# taz.de -- Großbrand im Hohen Venn: Gigantische ökologische Tragödie
> Der Brand im Hohen Venn zerstört vermutlich dauerhaft eine einzigartige
> Moorlandschaft. Aber die deutschen Medien berichten über Rauchgeruch in
> Köln.
(IMG) Bild: Mehr als ein Geruchsproblem: Glutnester im schwelenden Boden im im Naturschutzgebiet Hohes Venn
Man kann ein beliebiges deutsches Medium verfolgen: Immer wieder sollen wir
über den fürchterlichen Großbrand im belgischen Hohen Venn erfahren und wie
weit die Flammen hochheiliges deutsches Staatsgebiet bedrohen: nur noch 2,3
Kilometer. Der Feuerschein ist keine 400 Meter entfernt zu ahnen.
[1][Müssen Menschen in einem Zipfel von Kalterherberg in der Nähe von
Aachen evakuiert werden?]
Hallo! Zunächst mal geht es um BelgierInnen, die zu Hunderten bereits Hab
und Gut zurücklassen mussten. Vor allem aber ist – solange es keine
ernsthaft Verletzten und Toten gibt – die [2][grenzüberschreitende
ökologische Katastrophe] von Belang. Ein Drittel des größten Hochmoores
Europas ist vernichtet, über 3.000 Hektar. Ein einmaliges Naturschutzgebiet
existiert nicht mehr. Die Torfschichten, entstanden in der Eiszeit vor
11.000 Jahren, enthalten Pollen, Pflanzenreste, Mikroorganismen und gelten
als Archiv der Umweltgeschichte. Alles weg. Ein ökologischer Totalschaden
ereignet sich vor unserer Haustür – und wir sollen erfahren, ob Onkel Ernst
sein Urlaubsquartier am Bütgenbacher See zwei Tage früher verlassen muss?
Ein Abt der Gegend schrieb einmal, im Venn gebe es keinen Horizont, keine
Grenze, „sondern Endlosfülle“. Niemand weiß, ob sich diese Endlosfülle
wieder erholen kann wie nach dem viel kleineren Brand 2011. Oder ob der
Torf metertief dauerhaft zerstört ist. Moore speichern exorbitante Mengen
CO2. Statt Moor-Renaissance entsteht womöglich eine dauerhafte
Mondlandschaft: größte Tundra Mitteleuropas? Endlosleere.
Auch der Venn-Brand ist menschengemacht. Aktuell entflammt durch
irgendeinen Raucher oder eine Grillerin. Wegen der Klimakatastrophe und
ortshistorisch: Das Moor wurde einst in Teilen trockengelegt, um es mit
Fichten holzgierig aufzuforsten. Jetzt sind exorbitante Mengen Feinstaub
und Kohlendioxid freigesetzt. Das ist eine gigantische ökologische
Tragödie. Und wir erfahren: Der Rauch war kurzfristig sogar in Köln zu
riechen, fast 100 Kilometer entfernt. [3][Kurz darauf aber nicht mehr]. Wie
beruhigend!
19 Aug 2026
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(DIR) Bernd Müllender
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auf den Rauch.