# taz.de -- Umfrage zu Berlin-Wahl: Linke mal wieder vor der CDU
       
       > Laut neuen Umfragen legt die Linke gut eine Woche vor der Wahl in Berlin
       > zu und liegt nun wieder vorn. Grüne fallen zurück, AfD unverändert.
       
 (IMG) Bild: Das Rote Rathaus: Wer darf hier einziehen?
       
       Was [1][viele Linke in Berlin gehofft haben], scheint tatsächlich
       einzutreffen. Die Linkspartei profitiert von dem extremen Wahlsieg der
       rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt. Laut einer [2][von der ARD am
       Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage] zur bevorstehenden
       Abgeordnetenhauswahl klettert die Linke dort um 2 Prozentpunkte auf 21
       Prozent. Sie liegt damit wieder vorn, auch vor der CDU, die sich
       [3][gegenüber der letzten Umfrage] um 1 Prozentpunkt verschlechtert und nun
       nur noch auf 20 Prozent kommt.
       
       Noch etwas deutlicher fällt die Zuspitzung auf die Linke und CDU in einer
       weiteren Umfrage aus, [4][die das ZDF am Freitagmorgen veröffentlichte.]
       Zahl den von der Forschungsgruppe Wahlen ermittelten Zahlen kommt die
       Linkspartei da sogar auf 23 Prozent, die CDU auf 21 Prozent.
       
       Für den ARD-Wahltrend hatte infratest dimap von Montag bis Mittwoch gut
       1.500 Wahlberechtigte in Berlin befragt – also unmittelbar nach dem für
       viele schockierenden Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt. Für das
       ZDF-Politbarometer hatte die Forschungsgruppe Wahlen gut 1.000 Menschen von
       Montag bis Donnerstag befragt. Bei den ZDF-Zahlen lässt sich aber kein
       Trend ablesen, weil es die erste Umfrage der Forschungsgruppe zu Berlin
       seit mehr als 3 Jahren ist.
       
       Von einer entscheidenden Trendwende in Berlin kann auch bei den
       infratest-Zahlen keine Rede sein. Die Linke holt sich nur ein paar
       Prozentpunkte zurück, die sie bei der letzten Umfrage vor einer Woche
       verloren hatte.
       
       Das enge Rennen von gleich fünf großen Parteien in der Hauptstadt bleibt
       aber weiter offen – allerdings mit offenbar größerer Differenzierung. Seit
       Anfang Juli haben sich Linke und CDU regelmäßig bei der Führung in den
       Umfragen abgewechselt. Beide lagen dabei meist knapp über, manchmal knapp
       unter 20 Prozent. Alle anderen scheinen aber nun etwas zurückzufallen. Das
       zeigt vor allem die ZDF-Umfrage.
       
       Auf Platz 3 steht die AfD, die bei der ARD unverändert auf 18 Prozent
       kommt, das ZDF sieht sie etwas schwächer mit 17. Anders als [5][in
       Mecklenburg-Vorpommern, wo die Rechtsextremen laut einer weiteren
       infratest-Umfrage] um gleich 3 Prozentpunkte gestiegen sind, kann die AfD
       in Berlin also offenbar nicht vom rechten Boom nach Sachsen-Anhalt
       profitieren.
       
       Die Grünen sind die Verlierer der Woche. Sie fallen von 18 auf 16 Prozent
       zurück, das ZDF sieht sie ebenfalls bei 16 Prozent. Damit liegen nun wieder
       mindestens 5 Prozentpunkte hinter der Linken. Vor einer Woche hatte
       infratest sie noch nur 1 Punkt hinter der Linken gesehen. Der grünen
       Hoffnung am Wahlabend vor CDU und/oder Linkspartei landen zu können, gibt
       das einen empfindlichen Dämpfer.
       
       Die SPD erholt sich bei der ARD minimal von 11 auf 12 Prozent. Das ZDF gibt
       den Sozialdemokraten sogar nur 10 Prozent. Allerdings wurden die
       [6][Durchsuchungen bei SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach] erst kurz vor
       Abschluss der Umfrage bekannt. Bei der ZDF-Umfrage, die ja bis Donnerstag
       lief, dürfte das eine größere Rolle gespielt haben. Allerdings wird Krach
       laut den Umfragen auch am wenigsten eine Chance haben, als Regierender
       Bürgermeister ins Rote Rathaus einzuziehen.
       
       Das BSW stagniert bei 4 Prozent bei der ARD, das ZDF gibt ihm nur 3.
       
       Die Umfragen sind keine Prognosen für den Wahlausgang. Und Umfrageinstitute
       geben stets an, dass die Werte um 2 bis 3 Punkte schwanken könnten. Zudem
       hat es bei Wahlen in jüngster Zeit erhebliche Abweichungen zu den Umfragen
       gegeben.
       
       So oder so bleibt es unverändert dabei, dass in Berlin ein Bündnis aus drei
       Parteien nötig wäre für eine Mehrheit im künftigen Abgeordnetenhaus.
       Entscheidend wird dabei vor allem, wofür Grüne und SPD sich nach der Wahl
       entscheiden: für Rot-Grün-Rot oder für Schwarz-Grün-Rot.
       
       11 Sep 2026
       
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