# taz.de -- Von Hackern veröffentlichte Daten: Download dauert eine ganze Woche
> Die Verwaltung prüft nun, welche der von Hackern veröffentlichten Dateien
> tatsächlich sensible Daten enthalten. Dafür muss sie diese einzeln
> ansehen.
(IMG) Bild: Um herauszufinden, welche Bürger:innen wie betroffen sind, muss die Verwaltung viele Daten sichten
Beim Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung haben die Täter wohl
keine Daten gestohlen oder veröffentlicht, die die nationale Sicherheit
bedrohen. Das sagte Berlins Digital-Staatssekretär Florian Hauer im
Innenausschuss des Landesparlaments am Montag. Es seien nach jetziger
Erkenntnis lediglich Daten mit der Einstufung VS-NfD, also „Verschlusssache
– Nur für den Dienstgebrauch“ betroffen. Das sei die niedrigste von vier
Geheimhaltungsstufen.
Allerdings steht die Verwaltung bei der Aufklärung noch ziemlich am Anfang,
denn bisher sind für sie laut Hauer nur einzelne Daten einsehbar. Mit dem
in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingestellten Dateienpaket hätten die
Hacker wohl insgesamt 1,2 Millionen Dateien gestohlen und veröffentlicht,
sagte Hauer. Und nach wie vor habe die Verwaltung noch nicht die
Möglichkeit, das ganze Paket systematisch zu analysieren.
Das soll nun mithilfe von KI geschehen. Dazu würden die Dateien in einem
ersten Schritt heruntergeladen. „Rein technisch wird dieser Vorgang eine
knappe Woche dauern“, sagte Hauer. Danach sollen die Dateien aufbereitet
und durchsucht werden, um jeweils das Risiko zu bewerten und risikoreichere
Dateien zu priorisieren. Und dann werde es noch mal eine Kraftanstrengung:
Verwaltungsmitarbeiter müssten jede dieser so identifizierten Dateien
einzeln und händisch öffnen und überprüfen. Das alles sei eine „große
Herausforderung“, sagte Hauer.
„Ich hoffe, dass nur solche Daten abgeflossen sind, die in diesem Kontext
keine erhöhte Sensibilität aufweisen“, sagte Hauer im Ausschuss. Einzelne
Dateien hätten sie schon gesichtet. „Es hat sich herausgestellt, dass die
Dateien im Index und im Inhaltsverzeichnis sehr sensibel klingen, sich bei
genauerer Prüfung aber keine Gefährdung ergibt“, sagte er.
## Am Ende waren es Parkausweise
So habe es etwa eine Datei gegeben, deren Name Hinweise auf einen Bezug zum
Militärischen Abschirmdienst MAD gab. „Es ging dann in der Datei um
Anwohnerparkausweise für MAD-Mitarbeiter, sie enthielt keine
personenbezogenen Daten“, sagte Hauer. Gleichzeitig betonte er, dass er
nichts relativieren oder verharmlosen wolle: „Wir werden alle notwendigen
Ressourcen aufbringen und auch intern entsprechend priorisieren.“
Ähnliches berichtete Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel. Die Hacker
hätten ein Bild veröffentlicht, den Auszug eines Schriftstücks mit dem
Stichwort „Fehlverhalten“. Die Polizei habe sich die Datei daraufhin
angesehen. „Es stellte sich heraus, dass es sich nur um ein Schreiben
darüber handelt, wie im Fall von Dienstvergehen grundsätzlich vorgegangen
werden soll“, sagte sie. Personenbezogene Daten seien nicht enthalten.
Auch um herauszufinden, welche Bürger:innen wie betroffen sind, muss die
Verwaltung erstmal in die Dateien hineinschauen. Bis dahin könne er nur
„abstrakte Ratschläge geben“, so Hauer. Er empfahl allen, die
möglicherweise betroffen sein könnten, sehr „achtsam“ in Bezug auf
Aktivitäten unter dem eigenen Namen und mit Passwörtern zu sein. Denkbar
sei etwa, dass Dritte Daten für Identitätsdiebstähle nutzen könnten. Sobald
alle Dateien analysiert seien, würden gegebenenfalls auch Maßnahmen
eingeleitet. Möglicherweise könne das bedeuten, dass die Verwaltung
Notfallpläne aktualisiere oder auch Objekte oder Personen schütze.
„Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie vor die Lage kommen“, kritisierte
Vasili Franco (Grüne) im Ausschuss. „Das Sicherheitsversprechen der
Regierungskoalition gegenüber der Stadt ist Makulatur.“ Franco sprach von
einem „Super-GAU für die kritische Infrastruktur“. Seine Parteikollegin
Antje Kapek nannte den Hackerangriff „den schlimmsten Terrorakt, schlimmer
noch als der Blackout im Januar“.
Staatssekretär Hauer wies diese Formulierungen zurück, besonders die von
Kapek. Der Hackerangriff sei eine „kommerzielle Tat“, von Terror könne man
da nicht sprechen, sagte er. „Aktuell stehen für uns das akute
Krisenmanagement und die Gefahrenabwehr an erster Stelle“, sagte er. Danach
wolle er sich gern einer Fehler- und Strukturanalyse widmen, um Defizite zu
erkennen und zu beseitigen. Auch [1][der Ausschuss für Digitalisierung und
Datenschutz des Abgeordnetenhauses beschäftigte sich am Nachmittag] mit den
Auswirkungen des Hackerangriffs.
7 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.parlament-berlin.de/termine/detail/5341
## AUTOREN
(DIR) Uta Schleiermacher
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