# taz.de -- Sambia nach den Wahlen: Oppositionsführer in Haft, Wahlanfechtung unmöglich
> Sambias Oppositionschef Brian Mundubile, Verlierer der
> Präsidentschaftswahl, wird festgenommen. Er hatte vergeblich Zuflucht bei
> der UN gesucht.
(IMG) Bild: Wird des Hochverrats verdächtigt: der sambische Oppositionsführer Brian Mundubile
Die politische Krise in Sambia nach den [1][Wahlen vom 13. August] hat eine
neue scharfe Wendung genommen. Oppositionsführer Brian Mundubile wurde am
Donnerstag unter dem Vorwurf des Hochverrats festgenommen, zusammen mit
seinem Vizepräsidentschaftskandidaten Makebi Zulu.
Die beiden Oppositionspolitiker wurden auf dem Gelände des Landesbüros der
Vereinten Nationen in Sambias Hauptstadt Lusaka [2][von der Polizei
abgeführt]. Dort hatten sie Zuflucht gesucht, nachdem man ihnen
Vorbereitung eines bewaffneten Aufstands vorgeworfen hatte, und sicheres
Geleit ins Ausland verlangt.
Vier Tage Verhandlungen zwischen einem UN-Untergeneralsekretär und Sambias
Präsident Hakainde Hichilema über ihr Schicksal endeten mit einem
Polizeieinsatz.
Sambias Polizei bestätigte am Donnerstag, sie in Gewahrsam genommen zu
haben. „Die beiden wurden von Ermittlern befragt und befinden sich in
Polizeigewahrsam“, sagte Polizeisprecher Godfrey Chilabi. Hintergrund ist
der [3][bewaffnete Aufstandsplan], den die Regierung der Opposition
vorwirft.
## Razzia auf Mundubiles Grundstück
Spezialkräfte hatten am Tag nach der Wahl ein Privatgründstück Mundubiles
in Lusakas Stadtviertel Kabulonga gestürmt und dort den Fund eines
Waffenlagers gemeldet. Elf Personen wurden verhaftet, darunter bekannte
Oppositionelle. Die Rede war von illegalen militärischen Trainingscamps und
Aufstandsvorbereitungen.
Bei der Razzia wurde der ehemalige Arbeitsminister Mutotwe Kafwaya wurde
angeschossen und erlag später seinen Verletzungen. Die Regierung hat seiner
Familie nun ein Staatsbegräbnis angeboten. Die hat dieses Angebot nach
Regierungsangaben abgelehnt und will Kafwaya privat beisetzen.
## „Das Spiel ist aus“
Das harte Vorgehen gegen die Opposition verhinderte eine gerichtliche
Anfechtung des Wahlsieges von Präsident Hichilema. Am Montag, dem Tag des
Fristablaufs für das Einreichen einer Wahlbeschwerde, wurden kurzfristig
[4][die wichtigsten nationalen Gerichte geschlossen]. Begründet wurde dies
mit fälligen Sicherheitsüberprüfungen der Gebäude. Vorwürfe einer
Instrumentalisierung der Justiz gegen die Opposition wies die Regierung
zurück.
Mundubile und seine Oppositionpartei NRPUP (National Reconciliation Party
for Unity and Prosperity), Teil des Oppositionsbündnisses Tonse
(Koalition), hatte eigentlich die Wahl anfechten wollen. Laut
Wahlkommission wurde Hichilema mit über 60 Prozent der Stimmen
[5][wiederegewählt], Mundubile verlor mit 38 Prozent. Beobachter haben
jedoch Kritik an der Stimmauswertung geübt, die [6][zeitweise unterbrochen]
worden war.
Aber eine Wahlanfechtung war aufgrund der Schließung des Obersten Gerichts
und des Verfassungsgerichts nicht möglich. Hichilemas Regierungspartei UPND
(United Party of National Development) äußerte sich nach Ablauf der
Einspruchsfrist triumphal. „Das Spiel ist aus“, erklärte die Partei. „Wir
machen weiter wie vorbestimmt. Wer denkt, dass es einen gültigen
Wahleinspruch gibt, muss dumm sein.“
Kabinettssekretär Patrick Kangwa verkündete schließlich, es sei keine
Beschwerde gegen die Wahl eingereicht worden und damit könne Hakainde
Hichilema am 1. September für seine zweite Amtszeit als gewählter Präsident
eingeschworen werden. Der Ort dafür werde noch bekanntgegeben.
28 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Arnold Mulenga
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