# taz.de -- Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt: Ulrich Siegmund streckt die Hand aus
       
       > Was würde passieren, wenn die AfD die Brandmauer einreißt, fragt sich
       > Christian Specht. Er findet, der Zivilgesellschaft muss jetzt geholfen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Die Brandmauer einzureißen wäre schlecht für linke Projekte
       
       Christian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für
       mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den
       Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im
       Vorstand der Lebenshilfe Berlin. Wenn er möchte, zeichnet er uns den
       „Specht der Woche“. 
       
       Die Hand, die ich gemalt habe, gehört dem Spitzenkandidaten der AfD in
       Sachsen-Anhalt, [1][Ulrich Siegmund.] Der hat gesagt, seine Hand sei
       ausgestreckt, und er würde mit jeder Partei reden. Aber die anderen haben
       alle abgeblockt. Außer das BSW. Doch ich habe im Deutschlandfunk gehört,
       dass es Streit gibt zwischen dem BSW und der AfD. Der BSW-Politiker Fabio
       De Masi hat gesagt, dass die AfD gar nicht regieren will.
       
       Die braunen Steine auf dem Bild sind die Brandmauer. Ich frage mich, was
       das bedeutet, wenn man die einreißt. Siegmund hat gesagt, er rechnet damit,
       dass Abgeordnete von der CDU zur AfD überlaufen. Wenn das passiert, dann
       ist die CDU kaputt.
       
       ## Nicht alle sind Rassisten
       
       Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regiert, dann wäre das schlimm für politisch
       Andersdenkende oder für politische Projekte. Viele Projekte würden
       wegfallen. Beratungen für Schwule und Lesben zum Beispiel. Die AfD hat doch
       gesagt, was sie machen wollen. Ich bin nicht dafür, zur Tagesordnung
       überzugehen. Wir müssen verhindern, dass es noch schlimmer wird. Wir müssen
       der Zivilgesellschaft helfen.
       
       Ich glaube aber auch nicht, dass jeder, [2][der die AfD wählt], ein Rassist
       ist. Da gibt es Leute, die früher die Grünen, die Linken oder die SPD
       gewählt haben. Die sind enttäuscht. Die haben Hoffnungen in die AfD.
       Vielleicht merken sie erst später, dass das falsche Hoffnungen sind. Die
       anderen Parteien müssen auf die Wähler der AfD zugehen und diskutieren und
       nicht die ausgrenzen. In der Coronazeit sind auch viele Sachen
       schiefgelaufen. Da hätte man auch mehr mit den Leuten reden sollen.
       Protokoll: Leon Holly
       
       13 Sep 2026
       
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