# taz.de -- Milliardenschäden durch Hitzesommer: Wieder kein Wendepunkt
> Laut Greenpeace hat der heiße Sommer die Wirtschaft mindestens 36
> Milliarden Euro gekostet. Zum Umdenken in der Klimapolitik führt das wohl
> nicht.
(IMG) Bild: Zu wenig Wasser im Rhein: Könnte dieser Sommer ein Wendepunkt in der Klimapolitik sein?
Ob dieser Sommer der Wendepunkt ist? Er führte uns die fatalen Auswirkungen
der globalen Erwärmung so geballt vor Augen wie kein Sommer zuvor.
Rekordtemperaturen, [1][mindestens 14.000 Hitzetote in Deutschland],
[2][Waldbrände in einem nie dagewesenen Ausmaß], wegen des Niedrigwassers
musste Schiffsladung reduziert werden, Atomkraftwerke in Osteuropa konnten
nicht mehr ausreichend gekühlt werden, Landwirt:innen beklagen
[3][Ernteausfälle im Milliardenbereich].
Nun bezifferte [4][eine erste Berechnung von Greenpeace] den [5][Schaden
für die deutsche Wirtschaft auf 36 bis 42 Milliarden Euro], was knapp einem
Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Zum Vergleich: Der Etat des
Bundesverkehrsministeriums liegt in diesem Jahr bei 28 Milliarden Euro.
Es sind Zahlen, die Politik und Wirtschaft aufrütteln sollen, schließlich
werden deren Entscheider*innen meist erst durch das Argument
wirtschaftlicher Einbußen einsichtig. Doch könnte dieser Sommer wirklich
ein Wendepunkt sein?
In den vergangenen Jahren gab es mehrere Ereignisse, bei denen die Hoffnung
bestand, sie würden dies sein. 2019, als die EU-Kommission ankündigte, die
EU bis 2050 klimaneutral umzubauen, und sich viele andere Industrieländer
mit ambitionierten Klimaplänen anschlossen. Das Coronavirus Anfang 2020,
das uns nicht nur die Gefahr von Pandemien vor Augen führte, sondern auch
durch Lockdowns eine Welt mit weniger Konsum und Pendelwegen zeigte. Der
russische Angriff auf die Ukraine, der deutlich machte, dass der Ausstieg
aus fossilen Energien und der Ausbau von Erneuerbaren auch
Sicherheitspolitik bedeutet.
Nun, rund eine halbe Dekade später, lässt sich sagen: Nein, es waren keine
Wendepunkte. Das wird wohl auch diesmal nicht anders sein. Die Temperaturen
hierzulande lassen schon erste Herbstgefühle aufkommen. Wen interessieren
dann noch [6][Kipppunkte]? Eine Bundesregierung unter [7][Kanzler Friedrich
Merz] bekanntlich nicht.
24 Aug 2026
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(DIR) [5] /Klimakrise/!6206427
(DIR) [6] /Erderwaermung-und-Kipppunkte/!6195169
(DIR) [7] /Merz-im-Urlaub/!6202658
## AUTOREN
(DIR) Eva Fischer
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