# taz.de -- Berliner FDP rechnet mit 5 Prozent: Tipps für den Wohnungskauf
> In Berlin ist die FDP schon 2023 aus dem Abgeordnetenhaus geflogen. In
> Umfragen taucht sie nur noch unter „Sonstige“ auf. Ein Treffen mit dem
> Spitzenkandidaten.
(IMG) Bild: Christoph Meyer, Spitzenkandidat der Berliner FDP für die Abgeordnetenhauswahl, bei einer Parteiveranstaltung in Reinickendorf
Die Berliner FDP wird in Umfragen von ARD und ZDF nur noch unter „Sonstige“
geführt, sie ist nur noch in fünf Landesparlamenten vertreten, in Berlin
ist sie schon 2023 herausgeflogen – unterm Strich ist sie auf dem Weg zur
liberalen Kleinpartei. Der Berliner Spitzenkandidat Christoph Meyer will
die Trendwende schaffen.
Am Montag vor der Wahl sitzt Meyer in einer gesteppten Weste über dem
Polohemd in einem Restaurant im bürgerlichen Berlin-Wilmersdorf – den
linken Arm über die bordeauxfarbene Banklehne gelegt. Den Umfragen zum
Trotz rechnet er damit, dass die FDP am Sonntag satt über 5 Prozent kommt.
„Sie nehmen mir durch dieses Gespräch die Zeit, Wählerstimmen zu
akquirieren“, sagt der 51-Jährige mit heiserer Stimme. Es seien nur 20.000
bis 25.000 Stimmen, die der FDP noch fehlten.
An einem Laternenmast um die Ecke hängt ein Wahlplakat der Liberalen. In
gelber FDP-Schrift steht darauf: „Von der Miete zum Eigentum.“ Es sei ein
Irrtum aus dem linken Spektrum, dass sich einfache Berliner:innen keine
Eigentumswohnung leisten könnten, erklärt Christoph Meyer. Er selbst ist
Rechtsanwalt und Sohn einer Lehrerin und eines Zahnarztes. Es sei für die
meisten möglich, eine Wohnung zu kaufen, indem die Erwerbssteuer für selbst
genutztes Eigentum gesenkt oder Zinsvergünstigungen über die
Investitionsbank Berlin angeboten würden. Städtische Wohnungen sollen –
geht es nach Meyer – exklusiv an ihre Mieter:innen verkauft werden.
Die FDP möchte Obdachlose, die aus EU-Ländern nach Berlin gekommen sind,
abschieben. „Es mag einem Bild von Gutmenschentum entsprechen, dass wir
diese Menschen hier alle unterstützen können“, sagt Meyer. Das sei zwar
wünschenswert – schließlich ginge es um Menschen –, aber die Stadt könne es
nicht. Er sieht die Herkunftsstaaten in der Verantwortung, sich um ihre
obdachlosen Staatsbürger zu kümmern.
Auf die Frage, ob er vergangenen Samstag auf der Sterndemo war, auf der
Zehntausende gegen die extrem rechte AfD protestierten, antwortet Meyer
knapp: „Ne.“ Die FDP hatte zeitgleich in der Nähe eine Demo zum
Datendiebstahl in der Berliner Verwaltung organisiert.
Von Weitem habe Meyer mitbekommen, wie betroffen die Demonstrierenden
waren. Lösungen für die Probleme, die die Menschen zur AfD trieben, seien
allerdings nicht angeboten worden. Dann fügt er noch hinzu, die Leute seien
„etwas verstrahlt“ gewesen. Fünf Jahre FDP pur in der Wohnungs- und
Migrationspolitik würden, Meyers Ansicht nach, wirklich etwas bewirken.
Dabei klingt er ein wenig wie Bundeskanzler Friedrich Merz, der einst die
Bundes-AfD halbieren wollte. Seitdem hat sie sich in Umfragen fast
verdoppelt.
17 Sep 2026
## AUTOREN
(DIR) Pascal Maier
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