# taz.de -- Iran-Bericht von Amnesty International: Ein Dokument des Grauens
       
       > Amnesty listet vier Jahre nach den „Frau, Leben, Freiheit“-Protesten
       > detailliert die begangenen Menschenrechtsverbrechen in Iran auf.
       
 (IMG) Bild: Erst im Januar dieses Jahres ließ das iranische Regime wieder Tausende, die friedlich protestierten, ermorden
       
       Zu den „gängigen“ Foltermethoden, schreibt Amnesty International, gehörten
       Schläge mit Schlagstöcken und Ketten, Auspeitschen, Einzelhaft,
       Elektroschocks, Verabreichung chemischer Stoffe, Entzug von Wasser und
       Nahrung – das ist nur eine Auswahl der physischen Foltermethoden, die
       [1][in dem ausführlichen Bericht] aufgelistet sind.
       
       Die Menschenrechtsorganisation hat zum vierten Jahrestag des Todes von
       [2][Jina Mahsa Amini] das Ergebnis ihrer Untersuchung über die
       Menschenrechtsverbrechen der Islamischen Republik Iran im Zuge der „Frau,
       Leben, Freiheit“-Proteste im Jahr 2022 veröffentlicht. Amnesty benennt
       darin 87 Personen, die diese Verbrechen mutmaßlich zu verantworten haben.
       Es ist ein Dokument des Grauens.
       
       Vier Jahre nach den Protesten, bei denen Hunderte von Menschen, darunter
       viele Kinder, auf den Straßen Irans ermordet und viele Tausende inhaftiert
       und gefoltert wurden, ist die Hoffnung, dass dieser Bericht dazu führt,
       dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, kleiner denn je. Erst
       im Januar dieses Jahres ließ das iranische Regime wieder Tausende,
       womöglich Zehntausende Menschen, die friedlich protestierten, ermorden. Bis
       heute werden Protestierende hingerichtet.
       
       [3][Zudem verliert das Völkerrecht, anhand dessen solche Verbrechen
       verfolgt werden müssten, tagtäglich an Autorität.] Während demokratische
       Regierungen kaum noch verbergen, dass das internationale Recht für sie
       keine Rolle spielt, sind es Menschen, die darunter leiden, in Gaza, im
       Sudan, im Iran, weltweit. Zwischen den fallenden Bomben der Amerikaner und
       den Patronen des eigenen Regimes ist das Leid der Menschen im Iran heute so
       groß wie selten in der Geschichte der Islamischen Republik.
       
       Es bleibt wichtig, dass Menschenrechtsverbrechen dokumentiert werden.
       Solange demokratische Staaten nicht bereit sind, Konsequenzen zu ziehen,
       bleibt es an den Zivilgesellschaften aller Länder, an diese Verbrechen zu
       erinnern und Rechenschaft einzufordern. Es ist ein weiteres Feld, in dem
       Demokratien im 21. Jahrhundert versagen.
       
       17 Sep 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gilda Sahebi
       
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