet Informationen zu Queerness und Queerfeindlichkeit an.
18 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1157156
(DIR) [2] https://www.idaev.de/verein-geschaeftsstelle/foerderer
(DIR) [3] /Queeres-Jugendnetzwerk-Lambda/!6201431
(DIR) [4] /Jugendnetzwerk-Lambda/!6192551
## AUTOREN
(DIR) Annika Danielmeier
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