# taz.de -- RBB-Wahlarena: „Das schauen wir dann nach dem Sonntagabend“
       
       > SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach lässt in der TV-Runde die
       > Koalitionsfrage offen. Der Grüne Werner Graf hingegen spricht sich für
       > ein Linksbündnis aus.
       
 (IMG) Bild: Dieser drei wollen definitiv nicht miteinander koalieren: die Spitzenkandidaten von Linkspartei, CDU und SPD bei der RBB-Wahlarena
       
       Es bleiben noch knapp 105 Minuten Sendezeit, als die letztlich
       entscheidende Frage bei der Wahlarena des RBB kommt: Wer denn eigentlich
       mit wem koalieren will? Dabei benennt [1][einzig Grünen-Spitzenkandidat
       Werner Graf] eine Koalition mit ausreichender Mehrheit, nämlich ein Bündnis
       mit Linkspartei und SPD. Die Spitzenleute von Linkspartei und SPD hingegen,
       Elif Eralp und Steffen Krach, nennen jeweils als Wunschpartner allein die
       Grünen. Auf eine allerletzte RBB-Nachfrage, ob er nun mit Eralps Partei
       oder der CDU koalieren wolle, sagt Krach: „Das schauen wir dann nach dem
       Sonntagabend (dem Wahlabend; d. taz).“
       
       Diese Variante des „Schau'n mer mal“ der verstorbenen Fußballgröße Franz
       Beckenbauer dürfte nach diesem Abend nicht leichter werden, an dem Krach
       Eralp als „Friedrich Merz des Berliner Wahlkampfs“ bezeichnete. Aus seiner
       Sicht macht Eralp wie Merz im Bundestagswahlkampf 2025 absehbar
       unbezahlbare Versprechungen. Erneut [2][wandte sich Krach gegen die
       Enteignung] großer Wohnungseigentümer und argumentierte vor allem mit den
       Kosten für die nötige Entschädigung. „Wo würden denn 30 Milliarden
       herkommen?“, fragte er Eralp.
       
       Eralp hatte am Montag in einem [3][Interview] von 8 bis 18 Milliarden Euro
       gesprochen. Die niedrigere Summe mit Entschädigung unter Verkehrswert –
       das, was ein Verkauf auf dem freien Markt bringen würde – soll durch den
       Weg der Vergesellschaftung möglich sein. SPDler Krach verwies in der
       Begriffsdebatte – Vergesellschaftung oder Enteignung – auf Eralps
       Parteifreund Gregor Gysi, der ja auch Jurist sei. Der habe gesagt: „Egal ob
       Vergesellschaftung oder Enteignung, es kostet gleich viel.“
       
       In der Wahlarena waren es vorrangig Zuschauer, die Fragen stellen konnten.
       Die deckten das übliche Spektrum der auch anderswo meist diskutierten
       Themen ab, von Mieten, Wohnungsnot, Sicherheit bis hin zu verlässlicher
       Kita-Betreuung [4][und Obdachlosigkeit]. Souverän moderierten die
       RBB-Journalisten dabei Fragen mit beleidigendem Charakter ab. Als ein
       Zuschauer anhob, die Kandidaten von CDU und SPD als Ersatzspieler und
       Krachmacher zu verunglimpfen, nahm ihm die Moderatorin das Mikro ab und
       eilte zum nächsten Fragesteller.
       
       ## Das BSW in der AfD-Rolle
       
       Im Vergleich zu ähnlichen Runden in früheren Wahlkämpfen fiel auf: Die
       früher der AfD zufallende Außenseiterrolle – gekennzeichnet durch krasseres
       Auftreten oder besonders kritische Zuwendung durch die Modration – nahm nun
       das BSW ein. Für die war nicht Abgeordnetenhausmitglied Alexander King,
       sondern sein weniger bekannter Co-Spitzenkandidat Michael Lüders vertreten.
       Der versuchte mehrfach, seine Antworten auf internationale Themen
       auszuweiten.
       
       Moderator Sascha Hingst sprach ihn auf einen Pro-Palästina-Anstecker in
       Form einer Melone an und fragte, ob Lüders damit das Existenzrecht Israels
       infrage stelle. Die Antwort des BSW-Mannes darauf fiel unklar aus.
       
       17 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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