# taz.de -- Trinkgeld-Tricks bei Kartenzahlung: Digitale Manipulation
       
       > Wer mit Karte zahlt, wird zunehmend mit digitalen Trinkgeld-Fragen unter
       > Druck gesetzt. Behilflich ist dabei oftmals ein manipulatives Design.
       
 (IMG) Bild: Gibt vielen Verbraucher:innen Rätsel auf: die Trinkgeldfrage bei Kartenzahlung
       
       Wie viel Trinkgeld darf’s denn sein: 10 Prozent, 15 Prozent oder doch 20
       Prozent? Die Frage ist durchaus üblich, seitdem immer mehr Menschen mit
       Karte zahlen und Dienstleister, die die Geräte dafür stellen, auf die Idee
       gekommen sind, die Trinkgeldfrage in ihre Software aufzunehmen. Von vielen
       Gastronom:innen wird das dankbar angenommen. Doch [1][von
       Verbraucherschützer:innen kommt Kritik]: Denn in der Regel können die
       Gäste nicht oder zumindest nicht auf die Schnelle erkennen, wie sie
       Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst bestimmen können – und das, obwohl
       sich die Trinkgeldfrage bei Kartenzahlung längst auf Läden wie Bäckereien
       ausgedehnt hat.
       
       Nun wäre es ein Leichtes zu sagen: selber schuld. Wer die Bequemlichkeit
       haben will, mit Karte zu zahlen, muss halt mit den Nebenwirkungen leben.
       Natürlich ist das insoweit richtig, als Bargeld hier weniger
       Manipulationsmöglichkeiten birgt – zumindest ist noch kein Restaurant
       aufgefallen, das mit der Rechnung direkt drei Schälchen samt Beschriftung
       für die erwarteten Trinkgeldhöhen mitliefert.
       
       Doch dieser Vergleich [2][zeigt die Absurdität der Trinkgeld-Buttons]. Und
       er zeigt noch etwas anderes: Dass wir uns in der digitalen Welt längst
       daran gewöhnt haben, fast permanent durch Tricks manipuliert zu werden.
       Buchungsportale und Händler setzen Suchende mit künstlicher Verknappung
       unter Druck. Online-Plattformen halten mit Tricks wie endlosem Scrollen und
       dem automatischen Abspielen des nächsten Videos Nutzende teilweise über
       Stunden fest.
       
       Klar könnte man das Telefon einfach weglegen und beim Zahlen beim Bäcker so
       lange suchen, bis man den Kein-Trinkgeld-Button gefunden hat – und das
       Murren in der Schlange hinter einem ignorieren. Doch das alles gelingt den
       wenigsten. Und genau deshalb wirken diese Mechanismen und werden daher so
       viel eingesetzt – und Anbieter tun viel dafür, um die rechtliche Grauzone
       mindestens auszureizen.
       
       24 Aug 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-08/trinkgeld-kartenzahlung-gastronomie-lesegeraet-verbraucherzentrale-ramona-pop-gxe
 (DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=hC_rv2K_RyQ
       
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 (DIR) Svenja Bergt
       
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