# taz.de -- Wahlkampf in Ostdeutschland: Merz zieht Grenzen zur Linken und wird ausgepfiffen
       
       > Bundeskanzler lehnt eine direkte Regierungsbeteiligung der Linken ab und
       > warnt vor Wutbürgern. Beim Wahlkampfauftritt an der Ostsee wird er
       > ausgepfiffen.
       
 (IMG) Bild: Das schmeckt ihm nicht mit links: Merz beim Wahlkampffischbrötchenauftritt in Mecklenburg-Vorpommern
       
       dpa/rtr/taz | Bundeskanzler Friedrich Merz hat im [1][Wahlkampf in
       Ostdeutschland] klare Grenzen zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei
       benannt. Bei einem Wahlkampfauftritt in Kühlungsborn wurde er ausgepfiffen.
       
       [2][Aus Sicht von CDU-Chef und Bundeskanzler Merz] darf es nach der
       Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein gemeinsames Regierungsprogramm mit AfD
       oder Linke geben. „Sowohl bei AfD als auch bei der Linkspartei gibt es
       derart fundamentale Unterschiede zur Union, dass eine Zusammenarbeit
       ausgeschlossen ist“, sagte Merz der Mitteldeutschen Zeitung und der
       Magdeburger Volksstimme in einem Interview.
       
       Merz sagte in dem Interview: „Wir sehen, wie in Thüringen und Sachsen
       regiert werden kann. Aber es muss auch klar sein, dass es Grenzen gibt.“
       Eine [3][Zusammenarbeit mit AfD] oder Linke sei ausgeschlossen. „Der Kern
       einer Zusammenarbeit ist eine Regierungsbeteiligung und die Erarbeitung
       eines Regierungsprogramms. Das sehe ich weder mit der AfD noch mit der
       Linkspartei.“
       
       Damit bliebe in Sachsen-Anhalt wohl als einzige Möglichkeit eine
       Minderheitsregierung. Die AfD wird laut Umfragen bei der Wahl am Sonntag
       mit Abstand stärkste Partei. Gegen sie kann demnach im künftigen Landtag
       nur regiert werden, wenn alle anderen Parteien zusammenhalten.
       
       ## Merz wütend über Wutbürger
       
       Bei einem Wahlkampfauftritt in Quedlinburg zusammen mit Ministerpräsident
       Sven Schulze (CDU) hat der Kanzler erneut ‌vor einem AfD-Wahlsieg in
       Sachsen-Anhalt gewarnt. „Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für
       Wutbürger werden“, sagte Merz. „Das geht am Ende zulasten der Menschen in
       Sachsen-Anhalt.“
       
       Er wiederholte seine Warnung, dass es sehr schwer sein dürfte, noch
       internationale Investitionen anzulocken, wenn das Bundesland nicht ‌mehr
       regierbar sei „und wenn da möglicherweise die absolute Mehrheit einer
       rechtspopulistischen Partei am nächsten Montag feststehen sollte“.
       
       ## Wutbürger wütend über Merz
       
       Zuvor war der Wählerkontakt in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September
       ein neuer Landtag gewählt wird, ungemütlich für Merz verlaufen. In
       Kühlungsborn an der Ostseeküste besuchte er einen CDU-Wahlkampfstand, wurde
       von Passanten ausgepfiffen und als „Kriegstreiber“ und „Pinocchio“
       beschimpft.
       
       Andere verteidigten ihn und forderten Anstand ein. Ein eigentlich geplantes
       Statement vor den Kameras wurde abgesagt. Eine Begründung gab es dafür auf
       Anfrage beim CDU-Team nicht.
       
       1 Sep 2026
       
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