# taz.de -- Studie zu CO₂-Emissionen von E-Autos: Kein Argument fürs Aus vom Verbrenner-Aus
       
       > Ein Bericht der TU München macht Furore. Er zeigt auf, dass E-Autos mehr
       > CO₂ ausstoßen, als die EU angibt. Doch auch der Bericht selbst stößt auf
       > Kritik.
       
 (IMG) Bild: Mit mehr erneuerbaren Energien im Strommix wird auch das Aufladen eines E-Autos noch klimafreundlicher
       
       Er sorgt für Aufregung unter Verbrenner-Fans: Ein [1][neuer Bericht der
       Technischen Universität München (TUM)] hat ergeben, dass E-Autos 41 Prozent
       weniger CO₂ verursachen als Verbrenner-Autos. Warum die Aufregung? 41
       Prozent weniger heißt auch: E-Autos verursachen überhaupt CO₂. Laut des am
       Dienstag veröffentlichten Berichts sind sie nicht klimaneutral, weil bei
       der Produktion und im Recycling von elektrisch betriebenen Fahrzeugen
       Emissionen entstünden.
       
       In diesem Ergebnis sehen die Autoren einen Irrtum der Europäischen Union
       belegt: Diese sieht Autos mit elektrischem Antrieb als klimaneutral an. Die
       EU-Verordnung, die Normen für Kraftfahrzuge festlegt, berechnet nur das
       ausgestoßene CO₂, also die Abgase während der Fahrt. Wenn Hersteller sich
       bemühen würden, auch dort Emissionen einzusparen, würde sich das in der
       Bewertung nicht widerspiegeln – so heißt es im Bericht.
       
       Für Markus Söder (CSU) ist er die Bestätigung für [2][seine Forderung, das
       Verbrenner-Aus zu stoppen]. Noch vor der Veröffentlichung des vollständigen
       Berichts sagte er der Boulevardzeitung Bild: „Einmal mehr wird klar: Es
       braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt
       auch die Wissenschaft.“
       
       Die Autoren des Berichts fordern allerdings kein Aus vom Verbrenner-Aus,
       sondern dass die EU ihre Bewertung von E-Autos überdenken müsse. „Ich
       appelliere an Parlament und Rat, die laufende Überarbeitung des Automotive
       Package zu nutzen, um eine verpflichtende, verifizierte
       Lebenszyklus-Berichterstattung einzuführen“, sagt der Präsident der TUM,
       Thomas Hofmann, der den Bericht in Auftrag gegeben hatte.
       
       ## „Elektrofahrzeug ist trotzdem klimafreundlicher“
       
       Dass in der Produktion von E-Autos Emissionen entstehen, überrascht nicht:
       Der Bericht hat keine eigenen Daten erhoben, sondern die existierende
       Literatur ausgewertet. Mit dem Schluss, den die Autoren ziehen, sind jedoch
       viele nicht einverstanden: „Es ist grundsätzlich sinnvoll, den gesamten
       Lebensweg eines Fahrzeugs sauberer zu machen, einschließlich Herstellung,
       Energiebereitstellung und Entsorgung“, sagt etwa Moritz Mottschall,
       Forscher am Berliner Öko-Institut. „Die CO₂-Flottenregulierung setzt jedoch
       bewusst am Fahrzeug selbst an, also an den Eigenschaften, die Hersteller
       tatsächlich beeinflussen können.“ E-Autos hätten trotzdem einen
       Klimavorteil gegenüber Verbrennern.
       
       „Für uns ist das nichts Neues“, sagt auch Michael Müller-Görnert,
       verkehrspolitischer Sprecher des Vereins Verkehrsclub Deutschland (VCD),
       der taz. Es sei immer klar gewesen, dass die Produktion von E-Autos nicht
       klimaneutral sei. „Aber das Elektrofahrzeug ist trotzdem klimafreundlicher
       als der Verbrenner, das zeigt die Studie ja auch.“
       
       Die Forderung nach einer Lebenszyklus-Berichterstattung, also der
       verpflichtenden Auswertung aller im Laufe der Lebenszeit eines Fahrzeugs
       entstehenden Emissionen, hält er nicht für sinnvoll: „Das wäre unglaublich
       bürokratisch.“ Besser wäre es, Anreize für die klimaneutrale Produktion von
       Batterien zu schaffen und erneuerbare Energien auszubauen, damit E-Autos in
       der Herstellung und im Betrieb noch klimafreundlicher werden können.
       Außerdem sollte der [3][öffentliche Nahverkehr gefördert werden].
       „Perspektivisch läuft alles auf den E-Betrieb hin“, ist sich Müller-Görnert
       sicher.
       
       Im November will die EU eine neue Fahrzeugregulierung beschließen. Das
       sogenannte [4][Automobilpaket], auf Englisch Automotive Package, steht dann
       im Europaparlament und im EU-Rat zur Abstimmung. Damit sollen zentrale
       Weichen für die künftige Regulierung gestellt werden.
       
       1 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/tum-studie-zeigt-substanzielle-fehlsteuerung-der-eu-regulatorik-im-automobil-bereich
 (DIR) [2] /Eroeffnung-der-Automesse-IAA/!6109226
 (DIR) [3] /Nahverkehrsplaene-in-Hamburg/!6203748
 (DIR) [4] https://transport.ec.europa.eu/transport-themes/action-plan-future-automotive-sector/automotive-package_en
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Pauline Ruprecht
       
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