# taz.de -- UN-Bericht: Extremer El Niño lässt Wetterkrisen 2027 befürchten
> Ein heißer Pazifik führt zu extremem Wetter: Hitze, Dürre,
> Überschwemmungen. Der UN-Generalsekretär spricht von einem El Niño mit
> Super-Ausmaßen.
(IMG) Bild: Eine Woche nach der Flut in Tibet: Rettungskräfte suchen nach Überlebenden
dpa/kna Die Welt muss sich Experten zufolge für regional extreme Hitze,
Dürren und Überschwemmungen in den kommenden Monaten wappnen. Grund sei ein
außergewöhnlich starker El Niño im tropischen Pazifik, teilte die
Weltwetterorganisation WMO am Donnerstag in Genf mit. Inzwischen sei nahezu
sicher, dass dieses Klimaphänomen bis Februar 2027 anhalten werde. Die WMO
und nationale Wetterdienste hätten ihre Frühwarnmaßnahmen verstärkt.
Die [1][Temperaturen im tropischen Teil des Pazifischen Ozeans], die das
Weltwetter stark beeinflussen, seien jetzt schon außergewöhnlich hoch. Die
Organisation berücksichtigt für ihre El-Niño-Vorhersagen Berechnungen
mehrerer Wetterdienste aus aller Welt.
Ein El Niño tritt typischerweise alle zwei bis sieben Jahre im Zusammenhang
mit einer Erwärmung der Meeresoberfläche im Pazifik auf und sorgt für
Störungen von globalen Wettermustern.
Das Ereignis habe „das Potenzial, Gesellschaften und Volkswirtschaften auf
der ganzen Welt [2][einen massiven Schlag zu versetzen]“, sagte
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. Mit Blick auf den bevorstehenden El
Niño habe die Weltwetterorganisation eine Mobilisierung gestartet wie nie
zuvor in ihrer 50-jährigen Geschichte.
„Der El Niño nimmt vor unseren Augen Super-Ausmaße an“, sagte
UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Welt befindet sich in der
Gefahrenzone extremer Wetterereignisse.“ Die WMO benutzt den Ausdruck
„Super-El-Niño“, den einige Experten verwenden, selbst nicht.
## Extreme Temperaturen im Pazifik
El Niño beginnt mit der Erwärmung der Meeresoberflächen-Temperaturen im
zentral-östlichen äquatorialen Pazifik. Sie liegen nach WMO-Angaben bereits
zwischen 2,2 und 2,6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Unter der
Oberfläche sei das Wasser im Juli und Anfang August teils sogar mehr als 8
Grad wärmer gewesen.
In der Region steigt dann warme, feuchte Luft auf, was die weltweiten Wind-
und Luftströmungen verändert. In Australien, Indonesien und im südlichen
Afrika kommt es dadurch oft zu Trockenheit und Dürren, während an der
Westküste Südamerikas, in Ostafrika und den südlichen USA oft sehr viel
Regen fällt. Europa ist eher wenig betroffen.
## Höhere Temperaturen über Land
Oft ist die globale Durchschnittstemperatur nach einem El-Niño-Jahr
besonders hoch. So folgte das Jahr 2024, das bislang heißeste mit rund 1,6
Grad über dem Niveau vor der industriellen Revolution, auf einen El Niño.
Schon die bisherigen Monate des Jahres 2026 waren mehrheitlich
überdurchschnittlich warm. Der Juli war in Westeuropa nach 2006 der
zweitwärmste seit Beginn der Messungen, wie der EU-Klimawandeldienst
Copernicus berichtet hatte. Er lag mit einer Durchschnittstemperatur von
22,48 Grad rund 2,5 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Die WMO sagt für September bis November praktisch über allen Landflächen
der Erde Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt voraus. Dass auch
die Oberflächentemperaturen im nördlichen und südlichen tropischen Atlantik
über dem Normalwert liegen, könne die Auswirkungen des El Niño in
verschiedenen Regionen verändern, hieß es zudem.
3 Sep 2026
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