# taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Kandidaten offen für Zusammenarbeit mit AfD
> In der CDU sprechen sich einige Abgeordnete offen für eine Zusammenarbeit
> mit der AfD in Sachfragen aus. So wolle man auch Streit in die AfD
> bringen.
(IMG) Bild: Ulrich Thomas von der CDU im Landtag von Sachsen-Anhalt will nach der Wahl auch mit der AfD reden: sachbezogen
Kurz vor der [1][Landtagswahl in Sachsen-Anhalt] haben sich
Landtagsabgeordnete der CDU für eine Minderheitsregierung ihrer Partei
ausgesprochen, die ihre parlamentarische Mehrheit mal mit den Stimmen der
AfD, mal denen der Linken suchen soll. Sollte es nach der Wahl am 6.
September keine klare Mehrheit im Landtag geben, tendierten sie zu einer
solchen Minderheitsregierung, sagten der wirtschaftspolitische Sprecher der
Landtagsfraktion Ulrich Thomas sowie die gesundheitspolitische Sprecherin
Anja Schneider der taz.
„Ich würde sachbezogen mit den Leuten reden: Das ist meine Position als
CDU. Kriege ich die mit eurem Stimmen im Parlament mehrheitsfähig?“, sagte
Thomas der taz. Es gehe um pragmatische, lösungsorientierte Politik, auch
ohne festen Koalitionsvertrag und Absprachen.
Thomas, der auf Listenplatz 6 steht und in [2][Quedlinburg] als
Direktkandidat antritt, hofft, dass man so auch den Streit in die AfD
tragen könne. Man müsse der AfD sagen: „Wenn Ihr mitregieren wollt, dann
gibt es rote Linien: NATO-Mitgliedschaft, Russland, transatlantische
Partnerschaft, Trennung von den radikalen Kräften, klares Bekenntnis zur EU
– dazu brauche man klare Aussagen“, sagte Thomas der taz. In der AfD gebe
es doch zwei Strömungen: „Die Rechtsradikalen, die nur zerstören wollen.
Und die gemäßigten, unter anderem ehemalige CDU-Leute, die auch regieren
wollen. Die wollen auch mal Minister sein.“
Anja Schneider sagte der taz, wenn es nach der Landtagswahl auf eine
Minderheitsregierung hinauslaufe, müsse man bei Sachthemen auch Stimmen von
AfD oder den Linken akzeptieren. Mit den Werten der AfD aber habe sie so
gar nichts am Hut. Schneider tritt als Direktkandidatin in Dessau an, sie
steht auf Listenplatz 16.
## Widerspruch innerhalb der Union
Ganz anders sieht das der CDU-Abgeordnete Tobias Krull, der in Magdeburg
antritt und auf Listenplatz 5 gewählt wurde. Er habe „nicht die gleiche
Auffassung“, sagte er der taz. „Die AfD hat doch das Ziel, dass wir
scheitern.“ Anders als bei den Linken gebe es bei der AfD auch keine
Pragmatiker, die das Land im positiven Sinne gestalten wollen. Krull, der
sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, hat eher Regierungsmodelle
wie Thüringen und Sachsen im Blick, „auch wenn das wirklich nicht meine
Wunschvorstellung wäre“.
Thomas dagegen schloss die Tolerierung einer Minderheitsregierung durch die
Linken oder verbindliche Absprachen mit diesen aus. „Das würde uns
zerreißen, da kriegen wir eine Austrittswelle“, sagte er. Alle drei
Abgeordneten werden dem neuen Landtag wahrscheinlich wieder angehören.
In Thüringen und Sachsen haben die CDU-geführten Landesregierungen keine
eigene Mehrheit, [3][sie werden immer wieder von der Linken unterstützt].
Der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt hatte jüngst für einen
pragmatischen Umgang mit den Linken geworben. Nach einem Beschluss des
CDU-Bundesparteitags aus dem Jahr 2018 ist eine Zusammenarbeit sowohl mit
der AfD als auch den Linken ausgeschlossen. Die AfD ist in allen drei
Bundesländern vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextrem eingestuft.
Ein langer Text zur Lage der CDU in Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl
erscheint an diesem Wochenende in der wochentaz.
21 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
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