# taz.de -- Sambia nach der Wahl: Wer die Regierung kritisiert, gefährdet die Stabilität
       
       > In Sambia werden einen Monat nach den Wahlen Oppositionelle verfolgt.
       > Eine Menschenrechtlerin spricht von einem „Muster der Einschüchterung“.
       
 (IMG) Bild: Amtseinführung des sambischen Präsidenten Hakainde Hichilema am 1. 9. 2026. Die Regierung agiert brachial gegen die Opposition
       
       In Sambia geht die Regierung immer schärfer gegen die Opposition vor. Was
       vor einem Monat als Streit um das Ergebnis der [1][Parlaments- und
       Präsidentschaftswahlen] vom 13. August begann, wird jetzt zum Test, ob
       Regierungskritik überhaupt noch toleriert wird. Politische und mediale
       Freiräume werden immer kleiner.
       
       Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene wichtigste
       [2][Oppositionskandidat Brian Mundubile] sowie sein
       Vizepräsidentschaftskandidat Makebi Zulu wurden jetzt förmlich des
       Aufstands angeklagt und in Haft genommen. Bereits seit dem 27. August
       befanden sie sich in Polizeigewahrsam unter dem Vorwurf des Hochverrats,
       nachdem auf einem Grundstück Mundubiles in der Hauptstadt Lusaka ein
       Waffenlager gefunden worden war.
       
       Die beiden befänden sich weiterhin in der Haftanstelt Mukobeko, erklärte
       ein Polizeisprecher und fügte hinzu, die Polizei „bekräftigt ihre
       Verpflichtung zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung“. Alle
       Angelegenheiten würden „fair, professionell und gesetzestreu“ behandelt.
       
       Zuvor gab die kleine Oppositionspartei „Citizens First“ bekannt, dass ihre
       gewählte Parlamentsabgeordnete Faith Muthali von unbekannten Personen
       entführt worden sei. Die Abgeordnete für den Wahlkreis Mafinga South
       tauchte schließlich in der Polizeistation von Chinsali auf, dort wurden ihr
       und drei weiteren Personen „Waffentragen in der Öffentlichkeit und
       Verschwörung zum Begehen einer Straftat“ vorgeworfen.
       
       ## Bürgerrechtler kritisieren Vorgehen
       
       Bürgerrechtlern in Sambia bereitet das Sorgen. „Wenn eine gewählte
       Abgeordnete auf diese Weise verfolgt wird, kann sich kein Bürger sicher
       fühlen“, sagte Beauty Katebe vom Frauenrechtsdachverband NGOCC
       (Non-governmental Gender Organisations Coordinating Council).
       
       Munthali sei schon vor den Wahlen verbal und physisch angegriffen worden.
       Dass dies nach der Wahl weitergehe, sei „total inakzeptabel“, so Katebe.
       „Die Regierung, insbesondere die Polizei, muss das zunehmend
       offensichtliche Muster der Einschüchterung von Frauen- und
       Dissidentenstimmen durch Festnahmen und mutmaßliche Entführungen beenden.“
       
       Ebenfalls am Wochenende wurde der Internetaktivist Misheck Mulubwa, der für
       Tiktok-Videos bekannt ist, wegen „Beleidigung“ des Präsidenten und Hassrede
       festgenommen. Und die regierungsfeindliche Facebook-Seite „Zambia Freedom“
       wurde von der Regierungspartei UPND (United Party for National Development)
       wegen angeblicher Verbreitung von Falschnachrichten und Aufwiegelung bei
       der Behörde zur Bekämpfung von Cyberkriminalität angezeigt.
       
       Ihr Inhalt „hat das Potenzial, Unmut und unnötige Spaltung unter den
       Bürgern zu erzeugen“, sagte UPND-Sprecher Mark Simuuwe. Die Festnahmen
       folgen auf einen anderen kontroversen Schritt gegen Regierungskritiker: den
       [3][Entzug der sambischen Staatsbürgerschaft]. Vergangene Woche traf dies
       unter anderem den ehemaligen Diplomaten Emmanuel Mwamba, den Historiker Dr.
       Sishuwa Sishuwa, frühere Abgeordnete und Präsidentschaftsmitarbeiter sowie
       eine Bloggerin. In der Vorwoche war Oppositionspolitiker Celestine
       Mukandila als Erster mit dieser Sanktion belegt worden. Die Betroffenen
       haben jetzt keine gültigen Papiere mehr und können sich nicht mehr regulär
       ausweisen.
       
       15 Sep 2026
       
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