# taz.de -- HBO-Serie „DTF St. Louis“: Die trügerische Normalität
> Sex, Mord und eine US-amerikanische Vorstadt – bei „DTF St. Louis“ ist
> nichts so, wie es scheint. Eine Miniserie zum Lachen und Weinen.
(IMG) Bild: Clark Forrest (links) hat ein Problem
Niemand ist normal. Von der anderen Straßenseite aus sieht es nur so aus.“
Der Satz einer Nebenfigur wird in „DTF St. Louis“ zum Mantra. Denn normal
ist hier [1][wirklich niemand]. Aber was ist schon normal?
Das Leben vom Wettermoderator Clark Forrest (Jason Bateman) und
Gebärdensprachdolmetscher Floyd Smernitch (David Harbour) sieht auf den
ersten Blick ziemlich gewöhnlich aus. Die beiden Mittvierziger leben mit
ihren Ehefrauen und Kindern in Twyla, einem kleinen Vorort von St. Louis in
Missouri. Und beide haben ziemlich Bock auf Sex.
Floyd hat das Problem, dass er [2][keine Erektion mehr] bekommen kann, seit
seine Frau Carol (Linda Cardellini) als Schiedsrichterin beim
Kinderbaseball arbeitet. Das stark gefütterte und unförmige Outfit turnt
ihn ab.
Clarks Problem ist, dass er auf die Frau von Floyd steht – seinem neuen
besten Freund. Um ihrer Sexflaute zu entkommen, überredet Clark Floyd, sich
bei der Sexapp DTF anzumelden – kurz für: Down to fuck.
## Hinter den Gardinen
Kurz darauf wird Floyd tot in einem leerstehenden Poolhaus gefunden, neben
ihm liegt ein Indiana-Jones-Porno mit zerkratztem Gesicht. Und die Suche
der Ermittler:innen nach dem oder der Mörder:in gestaltet sich doch
schwieriger, als zuerst gedacht. Denn hinter den Gardinen der
Vorstadthäuser läuft es nicht so ordentlich ab, wie es von außen scheint.
Jedes weitere Detail wäre ein Spoiler, und das möchte ich Ihnen ersparen.
Denn „DTF St. Louis“ ist ein seltenes, ja, ein grandioses Genregemisch.
Irgendwie Krimi, irgendwie Schwarze Komödie, [3][irgendwie Vorstadtdrama].
Auf jeden Fall habe ich lange keine so liebevolle Zeichnung einer
Männerfreundschaft gesehen, so viel geweint und so oft gelacht wie bei
dieser Miniserie.
Normal ist hier kaum etwas, sondern alles ist im besten aller Sinne weird.
12 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Carolina Schwarz
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