# taz.de -- Energie und KI in Deutschland: Emirate wollen Geld regnen lassen
       
       > 40 Milliarden Euro an Investitionen kündigen die Vereinigten Arabischen
       > Emirate an. Sie sollen vor allem in Infrastruktur fließen.
       
 (IMG) Bild: Präsident der VAE, Scheich Mohammed Mohammed bin Zayed (r.), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (l.)
       
       rtr | Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen ‌ihre
       wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland ausbauen und zusätzlich 40
       Milliarden Euro investieren. Dies gaben VAE-Präsident Scheich Mohammed bin
       Zayed al-Nahyan und Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag anlässlich
       des ersten Staatsbesuchs eines emiratischen Präsidenten in Berlin bekannt.
       
       Der Industrieminister des Golfstaates, Sultan Ahmed al-Jaber, hatte die
       Pläne angekündigt. Die Mittel sollen unter anderem in die Stärkung der
       Energieversorgung und der Lieferketten fließen und kommen zu dem bisherigen
       finanziellen Engagement in Höhe von ‌34 Milliarden Euro hinzu. „Deutschland
       ist seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher
       Partner“, sagte al-Jaber.
       
       Das neue Investitionspaket zielt einer gemeinsamen Erklärung beider
       Regierungen zufolge insbesondere auf die digitale [1][Infrastruktur] ab.
       Geplant sei unter anderem der Bau hochmoderner Rechenzentren mit einer
       Kapazität von rund 1 Gigawatt, hieß es in dem englischsprachigen Dokument.
       Zudem unterzeichneten Unternehmen beider Länder 29 Absichtserklärungen und
       Abkommen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9,36 Milliarden Euro.
       
       Um die Zusammenarbeit in Bereichen wie Verteidigung, Handel, Energie und
       künstlicher Intelligenz (KI) dauerhaft zu vertiefen, vereinbarten Merz und
       der VAE-Präsident die Aufnahme eines strategischen Dialogs. Die Kooperation
       bei Flüssigerdgas (LNG), erneuerbaren Energien und Wasserstoff soll
       ‌ebenfalls ausgebaut werden. Deutschland gewährt den VAE zusätzliche
       Verkehrsrechte im Flugverkehr.
       
       Neben wirtschaftlichen Themen nahm die Sicherheitspolitik breiten Raum ein.
       Beide Seiten verurteilten iranische Angriffe auf die VAE und andere Staaten
       der Region sowie auf zivile Infrastruktur aufs ⁠Schärfste. Sie warfen der
       Islamischen Republik zudem eine faktische Schließung der Straße von Hormus
       vor und forderten ein Ende der Bedrohung der Handelsschifffahrt. Mit Blick
       auf den Nahostkonflikt bekräftigten Deutschland und die VAE ihr Festhalten
       an einer Zweistaatenlösung. Zudem ‌drangen sie auf die ‌Entwaffnung der
       radikal-islamischen Hamas sowie den Rückzug der israelischen Truppen aus
       dem ⁠Gazastreifen.
       
       Auch der russische Krieg gegen die Ukraine war Thema der Gespräche.
       Deutschland dankte den VAE für die Vermittlung beim Gefangenenaustausch
       zwischen Kyjiw und Moskau. Seit ‌Kriegsbeginn seien auf diesem Weg fast
       8.000 Kriegsgefangene ‌freigekommen. Für den Winter vereinbarten Berlin und
       Abu Dhabi gemeinsame humanitäre Hilfe für die ukrainische Bevölkerung, die
       sich auf dezentrale Infrastruktur und Ernährungssicherheit konzentrieren
       soll. Der VAE-Präsident ‌beendet seinen Besuch am Freitag.
       
       11 Sep 2026
       
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