# taz.de -- Pentagon-Bericht zum Irankrieg: Kosten von mindestens 33 Milliarden US-Dollar
       
       > Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums legt Auswirkungen des
       > Krieges in Iran offen. Er widerspricht Aussagen von US-Präsident Donald
       > Trump.
       
 (IMG) Bild: Ein Kampfjet wird für den Start auf dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ im Rahmen der „Operation Epic Fury“ vorbereitet
       
       Ein neuer Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums zeigt, wie
       sich der [1][anhaltende Irankrieg] auf das US-Militär und darüber hinaus
       ausgewirkt hat. Der Bericht spricht von Munitionsmangel und anderen
       Versorgungsengpässen, die infolge des kostspieligen Konflikts entstanden
       sind.
       
       „Der Munitionsverbrauch im Rahmen von ‚Operation Epic Fury‘ hat zu
       strategischen Bestandsengpässen geführt und Versorgungsprobleme innerhalb
       der Rüstungsindustrie aufgezeigt, was die Nachversorgung von Munition
       betrifft“, heißt es dort.
       
       Das Pentagon arbeite daran, die Kapazitätseinschränkungen zu beheben. Das
       Ministerium ziele darauf ab, die „Beschaffungsprozesse und
       Produktionsvorlaufzeiten zu straffen sowie Vorräte an kritischen
       Materialien, Komponenten und ausgewählter Munition anzulegen, um im
       Ernstfall rasch reagieren zu können“.
       
       Medienberichte über Munitionsengpässe wurden in der Vergangenheit seitens
       der Regierung immer wieder dementiert. Die Munitionsproblematik sei
       überbewertet, hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth noch während einer
       Kongressanhörung im Mai erklärt „Wir verfügen über die gesamte Munition,
       die wir für die Durchführung unserer Aufgaben benötigen“, sagte er damals.
       
       Bericht widerspricht Trump 
       
       Präsident Donald Trump erklärte in einen Post auf Truth Social am Montag,
       dass die USA „mehr hochklassige und erstklassige Waffen produzieren“ würden
       als jemals zuvor. „Sie werden täglich an unsere Streitkräfte im Nahen Osten
       und darüber hinaus geliefert“, hieß es.
       
       Zwei Wochen zuvor hatte Trump gepostet, dass die USA über „praktisch
       unbegrenzte“ Mengen an Munition verfügen würden. Es war eine Reaktion auf
       anhaltende [2][kritische Medienberichte] über Munitionsengpässe.
       
       Der am Montag veröffentliche Bericht des Pentagon-Generalinspekteurs ist
       der erste einer Regierungsbehörde, der die Kosten, den Umfang und das
       Ausmaß des von den USA und Israel angeführten Konflikts detailliert
       darlegt. Der vom Kongress vorgeschriebene Bericht deckt den Zeitraum von
       28. Februar bis zum 30. Juni ab.
       
       Demnach hat der Krieg den US-Steuerzahler im besagten Zeitraum rund 33,4
       Milliarden US-Dollar gekostet. Allein 22,3 Milliarden Dollar davon gingen
       für Munition drauf. Hinzu kommen 3,7 Milliarden US-Dollar für den Verlust
       von Militärausrüstungen sowie 7,4 Milliarden US-Dollar sonstige Ausgaben.
       
       US-Medienberichten zufolge sollen tatsächliche Kosten sogar noch höher
       sein. Nicht enthalten sind beispielsweise der Ersatz von zerstörten
       Flugzeugen, Reparaturen an US-Stützpunkten in der Region und die
       Instandhaltung von Waffensystemen. Die wahren Kosten sollen demnach bei bis
       zu 100 Milliarden Dollar liegen.
       
       ## Europäische US-Stützpunkte strategisch wichtig
       
       Hunderte von Gebäuden und Anlagen auf US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain,
       Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Irak, Oman und
       Jordanien wurden laut dem Bericht durch iranische Angriffe „beschädigt oder
       zerstört“. Mehr als 20.000 US-Soldaten, deren Angehörige und weitere
       diplomatische Bedienstete mussten evakuiert werden.
       
       Der Generalinspektor geht auch auf die Rolle ein, die europäische
       US-Stützpunkte bisher gespielt haben. Bis zu 5.000 Einsätze zur
       Unterstützung des Kriegs gingen von europäischen Stützpunkten aus. Trotzdem
       übte Präsident Trump heftige Kritik an den europäischen Verbündeten, da
       diese seiner Meinung nach nicht genug beigetragen hätten.
       
       Keinerlei Auskunft gibt der Bericht über die moralische Verfassung der
       US-Streitkräfte im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen machte die
       schlechte Versorgungslage an Bord eines US-Flugzeugträgers, der seit
       Monaten unterwegs war, Schlagzeilen. Es soll sogar Suizidversuche gegeben
       haben.
       
       Das Pentagon gab kurze Zeit später bekannt, dass die „[3][USS Abraham
       Lincoln]“ durch einen anderen Flugzeugträger ersetzt werde. Der Krieg, der
       laut Trump, nur wenige Wochen dauern sollte, hält mittlerweile seit mehr
       als sechs Monaten an.
       
       15 Sep 2026
       
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