# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: EU genehmigt Ukraine Kauf von Patriot-Flugabwehrraketen
       
       > Deutschlands Außenminister Wadephul fordert mehr Bestellungen bei
       > deutschen Rüstungsfirmen. Die russischen Streitkräfte setzen die Ukraine
       > weiter unter Druck.
       
 (IMG) Bild: Ein Patriot-System in Polen: Brüssel will der Ukraine nun die Nutzung neuer Finanzhilfen für den Kauf US-amerikanischer Flugabwehrraketen erlauben
       
       ## Hilfe aus Europa für ukrainische Flugabwehr
       
       Die [1][Europäische Union] hat auf die wochenlangen Bitten des ukrainischen
       Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach besserer Flugabwehr und dessen
       Hinweise auf leere Munitionslager reagiert. Brüssel will der Ukraine nun
       die Nutzung neuer Finanzhilfen für den Kauf US-amerikanischer
       Patriot-Flugabwehrraketen erlauben. Auch aus Deutschland und Großbritannien
       erhielt Kyjiw weitere Zusagen für seine Flugabwehr, um russische
       ballistische Raketen abwehren zu können.
       
       Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigte, stimmten
       Mitgliedstaaten einer entsprechenden Ausnahmeregelung zu. Eigentlich sollen
       mit EU-Rüstungshilfen bevorzugt europäische Rüstungsgüter gekauft werden.
       Der Ukraine sollen den Angaben zufolge nun möglichst schnell weitere 3,2
       Milliarden Euro ausgezahlt werden. Das Geld werde es dem Land ermöglichen,
       seinen Luftraum besser vor den wahllosen Angriffen Russlands zu schützen,
       schrieb sie in einer gemeinsam mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte
       veröffentlichten Erklärung.
       
       Die Nato ist an dem Vorhaben über die sogenannte Purl-Initiative beteiligt.
       Diese sieht vor, dass in den USA hergestellte Rüstungsgüter für die Ukraine
       von den europäischen Verbündeten und Kanada finanziert werden. Das frische
       Geld wird konkret über das aktuelle EU-Unterstützungsdarlehen für die
       Ukraine bereitgestellt. Dieses sieht bis Ende 2027 Zahlungen in Höhe von
       bis zu 90 Milliarden Euro vor. Der formelle Auszahlungsbeschluss für die
       3,2 Milliarden Euro soll nach Angaben aus der Kommission in den kommenden
       Tagen gefasst werden. (dpa)
       
       ## Pistorius kündigt Hilfe für Kyjiw an
       
       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte der Ukraine zuvor
       weitere umfangreiche Waffenlieferungen zur Verteidigung gegen russische
       Angriffe zugesagt. Einschüchterungsversuche Russlands und hybride Angriffe
       würden weder bei der Ukraine noch bei Deutschland oder anderen Partnern
       funktionieren, sagte Pistorius bei einer Videokonferenz der
       Ukraine-Kontaktgruppe (UDCG).
       
       Er habe beschlossen, dringend benötigte PAC-2-Abfangraketen aus Beständen
       der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern, sagte Pistorius. Deutschland
       werde auch seine Lieferungen von Luft-Luft-Raketen aus Bundeswehrbeständen
       weiter verstärken. Die Ukraine werde zudem in Deutschland mehrere Tausend
       Iris-T-Lenkflugkörper bestellen, die aus dem EU-Ukraine-Verteidigungskredit
       finanziert werden. (dpa)
       
       ## Auch London hilft Kyjiw
       
       Großbritannien will 100 Millionen Pfund in die Purl-Initiative einbringen,
       um die Lieferung von Munition für die ukrainischen Flugabwehrsysteme
       möglichst noch vor dem Winter zu ermöglichen. Dies kündigte der britische
       Verteidigungsminister Wes Streeting an, wie ukrainische Medien von der
       Tagung der Kontaktgruppe berichteten. (dpa)
       
       ## Selenskyj dankt
       
       Der ukrainische Präsident Selenskyj dankte Deutschland und Großbritannien
       für deren Unterstützung. „Das sind genau die Entscheidungen, die den
       Frieden näher bringen: Wenn man die Fähigkeiten des Aggressors zu töten
       einschränkt“, schrieb Selenskyj auf X. An die Adresse Londons richtete
       Selenskyj Worte des Dankes und Lobs für die „unerschütterliche
       Unterstützung“.
       
       Selenskyj hatte in den vergangenen Wochen wiederholt um Munition für die
       Patriot-Flugabwehrsysteme gebeten, dem besten Abwehrmittel gegen die
       ballistischen Raketen. Angesichts der leeren Munitionsbunker in der Ukraine
       nutzte Russland dies zu massiven Angriffen gegen Kyjiw und andere zivile
       Ziele im Nachbarland aus. Daneben sorgten [2][Drohnenschwärme] für weitere
       zivile Opfer im Nachbarland.
       
       Bei wiederholten Angriffen auf Kyjiw in der Nacht und im Laufe des Tages
       starben nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens fünf
       Menschen. Bei einem russischen Drohnenangriff wurde das Gebäude des
       Fernsehsenders „My – Ukrajina“ („Wir sind die Ukraine“) in Kyjiw
       beschädigt, fünf Menschen wurden verletzt.. Auch aus anderen Regionen
       wurden weitere Opfer gemeldet. (dpa)
       
       ## Wadephul: Ukraine muss mehr Rüstungsgüter bei deutschen Firmen kaufen
       
       Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert von der Ukraine mehr
       Bestellungen bei deutschen Rüstungsfirmen. „Wir sind mittlerweile der
       stärkste Unterstützer der Ukraine, was finanzielle und militärische
       Unterstützung angeht. Und es muss naturgemäß so sein, dass die deutsche
       Verteidigungsindustrie davon profitiert“, sagt Wadephul der Bild. Das habe
       er auch bei seinem letzten Besuch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
       Selenskyj gesagt. Das Mindeste sei, dass die Ukraine bei allen
       Beschaffungsmaßnahmen auch die deutsche Verteidigungsindustrie beteilige.
       „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht ganz zufrieden mit dem, was es an
       Bestellungen in Deutschland gibt“, sagt Wadephul. „Und deswegen haben wir
       jetzt die ukrainische Regierung gebeten, das zu überprüfen und dafür zu
       sorgen, dass es besser wird.“ (rtr)
       
       ## Trump spricht sich für baldiges Ende des Krieges aus
       
       US-Präsident Donald Trump spricht sich in einem Telefonat mit dem
       russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein baldiges Ende des ‌Krieges in
       der Ukraine aus. Dies teilt der Kreml mit. Ein Kriegsende würde eine
       vollständige Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den USA und
       Russland ermöglichen, sagt Kreml-Berater Juri Uschakow. Die beiden
       Präsidenten vereinbaren zudem, den Austausch von Gefangenen fortzusetzen.
       (rtr)
       
       ## Kremlsprecher will einen Sieg nahe sehen
       
       Inmitten der erneuten [3][US-Bemühungen] um ein Ende des Ukrainekriegs gibt
       sich Moskau siegessicher: „Wir sind überzeugt, dass der Sieg sehr nah ist“,
       sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der staatlichen russischen
       Nachrichtenagentur Tass. Moskau sei überzeugt von seinem militärischen
       Potenzial und seinen Soldaten. Die Kampfhandlungen liefen sehr erfolgreich,
       behauptete er. An der Front gibt es kaum Bewegung, gleichzeitig haben beide
       Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert. Die Zeichen stehen auf
       Eskalation. (dpa)
       
       ## Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
       
       Bei einer Serie von russischen Angriffen sind in der Ukraine zahlreiche
       Menschen zu Schaden gekommen. In der Hauptstadt Kyjiw wurden infolge
       zahlreicher Angriffe, die bereits in der Nacht begonnen hatten, mindestens
       fünf Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten wurde von den Behörden mit
       mindestens 35 angegeben. Bei den Angriffen seien mehrere Wohnhäuser
       getroffen und beschädigt worden.
       
       Daneben wurden in der Region Sumy im Osten des Landes zehn Menschen in
       einem Lokalzug bei einem Angriff von Kampfdrohnen verletzt. Bei der Attacke
       seien die Lokomotive sowie ein Passagierwaggon getroffen und in Brand
       gesetzt worden, teilte die Behörden auf Telegram mit. Schon am Vormittag
       war auf der Strecke zwischen Dnipro und Saporischschja eine Mitarbeiterin
       der ukrainischen Eisenbahn bei einem Drohnenangriff getötet worden.
       
       Der staatliche Stromversorger DTEK berichtete vom Komplettausfall eines
       Wärmekraftwerks nach einem russischen Angriff. Die Stromerzeugung in der
       Anlage sei nach erheblichen Schäden eingestellt worden. DTEK machte keine
       Angaben zum Standort des Kraftwerks. Die Behörden von Mykolajiw und Cherson
       berichteten von einem vollständigen Blackout in Gemeinden.
       
       Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die
       Ukraine. In ihrem Abwehrkampf gegen die ständigen russischen Angriffe
       werden die ukrainischen Streitkräfte vom Westen unterstützt. (dpa)
       
       ## Tote bei russischem Drohnenangriff an Grenzübergang nach Moldau
       
       Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Grenzübergang zwischen der
       Ukraine und der Republik Moldau hat es nach ukrainischen Angaben Tote und
       Verletzte ‌gegeben. Bei der Attacke in der Nacht zu Mittwoch seien zudem
       Brände ausgebrochen, teilt der ukrainische Grenzschutz auf Facebook weiter
       mit. Russland habe auch wieder die Hauptstadt Kyjiw attackiert, erklärt der
       ukrainische Rettungsdienst auf Telegram. Auch dort sei es zu Bränden
       gekommen, es sei aber niemand verletzt worden. Am Dienstag waren bei
       russischen Luftangriffen auf ‌Kyjiw ukrainischen Angaben zufolge fünf
       Menschen getötet und 35 verletzt worden. (rtr)
       
       ## Ungarn weist Diplomaten aus
       
       Ungarn weist zehn russische Diplomaten aus und markiert damit eine Abkehr
       von der prorussischen Politik des früheren Ministerpräsidenten Viktor
       Orbán. Ihnen würden Aktivitäten vorgeworfen, die mit ihrem diplomatischen
       Status unvereinbar seien, teilt das Außenministerium in Budapest mit.
       Russland kündigte eine schmerzhafte Vergeltung an, wie die
       Nachrichtenagentur Interfax meldet. (rtr)
       
       9 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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